Samstag, 11. April 2009

Heimreise

Hallo miteinander!

Abschiede sind nicht immer einfach, aber man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist. Nach erlebnisreichen Monaten im (teilweise höchsten) Norden dürfen wir nun erstmal neuen Abenteuern in südlicheren Gefilden ins Auge blicken. Nachdem der Name des Blogs bei einem neuerlichen Nordenaufenthalt (den wir uns beide aber absolut vorstellen können!) zeitlich überholt wäre, wird dies hier der letzte Eintrag sein.

Wie schon im vorigen Blogeintrag erwähnt, wurden wir am Dienstag durch Oslo geführt (Danke an Jazz, Tobias und Laura) und konnten einen Eindruck von Norwegens Hauptstadt gewinnen. Im Vergleich zu Trondheim ist Oslo wirklich eine Großstadt und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Am Mittwoch zu Mittag ging es dann weiter in Richtung Schweden, Göteborg war das nächste Ziel. Die Fahrt dorthin ging relativ schnell (nicht zuletzt, da die Höchstgeschwindigkeiten auf den Autobahnen Richtung Süden immer zunahmen) und wir hatten am Nachmittag noch gut Zeit, durch die Stadt zu spazieren. Auch das Wetter war uns netterweise wieder hold. Göteborg ist die zweitgrößte Stadt in Schweden und hat auch einen großen Unicampus. Ebenfalls ein sehr netter Platz zum Studieren, aber nach der tollen Zeit in Trondheim hat es jede andere Stadt gerade schwer :)
Nach einer angenehmen Nacht in der Jugendherberge (leider gab keine Bekannten, die es in Schweden zu besuchen gab) ging es wieder weiter Richtung Süden. Mit den Fährfahrten hatten wir immer Glück und mussten kaum warten. Und da wir so gut voran kamen und auch das Wetter traumhaft war, machten wir in Dänemark einen Abstecher auf die Insel Møn zu den Kreidefelsen, die ins Meer brechen. Die Kombination vom türkisblauen Meer, Sonnenschein und den majestätischen weißen Felsen war sehr beeindruckend.

In Deutschland erwartete uns ein wunderschöner Sonnenuntergang (roter Feuerball) und die Frage nach dem weiteren Reiseverlauf tat sich auf. Eigentlich wollten wir Lübeck einen Besuch abstatten, aber dann kam uns die Idee, eine Freundin bei Hannover zu besuchen. Zu dumm, dass diese noch in Heidelberg war, denn damit standen wir vor dem Problem, dass es immer später wurde und wir nicht so recht wussten, wo wir unterkommen sollten. Da am nächsten Tag aber auch wieder ein ziemliches Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen angesagt war, entschlossen wir uns dafür, die Ruhe der Nacht zur Heimfahrt zu nutzen. Es war sehr angenehm zu fahren, da wenig Verkehr und keine Laster auf den Straßen anzutreffen waren. Auch Torstens Mutter war so nett und nahm seine Ski und Spikereifen zur grauen Morgenstund in Empfang. Damit war auch dieser Auftrag erfüllt!
In Reichenbach erwartete uns ein sehr herzlicher Empfang und allertollstes (Sommer!)Wetter.
Jetzt genießen wir unsere Ferien und wünschen "god påske".


Vielen Dank an euch alle für euer Interesse an unseren Erlebnissen und eure Kommentare.
Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut.

Ha det bra så lenge!

Dienstag, 7. April 2009

Rueckkehr aus der Arktis

Hallo zusammen!

Nur eine kurze Zustandsmeldung. Mittlerweile bin ich zurueck aus Svalbard. Nach der Klausur am Freitag (war ganz ok) und einem netten Samstag sind Fabienne und ich am Sonntag via Tromso nach Trondheim zurueckgeflogen. Das Wetter und die Aussicht waren spitze. Daher haben wir unsere 4 Stunden Aufenthalt in Tromso fuer eine kleine Stadtbesichtigung genutzt. Netterweise wurden wir von Teresa und Torsten dann um kurz vor 23 Uhr in Vaernes vom Flughafen abgeholt.

Am naechsten Morgen gab es bei Torsten ein feines Abschiedsfruehstueck und nach einigem Packen und Organisieren (z.B. Bankkonto aufloesen) sind Teresa und ich gegen halb vier am Nachmittag wehmuetigen Herzens von Trondheim losgefahren. Wir haben uns anstatt der E6, die wir im Sommer auf der Herfahrt genommen haben, fuer die E3 entschieden. Diese fuehrt durch das Oesterdalen und hat nicht so viele Attraktionen zu bieten, ist dafuer aber etwas schneller. Tatsaechlich haben wir es geschafft um 23 Uhr in Oslo zu sein, wo wir von Jazz trotz Uebermuedung (erst am Vormittag aus Svalbard zurueck) freundlichst aufgenommen wurden. Heute haben wir uns Oslo angeschaut. Nach Svalbard kommt einem natuerlich alles recht warm vor, aber man passt sich auch schnell wieder an. Oslo war jedenfalls sehr nett.

Viele Gruesse und bis bald

Mittwoch, 1. April 2009

Schneehöhle und Lawine hautnah

Hallo zusammen!

Auch wenn es auf das Ende meiner wunderschönen Zeit in Spitzbergen zugeht und sich das Examen nähert, gibt es außer von Lernerei doch noch von anderem zu berichten. Wie schon im Titel zu erkennen, hat alles mit viel Schnee zu tun.

Eigentlich wollten wir am Wochenende ja mit dem Minenarbeiter-Flugzeug (kostenlos) nach Svea fliegen und die Tage dort in der UNIS-cabin verbringen. Daraus wurde aber nichts, da die meisten Flüge - wie im letzten Eintrag schon angedeutet - am Freitag wegen schlechten Wetters ausfallen mussten. Das eine Flugzeug, das dann doch geflogen wäre, konnte uns nicht mitnehmen, da sie am Montag für den Heimflug keinen Platz mehr gehabt hätten. (Am Wochenende selbst gibt es sowieso keine Flüge.)
Unsere Ersatzidee für das Wochenende war eine Zwei-Tages-Tour mit Ski und Zelt, da wir unbedingt in der Kälte draußen schlafen (oder zumindest übernachten) und das Trip Wire (Eisbären-Stolperdraht mit Leuchtraketen) austesten wollten. Wir hatten auch schon eine Rundtour durch das Endalen ausgesucht. Leider musste auch diese Aktion wegen schlechtem Wetter und fehlenden Isomatten im Student Equipment ausfallen.
Daher beschlossen wir am Samstag, unsere eigene Schneehöhle zu graben und machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Ort. Erstens musste genug Schnee liegen (deutlich über zwei Meter) und zweitens sollte die Lawinengefährdung möglichst gering sein, da diese Gefahr hier derzeit sehr hoch ist. Wir fanden einen schönen, geschützten Platz am Fuße des Sarkofagen (der steile Berggrat hinter Nybyen). Unter Frodes sachkundiger Anleitung begannen wir mit dem Graben einer richtig großen Höhle. Leider trafen wir irgendwann auf Stein, was unsere Maße etwas einschränkte. Wir brachten es in vier Stunden aber dennoch auf eine geräumige Höhle mit zwei Räumen, in denen man sitzen und jeweils zwei Personen schlafen konnten.
Ausgetestet wurde die Schneehöhle Samstagnacht nur von mir, da die anderen nach einer Weile Party im Huset keine Lust mehr hatten, dorthin umzuziehen. Daher ging ich alleine mit halb geladenem Gewehr, Signalpistole und Messer zur Höhle. Das Trip Wire war leider in einem mir nicht zugänglichen Raum eingeschlossen. Dennoch schaffte ich es einzuschlafen und kalt wurde es eigentlich auch erst gegen Morgen.
Am Sonntag war Lauras Geburtstag und schönes Wetter. Trotz müder Glieder (Höhlenübernachtung bzw. Party) nutzten Tobias, Fabienne und ich den Tag zu einer kleinen Skitour auf den Sarkofagen. Die anschließende Abfahrt im "Powder" war viel zu schnell vorbei. Dabei wollte ich doch ein bisschen Telemark üben...
Am Abend kam das Trip Wire dann doch noch zum Einsatz, da wir diesmal zu mehreren in der Schneehöhle übernachteten. Auch in dieser Nacht gab es keine erwähnenswerten Vorkommnisse und zumindest ich konnte relativ viel schlafen. Unser Professor, den ich in Trondheim schon hatte, verzieh uns dann sogar unsere Müdigkeit.

Dass die wirklich gefährlichen Sachen nicht auf Touren, sondern häufig im Alltag passieren, mussten wir dann am Montag auf dem Heimweg von der Uni nach Nybyen erleben. Als ich nach einem lauten Knall vom Berghang nach oben schaute, waren die losen Schneemassen schon den halben Hang (mehr als 400 Höhenmeter) heruntergekommen. Wir konnten uns dann noch kurz überlegen, ob die Lawine uns erreichen würde und in welche Richtung wir auf der Straße rennen sollten. Glücklicherweise verlangsamte sich die Lawine, da der Hang abflacht. Sie überquerte zwar noch die Straße, aber wir entkamen um ein paar Meter und bekamen nur noch die gesamte begleitende Schneewolke ab. Wir kamen also mit dem Schrecken und einer Erfahrung mehr davon. Danach war die Talstraße für einen Tag gesperrt. Ursache der Lawine war wohl eine Wächte auf dem Grat, die auf den Steilhang fiel und die Lawine auslöste. Dasselbe konnte natürlich auch weiterhin an allen anderen Stellen passieren.
Tatsächlich geschah dies auch - und zwar am nächsten Morgen. In diesem Fall waren wir schon in der Uni. Offensichtlich sollte die Wächte auf dem Grat gesprengt werden, fiel dann aber schon vor der Zündung hinunter und löste eine zweite Lawine aus. Beide Lawinen zerstörten jeweils einen der hölzernen Seilbahntürme der stillgelegten Mine, die sicher schon viele Winter ausgehalten haben. Mit einer Breite von ca. 100 m war "unsere" Lawine aber wohl die größere.
Nach diesen Geschehnissen scheint unser Uniweg nun wieder sicher zu sein. Viel mehr Schnee kann jedenfalls nicht mehr herunterkommen. Ein Problem besteht allerdings weiterhin. Nybyen liegt ähnlich gefährdet. Zum Glück wohne ich in einem der hangferneren Häuser, sodass ich mir da keine Sorgen mache.
Ihr dürft mir für die letzten Tage (und für die Klausur am Freitag) natürlich trotzdem die Daumen drücken.

Liebe Grüße