Freitag, 12. Dezember 2008

Juleoratoriet

Hei!

Zum letzten Mal in diesem Jahr ein Eintrag aus Trondheim. Gestern war ich mit ein paar Freunden im Nidarosdom, wo der Domchor gemeinsam mit dem Trondheim Symfoniorkester das Weichnachtsoratorium vom Bach gespielt hat (bzw. wie ich mir erklären ließ, einen Teil davon; für Kenner: Kantate 1-3). Es war ein sehr stimmungsvoller Abschluss von einer sehr schönen Zeit, die im Sommer mit Hitzetemperaturen begonnen und jetzt sehr frostig (dafür aber mit toller Schneelandschaft und klaren Nächten) in die Winterpaue geht.
Im nächsten Jahr wird einiges anders als ursprünglich geplant. Zachi zieht es im März zum Studium zu den Eisbären nach Spitzbergen (Svalbard) und ich werde wohl ab diesem Zeitpunkt wieder in südlicheren Gefielden studieren, da ich genau die Kurse und Prüfungen, die ich für den Abschluss des 2. Studienabschnittes (bevor es dann in das letzte "klinische-praktische" Jahr geht) hier leider nicht machen kann und sich im Endeffekt dieser Kompromiss für mich ergeben hat. Nähere Details aber gerne persönlich!
Vielen Dank für die zahlreichen Besuche und Einträge. Wir haben uns sehr darüber gefreut aber noch größer ist die Freude, alle wieder "in echt" zu sehen.

Ha det bra!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Eiszeit

Guten Morgen (noch aus Trondheim)!
Bei kuscheligen -16°C werde ich mich noch auf den Weg zu einem (langen) Unitag machen, der dann aber mit Bachs Weihnachtsoratorium im Nidarosdom einen würdigen Abschluss finden wird. Da heute sowohl meine Bremsen, als auch meine Gangschaltung eingefroren sind (vom Schloss gar nicht zu sprechen), werde ich heute nicht mit dem Rad fahren...
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, euch noch vom meinem Julebord (Weihnachtsfeier) meines Medizinstudium-Jahrganges zu schreiben und es gibt auch noch einige schöne Fotos vom winterlichen Trondheim. Mal sehen, ob sich das noch alles ausgeht, bevor ich morgen ebenfalls die Flucht vor der Kälte antrete. Vi snakkes!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Tilbake i Tyskland

Kjære lesere!

Nachdem ich aus Trondheim noch keine Neuigkeiten gelesen habe, will ich noch was aus südlicheren Gefilden schreiben. Es könnte gut passieren, dass dies für dieses Jahr meine letzte Meldung bleibt - schließlich ist unser Blog ja ein Norwegen-Blog und kein Schwarzwälder Bote.
Und noch was ist mit aufgefallen: Wir haben schon bald 100 Einträge für euch gepostet! Ich hoffe, das Lesen war interessant und hat Freude gemacht. Anregungen werden natürlich auch weiterhin gerne aufgenommen...

Gestern Abend haben Sunna und ich ein kleines Weihnachtskonzert veranstaltet. Eigentlich war ja angedacht, dass viele Leute was beitragen könnten (z.B. Weihnachtslieder), aber im Endeffekt wurde es dann doch ein Vorspiel unsererseits. Wir hatten ja schon längere Zeit immer wieder nach dem Sprachkurs in Dragvoll Schuberts Fantasie zu vier Händen in f-moll nur so zu unserer Freude gespielt. Irgendwann hatte Sunna dann die Idee, wir könnten auch anderen eine Freude machen und ein kleines "Konzert" organisieren. Leider gab es mit der Hörsaalreservierung Probleme, da sie schlichtweg abgesagt wurde. Glücklicherweise konnte Teresa uns mit einem Klavier im Krankenhaus aushelfen. Dieses hatte zwar einen etwas dumpfen Klang, dafür stand aber ein Weihnachtsbaum daneben und die Stimmung war sehr nett. Auf Sunnas Einladung kamen auch tatsächlich ziemlich viele Mitstudenten, die sich (hoffentlich) alle gefreut haben. Wir fanden es jedenfalls sehr schön. Im Anschluss daran haben wir bei Simon Pizza gegessen.

Heute habe ich meinen Koffer fertig gepackt und bin nach viereinhalb Monaten Norwegen wieder in den Schwarzwald zurückgekehrt. Nach der dicht gedrängten Klausurephase darf ich nun sozusagen die verpassten Sommerferien nachholen und den restlichen Advent ohne Uni genießen. (Wann kommt so was schon vor??)
Die Flugreise mit SAS über Oslo nach Frankfurt hat sehr gut geklappt. Zu Beginn war sogar noch richtig schönes Wetter ohne Bedeckung, sodass ich den Snøhetta und das Rondane-Gebirge sehen konnte. Alles weiß! Im Laufe der Reise wurden die Flugplätze immer größer und unübersichtlicher, die Temperaturen stiegen und das Wetter verschlechterte sich. Lieber richtig kalt als nass-kalt! Aber so ist der heimische Winter eben. Auf der restlichen Heimfahrt habe ich dann noch Wiesloch und Durlach samt Turmberg (schon fünf Monate nicht mehr hochgerannt!) gegrüßt.

Nun freue ich mich sehr, mal wieder zu Hause zu sein - nicht für lange zwar, aber für ein Treffen reicht es allemal! An der Haustür fand sich das nette Schild "Hjertelig velkommen heime" mit norwegischer Flagge.

Ich wünsche euch allen weiterhin eine besinnliche Adventszeit und danke für euer Interesse.

God klem fra Zachi

Montag, 8. Dezember 2008

Hopprenn-Weltcup

Hallo zusammen!

Heute haben wir unsere letzten Prüfungen hinter uns gebracht. Für Teresa gab es eine mündliche in Nephrologie, die ganz gut lief. Bei mir war es eine vierstündige Klausur im Fach "Seismic Wave Propagation". Die war auch ganz in Ordnung. Damit sind nun alle universitären Pflichttermine geschafft und endlich Ferien, nachdem es im Sommer ja gar keine für uns gab. Am Mittwoch werde ich dann auch schon heimfliegen. So langsam freue ich mich auch schon sehr darauf, alle wiederzusehen.

Nun aber noch ein kleiner Bericht zu gestern. Wir waren auf dem FIS Weltcup in der nordischen Kombination und im Skispringen bei Granåsen (Vorort von Trondheim). Natürlich war es einigermaßen kalt, aber zum Glück nicht so sehr (nur -5°C), da wir dort dreieinhalb Stunden herumstanden - nur unterbrochen vom Aufwärmhüpfen. Die Atmosphäre war sehr gut und wir haben viele Bekannte aus dem Kreis der internationalen Studierenden wiedergetroffen, die wir teils schon eine Weile nicht gesehen hatten.
Zuerst stand die nordische Kombination auf dem Programm. Um nicht noch länger draußen zu sein, kamen wir da aber erst zum 10 km Langlaufen hin. Nach seiner wohl überragenden Leistung beim Springen war der Weltcupführende Anssi Koivuranta aus Finnland in dieser Disziplin nicht mehr einzuholen. Er hat sich bei der Zieleinfahrt auch noch seelenruhig eine finnische Fahne geben lassen. Auch um den zweiten Platz gab es keinen Kampf, nachdem Björn Kircheisen den zuvor an zweiter Stelle liegenden Österreicher gleich in der ersten Runde abgehängt hat. Später gab es dann aber doch noch Zielsprints.
Und wer von euch hat Fernsehen geguckt? Es könnte schließlich sein, dass man uns irgendwo mal im Bild sah. Grüne Jacke... ;)
Beim Skispringen haben wir sowohl die erste Runde als auch das Finale gesehen. Nachdem ich bei der nordischen Kombination erfolgreich für Deutschland war, konnte ich beim Skispringen getrost eine Österreich-Flagge auf der Backe tragen. Aber geholfen hats nicht viel... Erster wurde Simon Ammann (auch gut), der bei seinem ersten Sprung sogar 140 m gesprungen ist, womit Gregor Schlierenzauer am Vortag den Schanzenrekord eingestellt hat. Gefolgt wurde er von Matti Hautamäki als zweitem. Und dann folgten doch noch drei Österreicher.
Es war jedenfalls ein sehr nettes Erlebnis. Nicht zu vergessen, die vielen Fahnen. Vor allem die Anzahl der polnischen Flaggen war erstaunlich hoch.

Es grüßt euch (noch) aus Trondheim...

Freitag, 5. Dezember 2008

Nesten ferdig

Hallo!

Heute ist es bei uns auch tagsüber richtig kalt, die Temperaturen liegen laut Anzeige im zweistelligen Minusbereich. Dafür ist das Wetter umso schöner und solange die Sonne sich blicken lässt, haben wir eine hübsch beleuchtete Schneelandschaft.

Ich bin heute wieder um 8 Uhr ins Trondheim Spectrum aufgebrochen, wo die meisten Klausuren geschrieben werden und habe meine vierstündige "Romteknologi 1"-Prüfung hinter mich gebracht. Nach dem gestrigen dicht gedrängten Lerntag muss ich sagen, es war ganz gut. (Für Insider: Es kam sogar eine Frage nach den 6 Keplerelementen...) Auch bei der "Gravimetrie und Magnetometrie"-Prüfung mündlich hatte ich ein gutes Gefühl. Lustig war, dass sowohl Prüfer als auch Zensor deutsch waren, wir die Prüfung aber trotzdem auf Englisch abgehalten haben, um die Chancengleichheit zu wahren. Ich finde, wir hätten es auch auf Norwegisch versuchen können. Schließlich hatten wir gestern ja schon eine mündliche Prüfung in Norwegisch. Die war ganz nett, eben mehr so ein Gespräch, wo man zeigt, wie gut (oder nicht) man mit der Sprache umgehen kann.

Nun ist endlich Wochenende und wir freuen uns, dass am Sonntag ein Weltcup-Skispringen in Trondheim ausgetragen wird.

Hjertelig hilsen

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Schnee und sonstiges

Hei!
Nachdem es heute Nacht wieder geschneit hat, gibt es noch einmal ein paar Schneefotos, auch wenn sie inhaltlich nicht zu dem passen, was ich schreiben will. Da wir heute beim Langlaufen wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen haben (und das mitten am Nachmittag!) bekommt ihr zuerst einmal die aktuellen Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsdaten von heute mitgeteilt. Bin gespannt, wie viel früher es hier noch dunkel werden kann. Immerhin geht es ja noch ungefähr 3 Wochen so weiter, dass die Tage immer kürzer werden!!
  • Soloppgang 9:33
  • Solnedgang 14:43
Es ist schon ein bisschen seltsam, wenn die Sonne zum Mittag bereits so tief steht (bzw. sie seit dem Sonnenaufgang gar nicht wirklich hoch über dem Horizont heraus kommt), dass man glaubt, es ist bereits spät am Nachmittag. Aber dafür hat der Himmel meist sehr schöne Farben, leider ist der Fotoapparat nicht immer dabei... allerdings wirkt es am Bild meist nie so beeindruckend wie in echt.

Ansonsten ist die Dunkelheit nicht wirklich schlimm, man könnte sich schon daran gewöhnen, aber irgenwie ist es auch schade, wenn die Tage dadurch so kurz werden.

Morgen in der Früh haben wir unsere mündliche Prüfung vom Norwegischkurs, nach der schriftlichen Prüfung (6h find ich schon ein bisschen übertrieben, so lange war nicht einmal unsere Deutschmatura...) am Dienstag ist das jetzt der Abschluss.
Schon komisch, dass der Kurs jetzt vorbei ist, denn seit Ende Juli haben wir unseren Norwegischlehrer Peder mindestens 2 Mal die Woche gesehen haben (@ Florian: es wird dich vielleicht freuen, dass er letztens wusste, dass "der" Grazer Fußballklub Sturm Graz heißt und dass es da noch einen anderen gab... :)
Aber leider macht er den weiterführenden Kurs (der eigentlich gar nicht notwendig ist, weil unser Kurs bereits dazu berechtigt, in Norwegen zu studieren und zu arbeiten) nicht weiter und außerdem war es ja auch sehr zeitaufwendig und ich hab ja im Krankenhaus auch genug Möglichkeiten, Norweger zu treffen und mich mit ihnen zu unterhalten. Deswegen werde ich diesen Kurs nicht machen. Mittlerweile verstehe ich zum Glück fast alles und hab auch das Gefühl, dass ich das sagen kann, was ich will... Besser werden kann man natürlich immer, aber ich merke, dass nach dem schnellen Fortschritt am Anfang, jetzt einfach mehr Aufwand notwendig ist, um besser zu werden.
Die Prüfung am Montag (Nephrologie) werde ich übrigens auf Norwegisch machen. Die Urologieprüfung letzten Montag war allerdings auf Englisch, weil der Arzt auch Däne war und den Dänen sagt man hier in Norwegen nach, dass sie "wie mit einer Kartoffel im Hals" sprechen. Auf jeden Fall ist es wohl selbst für die Norweger schwer verständlich, obwohl die Schriftsprachen nahezu ident sind.
Wie Zachi schon geschrieben hat, wurden wir in der mündlichen Prüfung ziemlich lang "gezapft", aber es lief total gut. Irgendwie finde ich solch eine Art von Prüfung viel besser, als wenn wir zuhause in Graz mittels Multiple Choice immer irgendwelche dummen Fakten (z.B. tritt diese Nebenwirkung in 3, 7, 11 oder 14 Prozent der Fälle auf??!) abgeprüft werden.
Der Arzt kam gerade von einer Operation und hat mir von den Symptomen der Frau erzählt, als sie vor einem Jahr das erste Mal einen Arzt aufgesucht hat und dann hat er mich gefragt, was ich gemacht hätte (welche Untersuchung, welches Medikament, etc...) auf jeden Fall war es absolut praxisorientiert. Und dann wollte er auch ziemlich viele Details wissen, aber es hat im sichtlich Spaß gemacht, weil am Ende der Prüfung hat er sich sogar bei uns bedankt. Das ist mir auch noch nie passiert...

So, jetzt werde ich als Vorbereitung für morgen noch eine Folge von "Janosch Drømmeverden" (Janosch Traumstunde) auf Norwegisch anschauen (die deutschen Folge wurden einfach für norwegische Kinder synchronisiert und sind aber sehr unterhaltsam für mich).

Ha det bra!

Dienstag, 2. Dezember 2008

Første eksamener

Hallo zusammen!

Um unseren Blog nicht ganz veröden zu lassen, schreibe ich ein paar Zeilen über den Beginn unserer stressigen Prüfungswoche. Außer dass wir sehr erschöpft sind, gehts uns ganz gut.

Ich musste gestern nach Teresas wunderschöner Geburtstagsfeier am Sonntag als erster ran. Die vierstündige Klausur über "Seismic Data Acquisition and Processing" fand im Spectrum statt. Dies ist ein Sport- und Kongresszentrum, das hinter dem St. Olavs Hospital gelegen ist. Dort wird ein Großteil aller schriftlichen Prüfungen an der NTNU abgehalten und entsprechend viele Leute sind am Montagmorgen dorthin "gepilgert". Unser Kurs hat (mit anderen zusammen) in einem abgetrennten Teil einer größeren Turnhalle geschrieben. Die Prüfung war nach meinem Empfinden angemessen und ganz ok. Zumindest war meine Vorbereitung darauf recht passend.
Teresa hatte am Nachmittag ihre erste mündliche Prüfung, die im Fach Urologie war. Sie und Stephi wurden ganz schön lange befragt. Aber auch bei ihnen war alles ok.

Heute war unsere 6-stündige schriftliche Norwegisch-Prüfung. (Das mündliche findet am Donnerstag statt.) Die Aufgaben waren ein Diktat über "Det norske oljeeventyret", eine Lückenaufgabe (recht komplex), eine Auswahlaufgabe mit Ausdrücken und ein Aufsatz. Für den Aufsatz standen vier Themen zur Auswahl, wobei sowohl Teresa als auch ich über die NTNU und unsere persönlichen Erlebnisse und Meinungen dazu geschrieben haben.
Heute Abend dürfen wir dann vielleicht wieder auf besseren und längeren Schlaf hoffen.

Liebe Grüße

Sonntag, 30. November 2008

I dag er årets beste dag!

Hallo ihr Lieben!!

in der letzten Zeit war es ein bisschen ruhig hier im Blog, was vor allem daran lag, dass morgen die Examenswoche beginnt und alle mit Lernen beschäftigt sind. Der Schnee liegt zum Glück immer noch vor dem Fenster und mittlerweile ist es auch wieder so kalt, dass alles schön vereist ist (v.a. die Gehsteige, was die hohe Rate an Schenkelhalsbrüchen in Norwegen erklärt....)

Vielen vielen Dank an euch alle für die lieben Glückwünsche und auch Packerl... ich hab mich unglaublich gefreut!
Gestern waren wir bei einer Wohnungseinweihungsfeier eingeladen und da es dann schon nach Mitternacht war, wurde auch gleich auf meinen Geburtstag angestoßen.
Heute früh (es war noch stockfinster vor unserem Fenster) bekam ich auch einen Anruf aus Österreich, wo die Helligkeit nicht ganz so geizig ist wie hier (aber keine Sorge, wir verfallen noch nicht in Winterdepressionen, zumal wir die "schlimmste" Zeit auch gar nicht miterleben werden.... da sind wir schon wieder daheim :)

Und dann gab es ein leckeres WG-Frühstück und es war total nett, dass sich alle so viel Zeit genommen haben! Zuza und Benoît (unsere polnisch-französischen Mitbewohner) haben einen Kuchen gebacken und ich hab alle 23 Kerzen auf einmal geschafft!! Da muss mein Wunsch dann ja in Erfüllung gehen...

Jetzt werden wir noch versuchen, ein bisschen zu lernen, bevor dann am frühen Abend noch ein paar liebe Leute kommen und wir gemeinsam feiern. Schließlich hat man nur einmal im Jahr Geburtstag!

Euch einen wunderschönen Adventsonntag und TUSEN TAKK für eure Glückwünsche!!

Montag, 24. November 2008

Langrenn i Bymarka

Hallo zusammen!

Heute gibts dann doch Schneefotos (in den nächsten Tagen vielleicht noch mehr), die Teresa gestern nicht bieten konnte. Für nach dem Frühstück hatten wir mit Vivienne und Norbert, unseren deutschen Wohnungskollegen, ausgemacht, zum Langlaufen in die Bymarka zu fahren. Bevor wir aber ans andere Ende von Trondheim fahren konnten, mussten wir erstmal das Auto einsatzfähig machen. Und das beschränkte sich heute nicht nur auf Scheiben freikratzen, sondern wir mussten außerdem die Türen mit Heißwasser behandeln, um überhaupt irgendeine aufzukriegen. Dabei hat Teresa erkannt, warum manche Leute, die viel Auto fahren, den Winter nicht so mögen.

Die Temperaturen waren auch den restlichen Vormittag über recht kalt, aber dafür gab es keinen Niederschlag. Wir haben das Auto ziemlich am Rand der Bymarka stehen lassen, um nicht weiter hoch auf eisigen Straßen fahren zu müssen. Dadurch durften wir anfangs immer bergauf laufen. Ich muss sagen, es geht immer besser, auch wenn die Norweger an manchen Steilstellen einfach so hochlaufen, wo wir immer wegrutschen. Wahrscheinlich haben gut präparierte Wachsski doch was für sich! Außerdem fahren sie mit ihren Langlaufski teilweise ganz schön wild die Waldwege runter. Wir dachten am Anfang eher, dass der abschüssige Rückweg ziemlich schwer wird. Die Steigungen waren dann aber am Ende eher lustig und es hat großen Spaß gemacht.
Eine Skitour, wie mancher Leser sich vielleicht wünscht, war das natürlich nicht gerade, eher ein Langlauf-Spaziergang. Aber wir lernen dazu. Ich für meinen Teil kann ja auch gar keine Skitouren gehen, sondern versuche 3 Jahre nach meinen ersten Skischritten viel mehr, etwas sicherer zu werden.

Zurück in unserem Heim haben wir den restlichen Tag mit Lernen verbracht. Ich habe diese Woche weitestgehend keine Vorlesungen mehr, um auf die Examen in der nächsten (anstrengenden) Woche lernen zu können. Zwischen den einzelnen Klausuren wird für die Vorbereitung ja eh keine Zeit bleiben.
Außerdem haben wir gerade auch mein neu erworbenes Gebraucht-Fahrrad mit "piggdekk" (Spikereifen) ausgerüstet, damit ich morgen gut in die Uni komme.

Viele Schneegrüße

Sonntag, 23. November 2008

Pepperkake

Hei hei!

Nachdem uns von den bisherigen Langlaufaktivitäten (gestern waren wir etwas weiter in der Strindamarka, allerdings sind uns die Steilstücke sowohl bergauf als auch bergab noch nicht ganz geheuer) noch einige "Andenken" (=Muskelkater) geblieben sind, hat sich heute das Alternativprogramm Lernen und Pfefferkuchen/Kekse backen ergeben. Unsere Mitbewohner hatten da ganz schönen Ergeiz und haben unterschiedlichste Teige vorbereitet. Unser Part war, dass wir die Ausstechformen beigesteuert und beim Ausstechen auch ganz ordentlich genascht haben... Das war sehr fein :)
Am Nachmittag haben wir einen Schneespaziergang nach Dragvoll gemacht und es war richtig schön durch den Schnee zu stapfen. Bin richtig froh, dass ich meine Schneestiefel doch mitgenommen hab, obwohl es damals im Juli beim Packen sehr seltsam war, den meisten Platz im Koffer für Wintersachen zu brauchen. Es war heute wieder ganz schön kalt, nachdem es gestern sogar so warm war, dass es auf den schönen Schnee geregnet hat. Sooo eine Frechheit! Aber zum Glück geht die Temperaturprognose in den nächsten Tagen tendenziell nach unten.
Besonder schöne Schneebilder gibt es noch nicht, aber nicht zuletzt durch den Wintereinbruch "im Süden" müssen wir euch nicht mehr demonstrieren, wie eine verschneite Landschaft ausschaut.
Wir konnten in Dragvoll im Übrigen zwar ins Unigebäude (mit unserer Studentenkarte plus Pincode), allerdings waren die Klaviere in den Hörsälen für uns nicht zugängig. Das war schade. Aber der Winterspaziergang hat sich auf alle Fälle gelohnt. Nordlicht gab es leider keines, dafür aber eine Sternschnuppe am Himmel. Auch nett...
So, jetzt werde ich mit der Maschenprobe von Zachis Pullover beginnen.

Euch eine gute neue Woche!

PS: auch auf diesem Weg noch einem vielen vielen herzlichen Dank für die Packerl, die wir am Samstag sowohl im Postkasten als auch bei der Post vorfanden! Bis auf das "Fresspaket", das schon geöffnet wurde, werden die anderen bislang noch unter meinem Bett gehortet und erst in einer Woche hervorgeholt. Ich freu mich schon sehr!

Freitag, 21. November 2008

Langrenn

Hallo aus dem mittlerweile tiefst verschneiten Trondheim!

Ich beginne gleich mit der Neuigkeit des Tages: wir haben uns nach längerem Überlegen und Suchen Langlaufski zugelegt [@Peter: das Geld, das man sich am Busticket spart, kann man da ja gleich wieder anderswertig anlegen]. Schlussendlich wurden es dann doch Schuppenski.
Natürlich sind wir heute Abend sofort raus (man kann direkt vor der Haustür die Ski anschnallen) in die Strindamarka, und die Dunkelheit war dank Flutlicht und unseren Kopflampen zum Glück kein Hindernisgrund. Der einzige Haken (neben unserer fehlenden Technik... ich war beispielsweise das letzte Mal als Kind langlaufen und hab mir leider nicht viel davon gemerkt...) war, dass die Strindamarka ja ziemlich bergauf und bergab geht. Aber die Stellen, die flach waren, haben schon richtig Spaß gemacht. Wir haben uns vorgenommen, jetzt regelmäßig weiter zu üben und dann wird das hoffentlich auch mit der Techik besser. Zum Glück konnten uns unsere Wohnungskollegen etwas weiterhelfen, die haben ja auch ihre Langlaufskier nach Norwegen mitgenommen und sind da etwas erfahrener.

Ansonsten gibt es noch zu erwähnen, dass gestern wieder eine Extrem-Wetterwarnung für Trondheim gab und wir hatten auch tatsächlich einen ziemlichen Schneesturm hier. Aber wenn man im Holzhäuschen sitzt und heiße Schokolade trinkt, kann man ihn auch genießen :)
Die (Auto)Fahrverhältnisse auf der Straße sind leider nicht so toll, man muss wirklich sehr sehr vorsichtig fahren (und das überlasse ich auch immer gerne dem Zachi...).
Dafür kann ich berichten, dass die Spikereifen sehr gut greifen und das es schon gut war, auf die Norweger zu hören. Meine Studienkollegen meinten, dass die beste Investition hier Spikereifen sind, die hier im übrigen "piggdekk" heißen. Ohne solche kann man im Winter wirklich nicht Rad fahren und mit Winter ist hier die Zeit bis Mitte April zu bezeichnen. Böse Zungen behaupten, es gebe hier sowieso nur 2 Jahreszeiten (Winter und Sommer)... wir werden sehen und berichten.

Also dann, viele Grüße und ich hoffe, dass wir morgen ein paar schöne Schneefotos herzeigen können!

Mittwoch, 19. November 2008

Fjord Instruments

Hei!

Bevor ich heute vielleicht wenigstens ein bisschen früher ins Bett gehe, um mein Schlafdefizit auszubessern, will ich noch kurz was über meinen gestrigen Besuch in Bergen schreiben. Warum war ich schon wieder dort? So nah ist es nun wirklich nicht. Aber unser "Seismic Waves"-Kurs hatte das Glück, von der Firma "Fjord Instruments" eingeladen zu werden. Dieser Betrieb gehört zu Schlumberger und stellt in Knarvik nahe Bergen Streamer (für marine Seismik) her.

Die Organisatoren hatten unseren Hinflug für 6.30 Uhr ab Lufthavn Trondheim-Værnes und unseren Rückflug mit Ankunft um 23.30 Uhr ebendort gebucht. Daher durften wir wieder sehr früh aufstehen und aus dem Flugzeug hat man leider auch nichts als schwarz gesehen. In Bergen-Flesland wurden wir von einem Bus abgeholt und nach Knarvik gebracht. Nach der erstaunlich ausführlichen Sicherheitseinführung (wahrscheinlich wollten sie zeigen, wie groß Sicherheit bei ihnen geschrieben wird) haben wir einige Vorträge gehört (mehr und minder interessant) und Essen in der Betriebskantine bekommen. Am Nachmittag durften wir die Fertigungshallen besichtigen, was sehr interessant war.

Um 16 Uhr wurden wir ins Zentrum von Bergen gefahren und durften in demselben "Peppes Pizza" Restaurant speisen, wo Teresa und ich schon vor zweieinhalb Wochen waren. Nach dem feinen Essen hatten wir sogar noch Zeit, ein bisschen durch die Stadt zu schlendern, was wir in einer bunt gemischten Erasmus-Norweger-Gruppe auch getan haben. Der Heimflug war trotz Müdigkeit auch ganz in Ordnung. Auf der Heimfahrt vom Flughafen waren die Straßen allerdings etwas verschneit, sodass wir sehr vorsichtig waren.

Über Nacht hat es dann noch mehr geschneit und heute Morgen war alles weiß. Eine unserer Wohnungskolleginnen wollte (und ist wohl auch) dementsprechend mit den Ski in die Uni fahren. Hoffentlich haben die dabei nicht so sehr gelitten. Während Teresa den Bus genommen hat, bin ich wieder mit dem Fahrrad herumgerutscht. Und diesmal wirklich, da einfach zu viel Schnee und Matsch für Reifen ohne Profil lag. Auf dem Heimweg musste ich dann über weite Strecken schieben.

Für Teresa haben wir am Abend Spike-Reifen gekauft. Dadurch lässt sich dann hoffentlich die Buskarte vermeiden. Allerdings mussten wir dazu relativ lange suchen, da die günstigen Modelle derzeit alle ausverkauft sind. Nach dem erfolgreichen Kauf haben ich/wir die Reifen dann auch gleich noch montiert. Die Bremsen waren natürlich auch wieder nachzustellen. Damit sollte morgen dann ein guter Uniweg gesichert sein.

Vennlig hilsen

Dienstag, 18. November 2008

Sie ist nicht mehr (lange) da

Hallo aus dem verschneiten und dunklen Trondheim!
Naja, um diese Uhrzeit (kurz vor Mitternacht) darf es ja auch schon finster sein. Allerdings finde ich es nicht ganz so berauschend, dass die liebe Sonne sich (wenn sie sich zeigt) schon um ca 15h wieder verzieht. Andererseits bekommt man dann auch schöne Sonnenuntergänge zu sehen, und das, ohne lang aufbleiben zu müssen :)

Das Foto wurde gestern um exakt 15h15 aufgenommen, im Bild sieht man auch die tolle Hochspanungsleitung und das Hochhaus von Risvollan, das auch vom Flugzeug aus gut sichbar war und unter anderem unsere Bibliothekszweigstelle, das Ärztezentrum und meinen Wollladen beherbergt.

Während Zachi heute in Bergen war (er wird sicher einiges selbst zu berichten haben), durfte ich auf dem Weg zum Sprachkurs (und vor allem beim Weg zurück) einen richtigen Schneesturm miterleben. Die Betonung liegt in dem Fall vor allem bei Sturm. Da gefällt mir Sturm (plus Maroni) bei uns daheim besser, aber diese Zeit ist wohl auch schon vorbei.

Vor kurzem durfte ich bereits ein erstes Riesengeburtstagpaket (vielen, vielen Dank nochmal auf diesem Weg an die Absender!!) bei der Post abholen und jetzt steigt die Vorfreude auf die Geburtstags-, Advents- und Weihnachtszeit stündlich an!!

In den letzten Tagen habe ich auch ziemlich viel Nephrologie gelernt, da hab ich am 8.12. Prüfung, in Urologie haben wir leider noch keinen Prüfungstermin, weil der Professor jetzt in Krankenstand und eigentlich auch schon in Pension ist.... etwas kompliziert, aber wir haben schon eine Alternativlösung in die Wege geleitet, sodass auch das hoffentlich noch vor Weihnachten klappt. Dann kann ich mir in der Folge das Modul "Metabolismus und Elimination" (wie das Grazer Medizincurriculum zu den beiden Fächern sagt) anrechnen lassen!!

So, jetzt werde ich mich auch auf den Weg ins Bett machen, morgen beginnt mein Praktikum in Pädiatrie auf der Neugeborenenstation, da freu ich mich schon.

Bis demnächst!

Sonntag, 16. November 2008

Er ist da

Hei alle sammen!

Nach meiner Vermutung über den Benzinpreis darf ich gleich zu Beginn zu Protokoll geben, dass der Liter Diesel und auch der Liter Normalbenzin nun unter 10 NOK kosten. Das wird sich wahrscheinlich gleich morgen wieder ändern (wie an jedem Wochenbeginn), aber immerhin.

Nun einige Worte über unser Wochenende. Der gestrige Tag ist schnell erzählt. Wir sind unserer Hausputzverpflichtung nachgekommen, die alle drei Wochen ansteht, und haben viel Wäsche gewaschen. Dabei habe ich mir ungeschickterweise ziemlich arg den Rücken am Waschbecken angestoßen, sodass es jetzt noch weh tut.
Für den Abend haben wir Kristina, Stephi und Torsten (und andere, die nicht konnten...) eingeladen, um Film(e) zu schauen. Dazu haben wir am Nachmittag in der Bibliothek "Kristin Lavransdatter" ausgeliehen. Das ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sigrid Undset, die einen der drei norwegischen Literatur-Nobelpreise eingeheimst hat. Den Film mit der epischen Länge von 3 Stunden fanden wir allerdings nicht so prickelnd. Es ist eben ein Mittelalterfilm. Aber selbst die weiblichen Zuschauer konnten den Verkleidungen nichts abgewinnen. Nach diesem Film und feinen Zimt-Muffins von Kristina haben wir dann lieber nichts mehr geschaut, da alle zu müde waren. Ich hätte ja noch einen weiteren norwegischen Film mit dem wunderschönen Namen "Mongoland" anzubieten gehabt...

Heute haben wir das Ausschlafen genossen und aus dem Fenster dem in kurzen Intervallen wechselnden Wetter zugeschaut. In einer der sonnigen Phasen beschlossen wir dann laufen zu gehen. Aber kaum waren wir 100 m vom Haus entfernt, gabs auch schon dichtes Schneegestöber. Wir sind dann trotzdem weitergelaufen und haben eine kleine Runde durch die Strindamarka gedreht. Später gabs dann feines Essen, das an die Küche zu Hause erinnerte. Wir haben Sauerkraut mit Leberwurst und Kartoffelpüree gemacht.
Seit wir wieder drin waren, hat es draußen wohl noch etwas mehr geschneit und vor allem ist auch die Temperatur runtergegangen, sodass auch was liegen bleiben konnte. Jedenfalls lag eine richtig schöne Schneeschicht, als wir um acht Uhr ins Orgelkonzert fahren wollten. Wir sind dann trotzdem gefahren und haben vorsichtig die Schlittenfahreigenschaften der norwegischen Straßen ausprobiert. Mit Räumen und Streuen haben es die Norweger nämlich nicht so...
Das Konzert war wieder in der Vår Frue Kirke. Ein Orgelprofessor aus Oslo hat Werke deutscher romantischer Komponisten gespielt: Brahms, Schumanns 6 BACH-Fugen und von Ritter die Sonate Nr. 3. Das Konzert hat uns sehr gut gefallen.

Und nun sind wir gespannt, wie sich die vorweihnachtliche Schneepracht (und das Radfahren auf der selbigen) weiterentwickelt.

Beste hilsen

Freitag, 14. November 2008

Exxon-Präsentation und Interview

Hei!

Nun ist die zweite Novemberwoche auch vorüber. Für mich war einiges an Uni und wieder Sprachkurs. Und schönes Klavierspielen jeweils nach dem Sprachkurs in Dragvoll. Die Schubert-Fantasie ist wunderschön und vielleicht schaffen wir es ja bis Dezember, sie angemessen aufzuführen.
Ansonsten waren Fabienne und ich heute mit unserem Promax-Projekt sehr erfolgreich und haben den Text zu Ende geschrieben. Man könnte die Daten natürlich noch viel weiter bearbeiten, um ein besseres Abbild des Untergrunds zu erzeugen, aber wir finden, das bisherige reicht aus. Schließlich haben wir schon genug Fehlermeldungen erzeugt. Und 20 Seiten für die Dokumentation sind ebenfalls genug.
Achja, mein Aufsatz über "Approaching the Vagabonds of the Solar System" wurde letztes Wochenende auch fertig. Zu meinem Unverständnis wird der aber (im Gegensatz zum Promax Projekt) nicht in die Endnote des betreffenden Fachs eingehen. Nach einer Beschreibung der verschiedenen Himmelkörper in Erdnähe, die kleiner als Planeten sind, folgten Missionen zu diesen und zum Schluss einige denkbare Möglichkeiten der planetaren Verteidigung, falls ein Asteroideneinschlag bevorstünde.
Am Mittwochabend war außerdem wieder eine Firmenpräsentation in der PetGeo-Fakultät. Diesmal hatte sich der weltgrößte Konzert Exxon Mobil angekündigt. Die Präsentation war dementsprechend professionell. Und Pizza gabs auch wieder. Am nächsten Tag habe ich dann ein Screening Interview für einen Sommerjob mitgemacht. Es kann ja nicht schaden, die Situation zu kennen und etwas zu üben. Wir haben unser Gespräch dann auf Norwegisch geführt, was aber ganz gut ging, sodass er Interviewende am Ende ganz erstaunt war, dass ich die Sprache erst seit Frühjahr erlerne. Das hört man doch gerne. Und ein bisschen Sprachpraxis kann ja nicht schaden.
Achja, zum Thema Öl fällt mir ein: Der Benzinpreis hier ist derzeit so niedrig, wie wir es noch nicht gesehen haben. Mit den 10,19 NOK von heute könnte es sogar sein, dass wir bald einen einstelligen Betrag auf der Anzeigentafel lesen dürfen. Wie sieht das zur Zeit in Mitteleuropa aus?

Für das Wochenende haben wir nicht viel geplant. Es soll leider auch eher regnen. Nachdem die Straßen gestern sehr glatt waren, ist es heute aber wieder geradezu warm. Die Sonne allerdings steht auch um die Mittagszeit nur knapp über dem Horizont, wobei dieser natürlich nicht bei 0° (wie z.B. am Meer) liegt, sondern aus einem bewaldeten Hügel besteht. Trotzdem beunruhigend! Aber den Tiefpunkt am 21. Dezember werden wir ja gar nicht miterleben. ;)

Viele Grüße

Dienstag, 11. November 2008

Zimtschnecken statt Martinigänsen

Hallo ihr lieben Leser!

Keine Sorge, wir sind hier oben im Norden noch nicht komplett eingeschneit und die Sonne geht auch noch jeden Tag auf (allerdings auch jeden Tag wieder ein ganzes Stück früher unter).
Der Grund für unser Stillschweigen auf diesem Blog war eher, dass es einerseits nicht so sonderlich Aufregendes zu berichten gab und wir andererseits trotzdem ganz schön viel zu tun hatten und auch noch immer haben...
Das Wetter ist zur Zeit ganz ok, es ist wieder wärmer geworden und hat über Tags Plusgrade, was das Fahrradfahren wesentlich angenehmer macht. Mittlerweile haben schon einige andere von unseren Kollegen von mehr oder weniger bösen Fahrradstürzen zu berichten gewusst, unser Mitbewohner hat sich leider wohl auch seinen Laptop dabei angeschlagen. Tja, die Alternativmöglichkeiten zu Radschlittern sind wohl Busticket oder Spikereifen. Hat jemand mit letzteren eigentlich Erfahrung?
Heute war wieder Norwegischkurs und ich wollte eigentlich zum Martinstag Gänse aus Germteig backen, allerdings war mir das für 20 Leute dann doch zu viel Arbeit und ich habe mich mit Zimtschnecken versucht.
Nach dem Kurs haben Zachi und Sunna (eine deutsche Mitstudentin aus dem Norwegischkurs) in Dragvoll, wo in einigen Hörsälen Klaviere stehen, an Schuberts Fantasie in f-Moll (4-händig) weitergeübt. Ich dürfte glücklicherweise zuhören und hab nebenher ein bisschen weitergestrickt. Schön langsam geht es bereits immer besser mit den Norwegermustern. Allerdings wünscht sich Zachi (leider) keine Handschuhe, sondern (bescheiden wie er ist) hätte er gleich gerne einen Norwegerpulli. Mal schauen, ob ich mich daran auch schon wagen soll...

Also dann, wir müssen schauen, dass unser Brot in den Ofen kommt.
Euch einen schönen Abend und viele liebe Grüße aus Trondheim!

Freitag, 7. November 2008

Nidar-Schokoladenfabrik

Einen wunderschönen guten Abend!

Heute gibts (wie von einem normalen Unitag zu erwarten) nicht so viel zu berichten. Besondere Lust hatte ich auch nicht auf meinen "Seismic Data Processing" Kurs mit Promax, da wir letztes Mal (wieder) Probleme hatten, die wir alleine nicht lösen konnten. Für heute war angekündigt, dass der Betreuer mal wieder da sein würde, und wir dachten, er würde für Fragen zur Verfügung stehen. Allerdings war das nicht seine Meinung. Er hat viel lieber noch einen neuen Processingschritt eingeführt: Predictive und Spiking Deconvolution. (Wem das jetzt was sagt, der kann ja gleich zu ner Ölfirma gehen...) Und so durften wir das auch noch einfügen und kamen nicht wirklich weiter. Etwas frustrierend ist das schon manchmal.

Am Nachmittag waren wir dann mit Teresas Medizinkollegen im Fabrikverkauf der Nidar-Schokoladenfabrik Richtung Lade, wo man sich auch ganz gut durchnaschen kann. Außerdem haben wir "Lade City" besucht und kennen jetzt dann bald alle Einkaufszentren der Region (würde ich sagen).

Fürs Wochenende habe ich mir vorgenommen, den Aufsatz über Meteoriten für Romteknologi zu schreiben. Hoffentlich wird das was... Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass alles etwas zu viel ist (was bei 45 ECTS ja auch nicht wirklich verwunderlich ist), besonders nachdem ich jetzt erfahren habe, dass ich in der ersten Dezemberwoche gleich 5 Prüfungen habe bzw. 19 h Examen, wenn man den darauffolgenden Montag noch mit dazuzählt. Aber dafür kann ich dann danach gleich schon heimfliegen. Ich freu mich schon.

Liebe Grüße

Mittwoch, 5. November 2008

Bergen (Teil 2)

Hei!

Nachdem ich den heutigen Fahrradsturz auf der spiegelglatten Straße -bis auf einige Abschürfungen- gut überlebt habe, darf ich nun weiter von unserem Bergentrip berichten.

Zachi hat ja die gestrige Ausführung damit beendet, dass es am Samstag Abend dann schlussendlich doch -wie es sich für Bergen gehört- zu regnen begonnen hat. Zum Glück war im großen Einkaufszentrum Galeriet, das sich über 6 Stockwerke mit Rolltreppen zieht, einiges zu erkunden und dann war Ulrike auch mit ihrer Probe fertig und wir haben gemeinsam bei ihr zu Hause gekocht. Sie wohnt in einem Studentenwohnheim direkt neben dem Unikrankenhaus (Haukeland sykehus heißt es in Bergen, in Trondheim ist es ja das St. Olav sykehus und Oslo hat wiederum das Rikshospital, wo die Medizinstudenten unterrichtet werden).
Am nächsten Tag (Sonntag) hat es von der Früh geregnet und deswegen hatten wir keine besondere Eile sondern haben erstmal ausgiebig gefrühstückt. Danach machten wir uns auf um das Stadtviertel "Bryggen" zu erkunden. Hier stehen die bekannten Holzhäuser (bzw. eine Häuserzeile, da sehr viel durch Großbrände zerstört wurde) der Hanseaten, die ja über einen recht langen Zeitraum das Leben Bergens mit ihrem Handel geprägt haben.
Wir haben uns dann auch noch den Rosenkranztårnet angeschaut, den man von unten nach oben über kleine Gänge und viele Zimmer durchwandern kann. Oben hat man dann einen netten Ausblick auf Bryggen und den Hafen, diesmal von der anderen Seite (also fast schon so, also ob man sich im Fjord befindet). Für das hanseatische Museeum waren wir dann aber leider schon zu spät und deswegen wollten wir ins Kunstmuseum gehen. Allerdings hatten wir auch dafür nur mehr 1 h Zeit, da in der Nebensaison (und die ist jetzt im Moment eindeutig, wie wir schon auf den Lofoten festgestellt haben, kommen aller Touristen wohl wirklich nur im Sommer) die Öffnungszeiten stark eingeschränkt sind. Und montags haben ja auch hier viele Museen zu.
Also sind wir recht schnell durch 2 von 3 Museen, die zusammengehören, gegangen, haben auch einige Munch-Bilder gesehen und viele von anderen norwegischen Künstlern, was ich auch einmal interessant fand. Aber die Zeit war doch recht knapp und irgendwann schaltet man einfach "ab".
Danach haben wir wiedermal ein "all you can eat" Pizza-Buffet genossen, was hier in Norwegen eine verhältnismäßig günstige Sache ist. Und um 19h30 war dann auch schon Ulrikes Konzert. Ihr Chor hat (passend zu Allerheiligen) das Mozart Requiem gesungen, was sehr schön war. Trotzdem bleibt mein Favorit "Ein deutsches Requiem" von Brahms, das wir mit dem Weizer Musikschulorchester schon mal gespielt haben.

Am Montag war dann unsere letzter richtiger Tag in Bergen und nachdem wir am ersten Tag ja schon den Stadtteil "Nordnes" (der wie eine Landzunge in den Fjord hineinreicht) erkundet haben, waren wir im Univiertel, haben das geophysikalische Institut (von außen) bewundert und auch das tolle Studentenhaus besichtigt, wo es u.a. Hallenbad und Sauna gibt. Das haben wir im Trondheimer Studentsamfundet leider nicht.
Das Stadtviertel war sehr reizvoll, einerseits gibt es den kleinen aber hübschen Nygårdspark, andererseits viele nette Holzhäuschen, vor allem in den älteren Teilen der Stadt. Alle schönen Bilder haben hier ja leider nicht Platz. Aber ihr bekommt eine hübsche Auswahl!

Zum Abschluss waren wir dann noch im "Akvariet" (Aquarium) der Stadt, mit einer netten Auswahl an Reptilien und Fischen und auch Pinguinen und Robben.
Am Abend haben wir noch einmal ganz fein mit Ulrike gekocht (Gemüsesuppe und dann Waffeln) und uns lange unterhalten. Wirklich schade, dass sie damals nach Bergen gegangen ist, wir haben uns schon beim Sprachkurs sehr sehr gut mit ihr verstanden. Allerdings ergab sich dadurch jetzt auch die Möglichkeit für diesen spontanen Kurzbesuch, was auch sehr nett war.
Der Flug zurück nach Trondheim ging schon um 6h40 und wir mussten daher bereits um 4h aufstehen und eine kleine Morgenwanderung zur Bushaltestelle des Flughafenbusse unternehmen. Es ging dann aber alles recht schnell und auf dem Heimflug konnten wir noch einen schönen Sonnenaufgang (ganz rot!) erleben, bevor es wieder in den Trondheimer (Uni)Alltag ging.

So, wir hoffen, dass ihr einen kleinen Eindruck von Bergen gewinnen konntet. Hiermit sei im Übrigen eine absolute Reiseempfehlung ausgesprochen! Und wer Gummistiefel braucht: noch nie habe ich so eine große Auswahl an Gummistiefel und Regenmänteln gesehen :) [Und nirgends kann man sie so gut gebrauchen, auch nicht in Wien und Mainz... Übrigens gabs dort so ziemlich alles aus "Regenstoff", auch Kleidchen.]

Einen schönen Abend, ha det!

Dienstag, 4. November 2008

Bergen (Teil 1)

Hallo zusammen!

An diesem Wochenende haben wir es also endlich geschafft, den Vorurteilen der Trønder gegenüber den Bergensern auf den Grund zu gehen. Und wie so oft dürfte an den Aussagen natürlich etwas Wahres dran sein, der Hauptgrund ist aber wahrscheinlich die Rivalität bzw. gar der Neid.

Bergen ist nun eben einmal mit 250 000 Einwohnern unbestreitbar die zweitgrößte Stadt Norwegens. Und man muss sagen, in Bergen fühlt man sich auch deutlich mehr in einer Großstadt als in Trondheim. Das könnte einerseits daran liegen, dass Bergen durch 7 relativ steil aufragende Berge eingeschlossen wird, sich also nicht weiter ausbreiten konnte und damit dicht gedrängter wirkt als Trondheim. Zum anderen hatte Bergen schon im Mittelalter u.a. auch über die Hanseaten viel Kontakt zur "großen weiten Welt" - wahrscheinlich mehr als zum Hinterland, wie auch der Spruch "Ich komme aus Bergen, nicht aus Norwegen" vermuten lässt.

Eine Sache, die hingegen in Trondheim größer ist, ist die NTNU, unsere Uni, auch wenn selbst diese Rangfolge zu Uneinigkeit führt. Außerdem ist Rosenborg Trondheim der norwegische Fußballrekordmeister (u.a. 1992-2004 und 2006), Brann Bergen hingegen der Meister des letzten Jahres (was unseren Sprachlehrer heute nicht daran gehindert hat, Brann als dårlig = schlecht zu bezeichnen).

Nun fehlt zu dieser Einführung in die Meinungslage eigentlich nur noch der allgegenwärtige Spruch, dass es in Bergen doch die ganze Zeit regnet. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Behauptung allerdings nicht, da es in Bergen mit über 2500 mm Niederschlag und 250 Regentagen im Jahr mehr als dreimal so viel regnet wie in Karlsruhe oder Graz. Damit ist Bergen die regenreichste Großstadt Europas.

Das waren also unsere Vorkenntnisse, bevor wir am Samstagmorgen in den Norwegian-Flieger stiegen und die Reise, die mit dem Auto einen Tag und mit dem Zug 16 Stunden dauert, innerhalb von 50 Minuten hinter uns brachten. Samstag früh war es hier in Trondheim ja noch recht glatt, aber sonnig, sodass der Flug wirklich toll war. Außer dem Blick auf Trondheim selbst haben wir auf eine verschneite Winter- und Gebirgslandschaft bei Sonnenaufgang herabgeblickt. Dabei sind wir auch über das Trollheimen-Gebirge geflogen, wo wir den Snota (siehe frühere Berichte) gut erkennen konnten. Jetzt liegt dort schon um einiges mehr Schnee!

In Bergen haben wir dann den Flybussen genommen, der einen in einer halben Stunde vom Flughafen in die Stadt bringt. Anschließend sind wir mit einem weiteren Bus zu Ulrike gefahren, einer Freundin aus dem Sommer-Sprachkurs, die uns freundlicherweise Unterkunft gewährte. Sie hatte am Wochenende viele Proben für das Konzert am Sonntag, sodass wir die Stadt häufig alleine erkundet haben. Dabei sind wir eigentlich immer zu Fuß gegangen, wodurch wir einen recht guten Eindruck bekamen. Den ersten Überblick haben wir uns auf einem Spaziergang über den Fløyen (einer der 7 Berge) verschafft. Und es hat nicht geregnet, im Gegenteil: Sonne! Von da oben überschaut man die ganze Stadt und den Fjord und ist trotzdem nah genug dran, um Details zu erkennen, u.a. das alte hanseatische Stadtviertel Bryggen und die Festung.

Unten im Stadtzentrum sind wir am Samstag kurz über den Fischmarkt und bei Bryggen vorbei gegangen und haben uns die Halbinsel Nordnes mit hübschen kleinen Gässchen und Parks angeschaut, wo u.a. das Aquarium steht. Besonders geehrt durfte ich mich dann wegen eines Hauses und eines Cafes fühlen, die meinen Namen tragen (wo gibt's denn sowas?).

Am Abend hat es dann doch noch angefangen zu regnen, aber mehr davon im 2. Teil unseres Bergen-Berichts.

Hilsen

Zurück aus Bergen

Hei!

wir sind heute schon um kurz nach 4h in der Früh aufgestanden, um den Flieger von Bergen nach Trondheim zu nehmen. Wir hatten einen wunderschönen Besuch bei Ulrike und haben eine nicht minder reizvolle Stadt kennen gelernt. Einen kleinen Vorgeschmack gibt dieses kurze Video von einem der 7 Berge Bergens, dem Fløyen.
Jetzt geht es den ganzen Tag weiter mit Uni und ein genauer Bericht folgt in Bälde, frühestens jedoch heute abend.

Viele Grüße,

Freitag, 31. Oktober 2008

Allerheiligenstriezel

Hallo ihr!

ein kurzer Blogeintrag, bevor wir gleich zum Essen bei Luise (aus dem Sprachkurs) eingeladen sind...und dann morgen in aller Früh Richtung Bergen aufbrechen.
Heute waren Stephie und ich fleißig und haben -neben Urologielernen- Allerheiligenstriezel gebacken. (Danke Mama, für die Erinnerung!)
Sie sind wunderbar geworden und ich hoffe, dass ihr morgen auch köstliche Exemplare verspeisen dürft.
(zur Erklärung: bei uns in Österreich ist es Brauch, dass man zu Allerheiligen von seiner Patentante/Patenonkel einen Striezel bekommt)
Wir melden uns am Dienstag wieder, und werden sicher viel zu berichten haben.
ein schönes Wochenende!

PS: heute hat es zum ersten Mal auch bei uns geschneit, zwischendurch sogar richtig dicht, aber die Außentemperatur ist zu hoch und dadurch liegt kein Schnee mehr.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Frost

Hei og god morgen!

wie ihr ja der Temperaturanzeige auf unserem Blog entnehmen könnt, ist es nach wie vor kalt. Als Zachi vorhin an die Uni gefahren ist, hat das Thermometer am Haus -6°C angezeigt. Dafür soll heute die Sonne wieder scheinen (noch ist sie noch nicht über der Strindamarka aufgegangen, obwohl es schon hell ist). Was mich aber schon sehr erstaunt hat, in den letzten Tagen, ist die Tatsache, dass es plötzlich so schnell finster ist. Gestern hatte ich Nachmittagspraktikum auf der Urologie und um halb vier, als ich zur Uni geradelt bin, ist die Sonne schon sehr tief gestanden. Wobei sie sowieso nicht mehr besonders hoch über dem Horizont/bzw. über den Hügeln der Umgebung hervorkommt. Kann gut sein, dass das im Dezember so arg wird, dass man die Sonne selbst gar nicht mehr sieht (eben nur mehr das Licht). Wir werden sehen....
Mein Praktikum war gestern recht unterhaltsam, aus medizinischer Sicht war es nicht soo lehrreich, aber das lustige war, dass wir insgesamt mit 3 (älteren) Patienten sprechen mussten und eine Frau, die schon über 80 war, hat uns zwar aus dem Jahr 1964 alles erzählen können, aber zwischen damals und heute hatte sie laut ihren Angaben keine gesundheitlichen Probleme :) Da ist eine ordentliche Anamnese halt etwas schwierig. Und bei einem Patient haben sogar die Norweger gesagt, dass sie überhaupt nichts verstanden haben. Tja, so war ich nicht die einzige mit Sprachproblemen.
Jetzt bekommt ihr noch Fotos von meinem Spaziergang gestern (hab den ganzen Vormittag Urologie gelernt und hab dann zum Glück auch noch Zeit gefunden, das schöne Wetter zu genießen).
Übrigens: von Samstagfrüh bis Dienstagfrüh sind wir in Bergen, um Ulrike aus dem Sommersprachkurs zu besuchen! Juhuu, wir freuen uns.

Ha en fin dag!

Dienstag, 28. Oktober 2008

Litt kaldt

God kveld!

Heute ist es zum ersten Mal auch hier in Trondheim in der Nähe des Fjordes relativ kalt geworden. Schon am Morgen war der Gråkallen (der Berg mit der Radarkuppel) relativ weit runter weiß und dabei ist der ja nur etwas über 550 m hoch. Letzthin war er zwar auch schon mal "angezuckert", aber da verschwand das Weiß auch gleich wieder. Heute war es aber den ganzen Tag, den ich leider in der Uni verbringen durfte, recht schönes Wetter, aber eben kalt. Nach der Zeitumstellung am Sonntag, die in Norwegen genauso wie zu Hause stattfindet, wird es nun ja auch noch früher dunkel, sodass es nach 19 Uhr schon eine Weile Nacht ist. Dementsprechend war es dann auf meinem Heimweg von der letzten Veranstaltung der "Romteknologi" auch. Bei -4°C war die Straße an einigen Stellen auch ganz schön glatt, was ich natürlich gleich mit einem Fahrradausrutscher austesten durfte.

Die "Romteknologi" war eigentlich eine ganz interessante Vorlesungsreihe, deren Qualität aber sehr vom jeweiligen Vortragenden abhing. Manche Sachen fand ich einfach uninteressant (z.B. ganz viel über E-Technik und das mit einem Norwegisch, das ich nicht verstand), andere waren dafür umso besser. Zum Abschluss (und bevor im Dezember auch für diese Veranstaltung die Klausur ansteht) muss ich nun noch einen "Essay" über ein fachrelevantes Thema schreiben. Ich habe mir (trotz anderslautender Tipps => GPS) Meteoriten ausgesucht, da es mich gerade interessiert. Schon wieder über Polarlicht wäre ja auch etwas langweilig gewesen...

Zum Wochenende gibt es noch unsere Sonntagswanderung nachzutragen. Wegen des guten Wetters sind wir einfach in die hinter unserem Haus liegende Strindamarka gegangen und haben dort eine nette Runde gedreht. Dabei sind wir auf extrem viele Norweger getroffen. Das "Raus in die Natur" ist hier wirklich deutlich weiter verbreitet als in Mitteleuropa. Besonders auffällig war, dass sehr viele Kinder und Babies dabei waren. Ein Häufungspunkt war natürlich die Estenstadhytta. Von dort aus hat man eine recht gute Sicht über Trondheim zum Fjord. Außerdem roch es da so gut nach Zimt, dass wir uns auch einen Kanel-Boller (Zimtschnecke) gönnen mussten. Auf dem Rückweg sind wir dann noch beim Estenstaddammen vorbeigekommen, in dem wir im Sommer ja schon gebadet haben. Man muss die Sonne ja nutzen, wenn sie da ist...

So, nun wünsch ich allen eine gute Nacht.
Hjertelig hilsen

Sonntag, 26. Oktober 2008

Gratulerer med dagen, Østerrike!

Guten Morgen!

Wenn Österreich Norwegen wäre, würden heute alle (!) Österreicher in Nationaltracht auf der Straße stehen, rot-weiß-rote Fahnen schwenken und sich gegenseitig zum Nationalfeiertag gratulieren.
Zum Glück habe ich heute eine Stunde länger Zeit, um mir zu überlegen, ob ich mir zumindest eine selbstgebastelte Fahne vor's Fenster hänge oder nicht. Meine Freude sei zumindest hier zum Ausdruck gebracht.

Also, liebe (österreichischen) Blogleser (und natürlich auch liebe deutschen Blogleser, aber euer Nationalfeiertag war schon, und dafür wäre Zachi zuständig gewesen):

Wir wünschen einen wunderschönen Nationalfeiertag/Sonntag und schicken die besten Grüße aus dem Norden!

Winterzeit

Hallo!

Fleißigen Lesern wird aufgefallen sein, dass es die letzten Tage etwas ruhiger zuging und wir anscheinend nichts zu berichten hatten. Das stimmt nicht ganz. Es stimmt auch nicht, dass wir bereits eingeschneit sind und in der Dunkelheit verkommen, weshalb es höchste Zeit ist, euch wieder am Laufenden zu halten.

Die letzte Woche war recht arbeitsreich, ich hatte in dieser Woche Praktikum auf der Urologie und Stephie, meine Studienkollegin, die normalerweise an der Charité in Berlin studiert, und ich haben mit dem Professor schon über eine mündliche Prüfung gesprochen. Er war einverstanden und wir haben ihm einige Terminvorschläge im November gemacht. Hoffentlich passt ihm da ein Tag, denn dann könnten wir Nephrologie Anfang Dezember organisieren. Das wäre perfekt für mich, weil ich dann im Sommersemester nur mehr eine Prüfung in Kardiologie machen muss, mehr würde mir in Graz nicht anerkannt werden und alles andere ist sozusagen zur persönlichen Weiterbildung, die aber sehr gut ist!

[Zachi war auch jeden Tag bis am Abend in der Uni, da die "Romteknologi" mit verschiedensten Vortragenden weiterging. Manche waren echt nicht zu verstehen, was sowohl am Thema als auch an ihrem speziellen norwegischen Dialekt lag, andere dafür bestens. Außerdem gab es diese Woche auch wieder eine "Bedriftspresentasjon", wo sich eine Firma vorgestellt hat, die sich mit seismic acquisition beschäftigt. Die feine Pizza danach war das wichtigste... ;) ]

Die Zeit vergeht im Moment unglaublich schnell, bald ist schon November und im Dezember bleiben wir nur wenige Tag in Trondheim. Bereits zum dritten Adventsonntag sind wir wieder da -wechselweise in Deutschland und Österreich- und freuen uns schon, viele wiederzusehen!
Über Weihnachten bleibt auch von unserem Freundes- und Bekanntenkreis hier keiner da, weder die Austauschstudenten, noch die norwegischen Studenten, die nicht aus Trondheim kommen, und das tun die wenigsten. Viele Studienkollegen von mir kommen aus Oslo oder aus dem Westland (Bergen, Stavanger...), einige auch aus dem Norden. Ingrid, die in meiner PBL Gruppe ist und mit der ich mich sehr sehr gut verstehe, ist beispielsweise in Kirkenes aufgewachsen, das ist ganz ganz nördlich, an der russischen Grenze (über Finnland).

Am Freitag Nachmittag waren wir auf der Suche nach günstigen Langlaufskiern, und auch am Samstag haben wir weitergeschaut. Zur Zeit ist nämlich Ausverkauf, allerdings bräuchten wir ja wirklich alles (Ski, Bindung, Schuhe und Stecken) und da kommt es in einem Paket günstiger. Allerdings kommen da im Laufe der Saison noch mehrere Angebote (auch günstigere) und deswegen warten wir noch ab. Die Zeit zum Langlaufen wird wohl frühestens im Dezember sein, viel eher von Jänner bis März. Wir haben die Loipe ja direkt vor der Haustür (Strindmarka), bzw. gibt es auch in der Bymarka ganz tolle Wege.

Bis dahin müssen wir uns allerdings noch überlegen, ob wir smøre-ski (Ski zum Wachsen) oder sogenannte smørefrie-ski (Schuppenski) haben wollen. Also hiermit eine Aufforderung an alle Langläufer:
Was sind eure Erfahrungen?

Anbei noch ein Bild von unserem Besuch bei Ikea, wo wir wirklich nur einen Wäschekorb gekauft haben [sehr zu Zachis Freude]. Ich hab's noch NIE geschafft, innerhalb von 10 min durch den ganzen Ikea gekommen zu sein. Allerdings gab es am Schluss noch die Weihnachtsausstellung (Ende Oktober!!!), die uns etwas länger verweilen ließ und das tollste daran war, dass es Pfefferkuchenteig zum Ausstechen gab. Und stibitzen konnte man ihn auch. [So eine Teigdose haben wir dann doch auch noch geholt.] :)

Gestern gab es über Trondheim einen ziemlichen Sturm, aber in unserem Häuschen war es recht gemütlich. Wir haben wieder einmal einen norwegischen Film aus der Bibliothek angeschaut ("Tatt av kvinnen"), und die Kombination Untertitel und Originalsprache funktioniert sehr sehr gut. Vielleicht geht es ja bald auch ohne Untertitel.
Allerdings stellt die Filmauswahl ein ziemliches Problem dar. Norwegen mit seinen 4,7 Millionen Einwohnern leistet sich keine Synchronisation und alle ausländischen Filme bleiben in der Originalsprache. Wir haben uns zum Beispiel auch den Film "wie im Himmel" ausgeborgt, den einige von euch sicher kennen, allerdings gibt es ihn hier nur auf Schwedisch. Wir sind gespannt, wie viel wir davon verstehen werden.

Ha det bra!

Montag, 20. Oktober 2008

Ostinato

Hallo zusammen!

So schnell kann's gehen, dass ihr wieder von mir hört. Hatte vorhin nämlich schon angefangen zu schreiben, bevor ich mich für ein etwas längeres, interessantes Telefonat entschieden habe...

Wie Teresa in ihrem letzten Eintrag ja erwähnt hat, war ich gestern Abend im Orgelkonzert. Dieses fand in der Vår frue kirke im Stadtzentrum statt, die zwar nicht sonderlich groß ist, aber eine ziemlich große Orgel beherbergt. Das Instrument stammt von der deutschen Orgelbaufirma W. Sauer und hört sich auch ziemlich gut an. Allerdings ist es für den Raum und die Akustik meiner Meinung nach überdimensioniert.
Gespielt wurden Werke von Rheinberger, Alain und Vaughan Williams, die alle einen Ostinato enthielten. Besonders die 8. Sonate von Rheinberger ist ja ein tolles Stück. Außerdem gab es zwei Uraufführungen, die auch sehr interessant waren. Insgesamt war das Konzert zwar sehr "ostinat", aber dennoch nicht eintönig. Mir hat's gefallen!

Über andere Sachen dann später wieder mehr...
Liebe Grüße

Norwegerhandschuhe

Hei!
Die -für mich- wichtigste Meldung des Tages: zum Glück konnten mir meine strickenden Studienkolleginnen helfen und ich konnte den Fäustling nach Muster fertig machen! Juhuu! War ganz glücklich, dass es am Ende doch noch geklappt hat und ihr dürft das Resultat anschauen. Für den ersten Versuch bin ich ganz zufrieden, schließlich hab ich ja noch nicht so viel Strickerfahrung.

Ansonsten war der Unitag ganz schön lange und nachdem es morgen wieder anstrengend wird, bleibt der Blogeintrag heute recht kurz.

Bald hört ihr auch wieder von Zachi...

viele Grüße aus Trondheim

Sonntag, 19. Oktober 2008

Gråkallen

Hei hei!

Heute haben wir das getan, was wohl alle norwegischen Familien traditioniellerweise am Wochenende machen: gå på tur (=wandern). Es war zwar keine Tour wie letztes Wochenende, sondern genauer gesagt ein gemütlicher Spaziergang, aber was soll's, schließlich müssen wir ja etwas zu berichten haben.
Ungeachtet des etwas wechselhaften Wetters war alles, was laufen kann (der Rest wurde getragen oder geschoben), unterwegs. Die Kinderwägen hatten Plastikhüllen herum und die kleinen Kinder einfach Matschhose und Gummistiefel an.
Auch wir haben uns von den zeitweiligen Sonnenstrahlen (die sich aber bei der Ankunft gleich in Nieselregen verwandelt haben, was aber einen schönen Regenbogen über dem Fjord gab!) nach draußen locken lassen und haben den Gråkallen in der Bymarka bestiegen. Nach dem Storheia, wo wir ja schon oben waren, ist das der zweithöchste "Berg" (Hügel) im Nacherholungsgebiet der Trondheimer...
Der Ausblick auf Trondheim und den Fjord ist sehr schön, am Foto lässt sich das nicht so gut darstellen, aber hinter meiner patriotischen Jacke kann man die Stadt erahnen.
Da aber der Parkplatz relativ nah am Gipfel mit der schönen Radarstation (das Militär lässt wieder grüßen), wurde die Tour nicht so lang und wir sind dann noch eine Runde um den Vintervatnet (Wintersee) gegangen, der seinen Namen wohl daher hat, dass im Winter rund um den See eine tolle Langlaufloipe geht.

Zachi war vorhin in der Stadt im Orgelkonzert und ich habe mich mit meinen Handschuhen mit Norwegermuster herumgeärgert. Ich bin nämlich schon fast fertig, nur schaffe ich es beim Abnehmen nicht, dass das Muster an der Kante erhalten bleibt. Bin schon fast am verzweifeln, weil in der Anleitung auch nichts gescheites steht. Hoffentlich kann mir morgen in der Vorlesung jemand helfen. Sonst muss ich wohl einmal dringendst eine Anfrage an alle strickenden Blogleser stellen...

Euch einen guten Wochenstart!

Samstag, 18. Oktober 2008

Curry-Pfirsich-Hackfleisch-Reis-Auflauf

Hei og god dag!

Gestern gabs mal wieder feines Essen. Da dachte ich, vielleicht interessiert euch ja nicht nur das norwegische Wetter (sagen wir "wechselhaft"), sondern auch unser leibliches Wohl. ;) Auf "unorthodoxe Weise" hat sich Kristina, der wir beim Umziehen von Berg geholfen hatten (und der ich ihren 3 kg-Schlafsack durch die Trollheimen-Berge getragen habe), bei uns zum Kochen eingeladen. Sie hatte alle Zutaten für einen Curry-Pfirsich-Hackfleisch-Reis-Auflauf dabei, den wir dann gemeinsam zubereitet haben. Und Nachtisch gabs sogar auch noch - sehr fein! Und da wir so große Mengen gemacht haben, aber nur drei Esser waren, gibts noch genügend Reste.

Auf die konnten wir dann vorhin nach einer Erkundung des zeitweilig größten norwegischen Einkaufszentrums zurückgreifen. "City Syd" liegt bei Tiller, etwas südlich von Trondheim, und umfasst einige Supermärkte, Kleider-, Schuh-, Sportgeschäfte und Ramschläden. Nach dem Nidarosdom soll dies wohl die bedeutendste Attraktion in Trondheim sein (leider nicht Rosenborg ;). Neuerdings hat Oslo aber wohl mit einem noch größeren Zentrum die Spitze zurückerobert. Neben einem kleinen Päckchen für einen Kleinen in der Steiermark haben wir dort noch zwei große Tassen gekauft, da sie sehr günstig waren und bei uns im Haushalt sonst nur kleinere vorhanden sind.

Nun verbringen wir noch einen schönen Samstagnachmittag.
Viele Grüße

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Morgengrüße

Guten Morgen!

es gibt (leider) nicht wirklich viel zu berichten...aber um diese Seite noch ein bisschen mehr zu füllen, bekommt ihr eine kleine Alltagserzählung.
Iich hab mich gestern wieder einmal etwas intensiver mit meiner Diplomarbeit über Laktoseintoleranz auseinandergesetzt, wobei es ganz gut weiterging. Das Problem ist eben nur, dass neben der Uni und dem Sprachkurs und all den anderen Aktivitäten oft keine Zeit bleibt. Also bietet sich diese Woche ganz gut an, etwas mehr dafür zu tun.
Gleichzeitig war gestern auch Großwaschtag, wir haben diesmal etwas länger gewartet und ganze drei volle Maschinen zusammenbekommen! Zum Glück gibt es in der Waschküche auch Wäschetrockner, von denen wir dann Gebraueh gemacht haben, weil unsere Wäsche im Glasvorbau leider nicht mehr trocknet. Aber wir könnten uns für die Zukunft sonst auch überlegen, eine Wäscheleine durchs Zimmer zu spannen, aber bei großen Mengen war der Trockner schon ganz praktisch (kostet halt eben 8 Kronen =1 € extra)...
Zachi war den ganzen Tag an der Uni, da ja zusätzlicher am Nachmittag der neue Kurs (siehe letzter Eintrag) stattfindet. Am Abend war er dann auf einer (geladenen) Präsentation der Firma Statoil (Ölfirma... eine der größten Firma Norwegens mit Hauptsitz in Stavanger), mit Pizza und iPod-Verlosung, wo er aber keinen gewonnen hat. Auch egal :)
Übrigens: da meine Fäustlinge (Erstlingswerk) so gut gelungen sind, wollte ich nun mal etwas Komplizierteres probieren: Norwegermusterhandschuhe. Soo kompliziert ist es ja eh nicht, nur eben zeitaufwendig. Außer dem Bündchen hab ich erst 2 cm gestrickt, wobei es jetzt leichter wird, da man das Muster besser sieht. Trotzdem geht es langsamer, als wenn man die Reihen einfärbig strickt...

viele Grüße, ich werde jetzt weiterarbeiten! einen schönen Donnerstag...

Dienstag, 14. Oktober 2008

Romteknologi

God kveld!

Nach einem langen Unitag gibts nur einen kleinen Bericht. Aber ich muss euch doch mitteilen, dass ich mit meiner Kurswahl vielleicht doch auch exkursionsmäßig noch glücklich werde. Bislang war es ja so, dass nur andere irgendwohin (z.B. Hammerfest) fahren durften. Wahrscheinlich fährt bzw. fliegt unser "Seismic Wave Propagation"-Kurs nun aber Mitte November nach Bergen zu Schlumberger. Dort dürfen wir die Produktion von Streamern besichtigen. Da freue ich mich schon drauf.

Außerdem hat gestern mein "letzter" Kurs angefangen. Die Vorlesung "Romteknologi" (= Space Technology) findet in geblockter Form zweieinhalb Wochen lang jeweils am Nachmittag statt. Dafür musste für mich heute auch der Sprachkurs ausfallen. Teresa war aber dort und hat unsere recht erfolgreichen Probeexamen entgegengenommen. Bislang fand ich "Romteknologi" sehr interessant, u.a. auch weil nur Norwegisch geredet wird. Vom Inhalt her war der Anfang eher einfach (Newton, Gravitation...), aber dann ging es auch um Experimente, die (nur) in der Schwerelosigkeit durchgeführt werden können. Das fand ich sehr interessant. Heute waren dann die Satellitenbahnen mit Bewegungsgleichungen und Bahnstörungen dran, die mir aus Karlsruhe von der "Satellitengeodäsie" ja bestens bekannt sind oder sein sollten (ist ja schon ein halbes Jahr her ;). Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht. Einen 10-seitigen Essay über ein passendes Thema dürfen wir auch noch verfassen. Also wenn jemand gute Vorschläge oder Wünsche hat...

Hjertelig hilsen

Montag, 13. Oktober 2008

English Matters

Hallo!

Heute hat an der medizinischen Fakultät die "Kursuke" (Kurswoche) begonnen, wo der normale Unibetrieb eine Woche "aussetzt" und man stattdessen Kurse wählen kann. Viele aus den höheren Semestern benutzen es aber als Ferienwoche und fahren nach Hause, ein Studienkollege hat mir sogar erzählt, dass er auf Urlaub nach Teneriffa fliegt...

Tja, nachdem Zachi überhaupt nicht frei hat, habe ich mich zu dazu entschlossen, einen Mittelweg zu wählen und zumindest einen Kurs zu machen.
Heute ging es von 8h30 bis 15h30 um den (wissenschaftlichen) Gebrauch der Englischen Sprache. Der Vortragende ist Professor für Englisch an der NTNU und kommt aus Cambridge. Er ist hier in Trondheim extra dafür angestellt, um englische Korrespondenz, Doktorarbeiten, etc. zu korrigieren. Auch wenn wir Studenten Fragen hätten, könnten wir ihn kontaktieren. Auf jeden Fall hat er sich schon ziemlich lang mit typischen (norwegischen) Englischfehlern beschäftigt, die aber auch für mich sehr interessant waren.
Es gibt eine Website, wo er sehr viele nützliche Links zusammengetragen hat. Für euch zum Schmökern:
http://www.ntnu.no/international/english_matters/
Anfangs ist es etwas unübersichtlich, aber es gibt viele Übungen und v.a. recht gute Zusammenfassungen wie man z.B. e-mails oder Briefe schreiben kann/soll.

Der Rest der Woche bleibt dann quasi auch für mich als Herbstferien. Aber keine Sorge, ich weiß sehr viel (u.a. natürlich auch für die Uni) zu tun weiß und der Norwegischkurs am Dienstag und Donnerstag Nachmittag findet ja auch statt.

Viele Grüße und schönen Abend!

Sonntag, 12. Oktober 2008

Snota-Panorama

Hei!

Den tollen Ausblick vom Snota wollten wir euch natürlich auch nicht vorenthalten.
Hoffentlich vermittelt es zumindest einen Eindruck von unserem Erlebnis.

Viel Spaß!

Snota

Hallo ihr Lieben!

Ich freue mich, euch nun den Bericht über unsere eintägige Snota-Besteigung präsentieren zu können. Gleich vorweg: Es war sehr anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Schon die ganze Woche haben wir immer auf die Wettervorhersage für das Wochenende geschaut und gehofft, dass wenigstes ein guter Tag dabei sein würde. Es gab natürlich Schwankungen (auch nach Zielregion), die aber nicht so groß waren. Da für Samstag ziemlich gutes Wetter angesagt war (kein Regen/Schnee und einiges an Sonne), haben wir uns kurzfristig für eine Tagestour entschieden. Die Frage war also nur noch, wo. Die Schneeverhältnisse hier in Norwegen erlauben nämlich längst nicht mehr alle Touren. Wir entschieden uns dann für eine recht lange Tour im Trollheimengebirge, in dem wir ja schon im August gewandert sind. Die 11 km/1250 Höhenmeter (one-way) waren mit 9 h angegeben.

Da die Tage hier ja nicht mehr viel länger als 10 h sind, sind wir um 5 Uhr aufgestanden und auch bald losgefahren. Nach etwas mehr als 2 Stunden Fahrt und einigen Mautstationen (alleine für den Fahrweg ins Trollheimsgebirge zahlt man 50 Kroner) konnte es losgehen. Zu Beginn führte der Weg den Hang am See entlang nach oben, wobei wie immer hier in Norwegen viele morastige Stellen umgangen oder durchquert werden mussten. Irgendwann ging dann über dem Trollhøtta die Sonne auf, was bei wunderbar blauem Himmel eine schöne Atmosphäre kreierte. Kurz nachdem wir einen hinter den Schultern des Trogtales liegenden weiteren See (Svartvatn) erreicht hatten, trafen wir auf eine Herde von 6 Rentieren. Nachdem wir am Snøhetta eine große Zahl nur durch das Fernrohr sehen konnten, durften wir sie jetzt also aus der Nähe betrachten.

Ab dem Svartvatn nahmen wir gegenüber dem Weg, der auf der Karte eingezeichnet war, eine kleine Abkürzung und es ging steil bergauf. Ungefähr ab einer Höhe von 1000 m liegt außerdem Schnee, der von vor ungefähr einer Woche stammt. Der Schnee wurde dann immer mehr, sodass man irgendwann bis zu hüfttief einsank, wenn die verharschte Oberschicht mal nicht hielt. Auch die Felsen waren teilweise vereist, sodass der Schnee oft trotzdem die bessere Alternative darstellte. Wir hatten aber das Glück, dass kurz vor uns schon ein Mann seine Spuren hinterlassen hatte, die uns den Aufstieg erleichterten. Später konnten wir dann im Gipfelbuch lesen, dass außer ihm schon seit über zwei Wochen keiner mehr auf dem Snota war. Und es könnte gut sein, dass wir für dieses Jahr die letzten Besteiger waren. In den vergangenen Jahren stammen die letzten Einträge nämlich jeweils von Anfang Oktober. Danach liegt einfach zu viel Schnee und die Tage werden zu kurz. Die Skitouren auf den Snota beginnen dann wieder so im März.

Bis zum Gipfel durften wir aber erst noch etwas gegen sehr starken Wind kämpfen, der später leider auch die Wolken von der Küste hertreiben sollte. Besonders bei der kurzen Gletscherüberquerung unterhalb des Gipfels waren die aufgewirbelten und hergepeitschten Eiskristalle nicht gerade angenehm. Aber das Panorama oben war einfach überwältigend. Wir konnten so ziemlich alle Berge sehen, die in (Süd- und Mittel-)Norwegen bedeutend sind: Natürlich das gesamte Trollheimen, außerdem bis Sylan, Snøhetta, Jotunheimen und zum Küstengebirge.
Aber nicht nur der Gipfel des Snota selbst, der nach zwei Seiten senkrecht abfällt, sondern auch der Weg dorthin macht die Wanderung so toll. Und unter diesen Bedingungen eben anstrengend. Die häufiger begangene Variante startet deshalb auch an der Trollheimshytta, sodass man nicht so weit gehen muss. Aber wir wollten ja nicht übernachten.

Zum Abstieg wählten wir die gleiche Route, da wir hier die Bedingungen kannten. Etwas schneller als der Aufstieg ging das natürlich schon, aber nicht zu sehr, da die Beine dann doch müde wurden. Ungefähr am Svartvatn haben wir dann noch einmal einige Rentiere zu Gesicht bekommen, diesmal sogar länger und von noch näher. Was die für große Glubschaugen haben... Eines der größeren war wohl auch neugierig und kam noch etwas näher, um uns zu beobachten, bevor die Herde weiterzog.

Nachdem das Wetter die ganze Zeit lang sonnig und schön gewesen war, drohte uns den restlichen Abschied lang der aufziehende Regen. Viel unangenehmer als das Nieseln waren aber die schon erwähnten Matschlöcher. So wurde das letzte Stück sehr lang...
Am Auto kamen wir dann kurz nach 18 Uhr an, als es schon wieder dämmerte, sodass wir also den ganzen Tag mit relativ kurzen Pausen unterwegs waren. Nach der Heimfahrt und einem kurzen Vesper fielen wir hundemüde ins Bett.

Am heutigen Sonntag zeigte sich, dass die Tagestour eine gute Idee gewesen war: Es regnet(e). Aber mit Flüge suchen und mögliche Varianten für den "Heimatbesuch" durchspielen kann man seine Zeit auch gut verbringen... Drinnen ist es ja gemütlich.
Nachher werden wir dann noch mit einigen meiner Studienkollegen den "Pizza-Tower" besuchen (Tyholt tårnet mit all-you-can-eat Pizza), den fleißige Blogleser ja schon kennen.

Einen schönen Sonntagabend!