Hallo lieber Leser! Hei alle sammen!
Willkommen auf dem Blog von Teresa und mir über unser Auslandsjahr in Trondheim. Nun werde ich mich auch mal als Autor zeigen und einiges über unsere lange Fahrt von Gengenbach nach Trondheim berichten.

Ich will ganz vorne anfangen. Wie ihr ja vielleicht wisst, durften wir den dunkelgrünen Opel Caravan meiner Eltern benutzen, um möglichst viel von unserem Gepäck nach Norwegen zu schaffen. Das Packen musste bei mir recht schnell gehen und fiel so halb mit dem Aus-/Umziehen von Durlach nach Reichenbach zusammen, ließ sich aber recht gut arrangieren.
Damit unsere Fahrt nicht gar zu lang und anstrengend würde, hatten wir für Mittwoch eine Fähre von Kopenhagen nach Oslo gebucht, die um 17 Uhr abfuhr. Um diese zu erreichen, starteten wir unsere Reise in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (fast pünktlich) um 0.10 Uhr. Auf der Autobahn war glücklicherweise nichts los, sodass wir bis zum Frühstück um halb 9 schon fast auf Fehmarn waren. Aber anstrengend war das schon. Nur nicht einschlafen...
Von Puttgarden nach Rödby durften wir dann unsere erste Fähre genießen. Das Wetter war (und ist!) echt spitze und total warm. In Dänemark legten wir dann zwei kleinere Pausen ein, da wir genug Zeit bis zur großen Fähre hatten. Die Stadt Roskilde (30 km westlich von Kopenhagen) ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Leider hatten wir keine dänischen Kronen, um den Eintritt in die Kirche zu bezahlen...
In Kopenhagen ging sich sogar noch eine kurze Besichtigung der Kleinen Meerjungfrau aus, bevor wir pünktlich zum Boarding kamen. Der Eindruck einer Nordmeerfähre ist einfach großartig (und ich bin immer noch der Meinung, gewaltiger als auf dem Mittelmeer). Da gibt es einfach alles vom Einkaufen über verschiedenste Restaurants (z.T. sehr nobel), Konferenzräume, Kino, Pools,... Wir schliefen in unserer Zweier-Innen-Kabine dem Ermüdungsgrad entsprechend sehr gut. Am nächsten Morgen zeigte sich zum ersten (und einzigen) Mal auf unserer Reise Nebel, als wir an Deck kamen und in den langen Oslo-Fjord einfuhren. Aber pünktlich zur Ankunft lichtete er sich und es war wieder sonnig - und total heiß!

Auf unserer Weiterfahrt (Oslo ließen wir erstmal links liegen, weil wir keine Lust auf Parkplatzsuche hatten) verdarben dementsprechend die weniger gut haltbaren Lebensmittel aus unserem Vorrat wie der feine Ofenkäse aus der Kühlbox. Sehr traurig! Ansonsten lief aber alles top. Die E6, Norwegens "Rennstrecke für Nordkapfahrer", auf der sich zeitweise wohl "Blechlawinen wälzen", war nur mäßig befahren und wir kamen gut voran. Unseren ersten von vielen Halten legten wir in Eidsvoll ein, wo 1814 das norwegische Grundgesetz ausgearbeitet wurde. Ansonsten besuchten wir u.a. Lillehammer, wo wir auf dem Weg zu den Anlagen der Olympischen Winterspiele 1994 sehr schwitzen mussten, und die Stabskirche von Ringebu. Diese ist ausschließlich aus Holz gebaut (keine Nägel!) und sehr stimmungsvoll.
Die zweite (oder je nach Zählung dritte) Nacht unserer Fahrt verbrachten wir im Zelt im Dovrefjell (Gebirge) in der Nähe des Snöhetta (Norwegens höchster Berg außerhalb des Jotunheimen). Leider mussten wir am nächsten Tag ja weiter, sonst wären wir da gerne wandern gegangen. Aber das kommt sicher noch... Die Suche nach dem "Zeltplatz" war nicht ganz einfach, aber am Ende konnte uns auch ein "No camping"-Schild nicht von unserem Vorhaben abhalten. Interessant, dass es hier (Info: für Nicht-Geographen: noch südlich des Polarkreises) auch Ende Juli nicht richtig dunkel wird, sodass Müdigkeit erst sehr spät aufkommt.
Am Freitagmorgen sind wir dann gemütlich das restliche Stück bis nach Trondheim gefahren, wo wir nach kurzer Suche den Stadtteil Moholt und damit unser Studentenwohnheim fanden. Bis hierher lief also alles ohne Probleme. Man könnte fast meinen, wir hätten Urlaub...
Gratulation, lieber Leser... Bis hierher durchgehalten, Respekt!
Mit dem Wohnheim gab es dann einige organisatorische Probleme, von denen im nächsten Post die Rede sein soll.
Beste Grüße aus dem hohen Norden, wo es mindestens so warm ist wie bei euch!