Mittwoch, 8. Oktober 2008

Praktikum und Siedelhilfe

Guten Abend!

vielen Dank für die vielen Kommentare, da tut sich ja richtig viel auf dem Blog....
Heute hatte ich am Vormittag Praktikum auf der Gebärklinik, wir mussten u.a. bei jeder Patientin den Bauch vermessen und haben dann unsere Ergebnisse verglichen :)
Mittags war dann Visite, was sehr interessant war, weil wir über jede Patientin lange sprechen konnte. Da war z.B. eine Frau, die schon drei Buben hat und jetzt Zwillinge erwartet (wieder Buben).

Am Nachmittag haben wir Kristina beim Umsiedeln von Berg nach Karinelund (das ist ein anderes Studentenwohnheim, gleich neben Moholt) geholfen. Und anschließend mussten wir beim Einkaufen das "2 für 1" Angebot nutzen, das es diese Woche für viele Artikel im Supermarkt ICA gibt. Somit kann man auch in Norwegen ab und zu viel für sein Geld haben...

So viel zu unserem Tag, der jetzt nicht soo sonderlich aufregend war. Morgen haben wir wieder lange Uni (den ganzen Tag bis 18h, da ja auch wieder Sprachkurs ist). Und vielleicht bekommen wir wieder Karten für das Sinfonie-Orchester.

Viele Grüße!

Dienstag, 7. Oktober 2008

Demolish Berg

God kveld!

Heute war für mich mal wieder einer der langen Dienstage. Um 8 Uhr die erste Vorlesung in der Uni, dann durchgehend beschäftigt bis 18 Uhr. Zwischendurch lediglich ein kleiner sportlicher Ausgleich, um vom Campus Gløshaugen/Lerkendal zu den Geisteswissenschaftlern nach Dragvoll zu kommen. Für den 8 Uhr Kurs war unser "richtiger" Professor von seinem Feldkurs "Pyrex" in den Pyrenäen zurück. Von daher hat es sich auch gelohnt, diese Vorlesung wieder zu besuchen. Zwischen ihm und seiner Vertretung (der allerdings selbst auch gerade Professor werden will) besteht ein himmelhoher Unterschied. Lustigerweise hat mir unser Professor nach der Vorlesung von seinem kleinen Zwischenstopp auf dem Heimweg erzählt: "Ich komme gestern aus München..." Tja, nun isses aus mit der Wies'n.

Danach war ich im International House, da ich meine Ankunft hier in Norwegen (etwas spät ;) noch offiziell für zu Hause bestätigen lassen muss. Außerdem müssen natürlich auch die für einen Austausch-Studenten obligatorischen Änderungen des Learning Agreements kundgetan und mit Karlsruhe abgeglichen werden.

Um die Mittagszeit ging es dann um "Seismic Data Processing". Fabienne, meine "Project work"-Partnerin, und ich hingen mit der Computerarbeit anfangs leider etwas hinterher, sodass wir keinen gescheiten Stack zusammenbrachten, den wir hätten migrieren können. Das konnte jedoch ausgeglichen werden, sodass wir am Ende auch ein schönes Abbild des Untergrundes hatten, an dem aber natürlich noch weiter gefeilt werden muss (Multiples noch mehr entfernen, Signal/Noise-Ratio verbessern). Und dabei sind die jetzigen Daten synthetisch! Für unser wirkliches Projekt bekommen wir dann reale Daten vom Gullfaks-Feld. Da wird die Bearbeitung und das Drehen an allen Parametern sicher noch viel wichtiger.

Am Nachmittag hatten wir dann nach einer Woche Pause wieder Sprachkurs. Dort haben wir auch Sunna wiedergetroffen. Sie ist von einer weniger netten Aktion unseres Studentenwohnheims-Eigentümers betroffen. Das Wohnheim Berg (perfekte Lage bei Gløshaugen, aber schon älter) wird demnächst abgerissen. Eigentlich sollte dies aber erst nach dem Semester geschehen. Nun werden einige Blocks aber doch schon bald abgerissen, sodass viele entgegen ihrem Vertrag und sehr kurzfristig umziehen müssen. Wer mehr wissen will, kann sich diesen von Sunna initiierten Bericht der Adressavisen anschauen:
http://www.adressa.no/tv/?id=7563&autoplay=1&page=0
In Berg werden nun auch "Demolish Berg Parties" gefeiert. Wenn schon, denn schon...
Zum Glück wohnen wir im unifernen, aber schönen Steinan.

Hilsen

Das große Gebäude im Hintergrund des Fotos ist übrigens das ziemlich moderne Realfagbygget auf dem Campus Gløshaugen, wo u.a. die Physik untergebracht ist.

Montag, 6. Oktober 2008

Bürokratie in Norwegen

Hallo!

Nachdem wir vor einigen Tagen unsere norwegische ID Nummer (die man hier einfach für alles braucht.... vom Arztbesuch angefangen bis zur Eröffnung eines Bankkontos) bekommen haben, wollten wir den Behördengang noch einmal auflisten.

1) Anfang August waren wir bei der Polizei um uns zu registrieren und um eine Aufenthaltsbestätigung anzusuchen... Tja, Norwegen ist (leider) nicht bei der EU.
Trotzdem gibt es ein eigenes Abkommen für EU-Bürger und deshalb ist dieser Akt einfach nur eine Frage der Zeit.

2) Anfang September kam dann der Brief der Polizei, die uns für ein Jahr die Aufenthaltsgenehmigung gibt (die allerdings leicht verlängert werden kann. wenn man dann 3 Jahre eine solche -vorläufige- Aufenhaltsgenehmigung hatte, kann man um ein endgültiges Bleiberecht ansuchen).

3) mit diesem Brief gingen wir zum Einwohnermeldeamt und haben um eine norwegische Identitätsnummer angesucht. Diese ist 11 stellig, (so ähnlich wie bei uns die Sozialversicherungsnummer, nur dass die ersten 6 Stellen das Geburtsdatum sind und dann eine 5 stellige Nummer kommt) und muss bei jeder erdenklichen Situation angegeben werden. Viele Dinge bekommt man ohne diese Nummer auch nicht.

4) vor kurzer Zeit kam diese Nummer auch an. Und mit ihr ein Brief, dass wir nun unseren persönlichen "fastlege" (= fester Hausarzt) wählen sollen. Im Internet gibt es eine Liste von allen Allgemeinmedizinern in Trondheim und daneben die Anzahl der Plätze, die noch frei waren.
Es war fast gar nichts mehr frei, aber wir haben uns noch die 2 letzten Plätze bei einem Arzt gleich neben der Bibliothek sichern können und hoffen, ihn in diesem Jahr NICHT in Anspruch zu nehmen....
Man darf nämlich im Falle einer Krankheit nur zu diesem seinem Arzt gehen, der einen dann ev. zum Facharzt überweist. (Notfälle dürfen so weit ich das verstanden hab aber auch ins Krankenhaus....)

5) schlussendlich haben wir mit dieser ID-Nummer heute ein Konto eröffnet. Eine zweite Karte haben wir aber noch nicht dazubekommen, da wir keine Norweger sind. Die können wir erst beantragen, wenn der Antrag gutgeheißen wurde.
Aber das Erstaunliche bislang: es war noch alles kostenlos, was ja mal ganz nett ist.

Toll ist auch das Angebot der Bibliothek, wo wir heute einige Filme und CDs ausgeborgt haben. Und wieder ein paar tolle Bücher. Schön langsam wird es hier immer dunkler und auch Regen haben wir in den letzten Tagen mehr als genug abbekommen. Dafür wird es in unserem Häuschen auch immer gemütlicher... Wolle zum Stricken für meine neuen Fäustlinge habe ich auch schon besorgt, jetzt kann der Winter also kommen :)

Gerade vorhin haben wir uns den norwegischen Film "Telegrafisten" angeschaut, der sich zum Glück auch norwegisch untertiteln ließ. Sonst hätten wir von der Handlung wahrscheinlich doch nicht alles mitbekommen (zumal da viele verschiedene Dialekte und außerdem Schwedisch und Dänisch geredet wurden) und so geht es ganz gut.

Liebe Grüße!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Hühnerbrüstchen

Salut!

Vom heutigen Sonntag gibt es leider keine Großtaten zu berichten. Aber das Wetter lud mit häufigen Regenschauern auch nicht gerade dazu ein. Dafür haben wir unsere Norwegisch-Aufgaben (Lückentexte und Synonyme) gemacht und in einer WG-Sitzung einen Putzplan beschlossen. Mal sehen, ob das an der Sauberkeit was ändert. Aber so schlimm ist das eh nicht, nur eben noch nicht ganz gleich verteilt.

Außerdem gabs heute was Gutes zu essen. Wir haben Hühnerbrust und Kartoffeln nach einem Rezept aus Teresas St. Martiner Kochbuch überbraten. Dieser Sonntags"braten" war sehr schmackhaft. :) Später war ich dann noch im Nieselregen laufen. Leider habe ich wieder keinen Elch gesehen...

Beste Grüße aus der Nordlicht-Zone
(nachdem mein 5-seitiger Norwegisch-Aufsatz über dieses Thema ging, will ich jetzt endlich mal eins sehen!)

Samstag, 4. Oktober 2008

Stolz und Vorurteil

Hallo!

Da ihr ja jetzt auch bestens über das Wetter Bescheid wisst, ist es wohl überflüssig zu schreiben, dass heute ein Regentag ist... Und wie könnte man ihn besser nutzen als mit.... richtig....putzen.
Leider haben sich die unterschiedlichen Auffassungen von Sauberkeit mit unseren französischen Mitbewohnern noch nicht geklärt. Heute haben wir wieder im Alleingang alles aufgewischt und "poliert", allerdings wird es jetzt mal einen zweiten Versuch einer WG-Sitzung geben. Das letzte Mal wurde unsere Nachricht einfach kommentarlos gelesen und weggelegt. Naja, soweit zu diesen Ärgerlichkeiten des Alltags...
Die letzten Tage an der Uni waren sehr interessant für mich, da ich Kreißsaal-Praktikum gehabt hab und auch bei einigen Geburten dabei sein durfte. Es war toll, dass mich die Hebammen viel machen ließen und dadurch war es sehr lehrreich. Alle Babys sind übrigens gut auf die Welt gekommen (nur bei einem Riesenbaby mit weit über 4kg ist die Schulter zuerst festgesteckt, aber hat sich nach einiger Intervention dann gelöst, zum Glück!)!Und bei einer Kaiserschnitt-Geburt durfte ich assistieren. Das heißt, dass man dann auch im sterilen OP-Gewand ist und direkt am Operationstisch steht und dadurch sehr viel sieht und lernt.

Gestern abend haben wir bei Kristina einen Mädelsabend gemacht und die ganzen 6 Folgen der BBC-Verfilmung "Pride and Prejudice" (= Stolz und Vorurteil) von Jane Austen angeschaut. Und das ganze mit norwegischen Untertiteln, was ganz lustig war, aber andererseits auch anstrengend, schließlich hört man Englisch, liest Norwegisch und denkt sich dann was das Ganze auf Deutsch heißen könnte. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend.
Dazu gab es u.a. auch köstliche frisch gebackene Zimtschnecken... Hmh...total spitze! Das werde ich bald selbst einmal ausprobieren!

viele liebe Grüße an euch und ein erholsames Wochenende!

PS: apropos Vorurteil: wie schon erwähnt war es ein Mädelsabend und Zachi hat den Film natürlich nicht gesehen (er will, dass ich das hier extra betone) !

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Lofoten-Videos

Halli hallo!

Nachdem unser Internet heute Mittag deutlich weniger ausgelastet zu sein scheint (und ich auch nicht so müde bin wie gestern nach Mitternacht), will ich zum gestrigen Bericht noch zwei kleine Filmchen nachreichen, die beide zimlich direkt mit Wasser zu tun haben. Ihr könnt ja den Ton abstellen... ;)

1.) Auf der Überfahrt von Moskenes (äußerste der großen Lofoten-Inseln) nach Bodø auf der Rückreise. Ich denke, das ist noch fast normaler Seegang da. Die Fähre ist (im Vergleich zur Wellenlänge) eben nicht so groß. Aber wenn man sich die Verkippung noch anderthalb- bis zweimal so stark vorstellt, kann man vielleicht den Grund für Teresas Seekrankheit erahnen.

2.) Saltstraumen. Die Informationen zu diesem mächtigsten Mahlstrom der Welt konntet ihr ja schon gestern lesen. Leider kann ich aber nicht sagen, ob wir vorbeikamen, als die Wasserbewegung gerade eher maximal oder weniger stark war. Zum Glück war es aber nicht der Zeitpunkt genau bei Ebbe oder genau bei Flut, wo sich gar nichts bewegt.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Lofoten

Guten Abend, liebe Freunde!

Heute war wieder ein anstrengender Tag, aber nachdem sich einige sicher über den Lofoten-Bericht freuen werden, le voilà!

Bevor wir am Donnerstag Richtung Norden aufbrechen konnten, hatten wir am Nachmittag – meiner Meinung nach überflüssigerweise - unser Probeexamen im Norwegischkurs. Das echte Examen wird Anfang Dezember stattfinden. Bis dahin sind es allerdings auch nur mehr 2 Monate, die Zeit vergeht hier so unglaublich schnell…

Naja, auf jeden Fall sind wir Donnerstagabend losgefahren mit dem Ziel einfach noch ein Stückchen weit nach Norden zu kommen. Nach ca. 3h auf der E6 haben wir das Auto an einem Parkplatz abgestellt und probiert, ob man mit umgeklappten Hintersitzen bequem darin schlafen kann. Meiner Meinung nach ist das Experiment (das wir bis zum Ende noch einige Mal wiederholt haben) gut gelungen. Was einerseits daran liegt, dass ich nicht ganz so groß bin, und zweitens, dass mein neuer Schlafsack so schön warm ist. Zachi war glaube ich nicht ganz so zufrieden. Allerdings hatten wir in den folgenden Tagen auch nie die Gelegenheit ein Zelt aufzustellen (Schuld daran war die ungünstige Kombination aus Sturm und Dauerregen)…

Am nächsten Tag sind wir das lange Stück bis zu den Lofoten gefahren. Eigentlich wollten wir in Bodø die Fähre nach Moskenes nehmen. Allerdings wäre die schon am Nachmittag gefahren (und in der Nebensaison setzt sie nur einmal täglich über) und da die zweite Möglichkeit, die Fähre von Skutvik nach Svolvær zu nehmen, wegen der Tageszeit auch nicht geklappt hat, haben wir uns für die dritte Variante entschieden und spätabends die Fähre von Bognes nach Lødingen genommen.

Bis dahin durften wir aber auf der wie eine Weltreise scheinenden Strecke (allein bis Bognes über 800 km meist bei Tempo 80) u.a. den Polarkreis bei 66°33’ nördlicher Breite passieren. Im Reiseführer stand, dass der Parkplatz vor dem Polarkreiszentrum immer maßlos überfüllt sei. Dass wir absolut die einzigen weit und breit waren (und das Zentrum geschlossen hatte), war nicht das erste Zeichen dafür, dass die touristische Saison wohl wirklich vorbei ist. Während der ganzen Tage haben wir einmal ein Auto aus Hamburg getroffen, zwei Schweden waren auch noch auf der Strecke. Ansonsten alles nur Norweger (oder zumindest norwegische Autos).

Als wir nach der Fährüberfahrt wieder anlegten (genaugenommen waren wir da noch nicht auf den Lofoten, sondern auf einer Insel davor, die mit einer Brücke mit den Lofoteninseln verbunden ist), haben wir uns wieder einen netten Parkplatz zum Übernachten gesucht. Das ist am Abend in der Dunkelheit gar nicht so einfach. Erstens weil man nichts sieht und zweitens weil es wenig Parkplätze gibt, wo man länger als 4h stehen bleiben darf.

Am nächsten Morgen wurden wir wieder einmal vom Regen geweckt…und bevor wir einen längeren Stopp in Svolvær auf der Insel Austvågoy einlegten, fuhren wir nach Digermulen. Das ist ein kleiner Ort auf Hinnøya, der bereits Kaiser Wilhelm II. gefallen hat. Auf der anderen Seite des Meeresarmes liegt der bekannte Trollfjord. Das Wetter war aber ziemlich durchwachsen, so dass unser Plan, eine Wanderung zu machen, verregnet wurde.

Wir fuhren einige Orte auf der Insel Vestvågoy ab. Das Panorama mit den steilen Bergen, die abrupt ins Meer abfallen, war einfach unglaublich. Zwischendrin hat die Natur ein paar herrliche weiße Sandstrände eingestreut. Mit türkisblauem Meer und den steilen Bergen kommt es einem irgendwie auch so unwirklich vor. Nur das Wetter (echtes Lofotenwetter!) hat uns glücklicherweise daran erinnert, dass wir in Norwegen waren. Neben dem Sturmwind hat es tatsächlich so viel geregnet, dass die Straße und wohl auch die Keller der benachbarten Häuser eines Örtchens voll überschwemmt waren und wir quasi "furten" mussten.

Vor dem Nusfjord – laut einigen Reiseführern der schönsten Ort der Lofoten - haben wir übernachtet. Am nächsten Tag haben wir uns trotz Regenguss die Ortbesichtigung und einen Spaziergang am Fjord nicht nehmen lassen, ganz nach dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung“! (Meine Studienkollegen hatten Recht: eine Regenhose ist in Norwegen eine gute Investition…)

Nach einigen Stunden und Sandstränden, steilen Bergen, unglaublichen Aussichtspunkten u.v.m. waren wir Sonntag Abend beinahe am Ende der Insel angekommen. Im Ort Å (gesprochen „Oh“), dessen Buchstabe an letzter Stelle im norwegischen Alphabet steht, endet die E 10 (= die Straße, die durch die Lofoten führt). Dort gibt es u.a. ein Stockfisch-Museum, das um diese Jahreszeit leider (wie alle anderen Attraktionen außer der Natur selbst) geschlossen hatte. Aber die Stockfische hingen schön aufgereiht zum Trocknen an der frischen Luft. (Wer hat Interesse, einen zu verspeisen?)

Im Ort davor, in Reine auf der Insel Moskenes, haben wir den Reinebringen bestiegen. Das ist ein Berg, auf den man ungefähr eine Stunde einfach nur unglaublich steil bergauf geht. Als Belohnung haben wir dafür einen atemberaubenden Panoramablick bekommen, den wir euch nicht vorenthalten können. Was sich auf den Bildern leider nicht darstellen lässt, sind die Windböen (zu Hause eher Orkanböen) auf dem Grat, die wir etwas unangenehm fanden, zumal es auf der anderen Seite des Berges steil hinab ging.









Nach einer letzen Nacht im Auto, haben wir am nächsten Morgen in aller Früh die einzige Fähre des Tages von Moskenes zurück nach Bodø genommen. Mir bleibt die fast vierstündige Überfahrt wohl nicht ganz so gut in Erinnerung, da ich das erste Mal das zweifelhafte Vergnügen hatte, mit der Seekrankheit bekannt zu werden und richtig "sjøsyk" war. Zachi hat das doch beträchtliche Geschaukel glücklicherweise nichts ausgemacht.

Obwohl wir es eigentlich nicht vorhatten, sind wir danach an einem Tag die ganze Strecke von Bodø nach Trondheim zurückgefahren. In der Nähe von Bodø haben wir dem Saltsraumen, dem stärksten Gezeitenstrom der Welt, einen Besuch abgestattet. Hier strömen imWechsel von Ebbe und Flut fast 400 Millionen km³ Wasser durch einen 150 m langen und 2,5 km langen Kanal vom offenen Meer in den Fjord. Die Wassermassen erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h und es bilden sich gewaltige Strudel.

Der Polarkreis im Saltfjell war bei unserem Rückweg im Gegensatz zum Hinweg plötzlich verschneit. So langsam geht es dem Winter entgegen. Das wurde auch bei unserer Fahrt deutlich. Während über weite Strecken v.a. im Süden noch herbstliche Wälder das Bild dominierten, wurde der Anblick schon eher winterlich sobald man etwas höher ins Fjell kam.

Einen längeren Zwischenstopp gab es nochmal in Mosjøen, das ziemlich in der Mitte der Strecke nach Trondheim liegt. Ab da wollten wir eigentlich immer bald einmal stehen bleiben und übernachten. Aber die treibende Kraft, gleich nach Hause zu fahren, war die Vorfreude auf ein warmes Zimmer und ein weiches Bett. Im Auto wurde ja auch immer alles feucht wegen unseres kondensierenden Atems. Da das Thermometer zu dem Zeitpunkt satte 2°C Außentemperatur angezeigte, fiel die Entscheidung dann doch nicht so schwer, gleich heimzufahren.

Damit war ein schöner Kurz- und Vielfahrer-(2000 km)Urlaub zu Ende gegangen. Von den unzähligen Fotos, die wir gemacht haben, gibt es hier fürs erste eine kleine Auswahl.

Viele liebe Grüße aus Trondheim!

PS vom Coautor und Bilderordner: Man sollte ja glauben, Österreicher und Schweizer seien (neben der badischen Firma Herrenknecht natürlich ;) fleißige Tunnelbohrer. Weit gefehlt! Was sich die Norweger beispielsweise die Anbindung eines Weilers an das Straßennetz kosten lassen, ist unglaublich. (Geld haben sie ja.) Überhaupt sind wir auf dieser Strecke durch so viele Tunnels gefahren wie noch nie. Am imposantesten waren aber die beiden, die jeweils eine Lofoteninsel mit der nächsten verbinden und dabei unter einem Fjord hindurchführen, der natürlich entsprechend tief ist...