Montag, 6. Oktober 2008

Bürokratie in Norwegen

Hallo!

Nachdem wir vor einigen Tagen unsere norwegische ID Nummer (die man hier einfach für alles braucht.... vom Arztbesuch angefangen bis zur Eröffnung eines Bankkontos) bekommen haben, wollten wir den Behördengang noch einmal auflisten.

1) Anfang August waren wir bei der Polizei um uns zu registrieren und um eine Aufenthaltsbestätigung anzusuchen... Tja, Norwegen ist (leider) nicht bei der EU.
Trotzdem gibt es ein eigenes Abkommen für EU-Bürger und deshalb ist dieser Akt einfach nur eine Frage der Zeit.

2) Anfang September kam dann der Brief der Polizei, die uns für ein Jahr die Aufenthaltsgenehmigung gibt (die allerdings leicht verlängert werden kann. wenn man dann 3 Jahre eine solche -vorläufige- Aufenhaltsgenehmigung hatte, kann man um ein endgültiges Bleiberecht ansuchen).

3) mit diesem Brief gingen wir zum Einwohnermeldeamt und haben um eine norwegische Identitätsnummer angesucht. Diese ist 11 stellig, (so ähnlich wie bei uns die Sozialversicherungsnummer, nur dass die ersten 6 Stellen das Geburtsdatum sind und dann eine 5 stellige Nummer kommt) und muss bei jeder erdenklichen Situation angegeben werden. Viele Dinge bekommt man ohne diese Nummer auch nicht.

4) vor kurzer Zeit kam diese Nummer auch an. Und mit ihr ein Brief, dass wir nun unseren persönlichen "fastlege" (= fester Hausarzt) wählen sollen. Im Internet gibt es eine Liste von allen Allgemeinmedizinern in Trondheim und daneben die Anzahl der Plätze, die noch frei waren.
Es war fast gar nichts mehr frei, aber wir haben uns noch die 2 letzten Plätze bei einem Arzt gleich neben der Bibliothek sichern können und hoffen, ihn in diesem Jahr NICHT in Anspruch zu nehmen....
Man darf nämlich im Falle einer Krankheit nur zu diesem seinem Arzt gehen, der einen dann ev. zum Facharzt überweist. (Notfälle dürfen so weit ich das verstanden hab aber auch ins Krankenhaus....)

5) schlussendlich haben wir mit dieser ID-Nummer heute ein Konto eröffnet. Eine zweite Karte haben wir aber noch nicht dazubekommen, da wir keine Norweger sind. Die können wir erst beantragen, wenn der Antrag gutgeheißen wurde.
Aber das Erstaunliche bislang: es war noch alles kostenlos, was ja mal ganz nett ist.

Toll ist auch das Angebot der Bibliothek, wo wir heute einige Filme und CDs ausgeborgt haben. Und wieder ein paar tolle Bücher. Schön langsam wird es hier immer dunkler und auch Regen haben wir in den letzten Tagen mehr als genug abbekommen. Dafür wird es in unserem Häuschen auch immer gemütlicher... Wolle zum Stricken für meine neuen Fäustlinge habe ich auch schon besorgt, jetzt kann der Winter also kommen :)

Gerade vorhin haben wir uns den norwegischen Film "Telegrafisten" angeschaut, der sich zum Glück auch norwegisch untertiteln ließ. Sonst hätten wir von der Handlung wahrscheinlich doch nicht alles mitbekommen (zumal da viele verschiedene Dialekte und außerdem Schwedisch und Dänisch geredet wurden) und so geht es ganz gut.

Liebe Grüße!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hiho! das hört sich ja alles furchtbar kompliziert an! braucht man das für ein halbes Jahr auch?? Oo..
Aber die Bibliothek klingt nice und stricken ist lustig...auch wenn man 1 1/2h für die erste Reihe braucht, weil man sich wie der erste Mensch anstellt :)
lg von stefanie und antonia
b may

Anonym hat gesagt…

so eine Vorstellung mit einem "festen" Hausarzt gibt es auch in Ö - es steht zumindest im Positionsopapier zur Gesundheitsreform der ÖGAM.
Das werden sich Frau und Herr Österreicher aber nicht gefallen lassen, auf das beliebte "Doc-(s)hopping" verzichten zu müssen.
;-) Herbert