

Hallo ihr Lieben!
Ich freue mich, euch nun den Bericht über unsere eintägige Snota-Besteigung präsentieren zu können. Gleich vorweg: Es war sehr anstrengend, aber es hat sich gelohnt.
Schon die ganze Woche haben wir immer auf die Wettervorhersage für das Wochenende geschaut und gehofft, dass wenigstes ein guter Tag dabei sein würde. Es gab natürlich Schwankungen (auch nach Zielregion), die aber nicht so groß waren. Da für Samstag ziemlich gutes Wetter angesagt war (kein Regen/Schnee und einiges an Sonne),

haben wir uns kurzfristig für eine Tagestour

entschieden. Die Frage war also nur noch, wo. Die Schneeverhältnisse hier in Norwegen erlauben nämlich längst nicht mehr alle Touren. Wir entschieden uns dann für eine recht lange Tour im Trollheimengebirge, in dem wir ja schon im August gewandert sind. Die 11 km/1250 Höhenmeter (one-way) waren mit 9 h angegeben.
Da die Tage hier ja nicht mehr viel länger als 10 h sind, sind wir um 5 Uhr aufgestanden und auch bald losgefahren. Nach etwas mehr als 2 Stunden Fahrt und einigen Mautstationen (alleine für den Fahrweg ins Trollheimsgebirge zahlt man 50 Kroner) konnte es losgehen. Zu Beginn führte der Weg den Hang am See entlang nach oben, wobei wie immer hier in Norwegen viele morastige Stellen umgangen oder durchquert werden

mussten. Irgendwann ging dann über dem Trollhøtta die Sonne auf, was bei wunderbar blauem Himmel eine schöne Atmosphäre kreierte. Kurz nachdem wir einen hinter den Schultern des Trogtales liegenden weiteren See (Svartvatn) erreicht hatten, trafen wir auf eine Herde von 6 Rentieren. Nachdem wir am Snøhetta eine große Zahl nur durch das Fernrohr sehen konnten, durften wir sie jetzt also aus der Nähe betrachten.

Ab dem Svartvatn nahmen wir gegenüber dem Weg, der auf der Karte eingezeichnet war, eine kleine Abkürzung und es ging steil bergauf. Ungefähr ab einer Höhe von 1000 m liegt außerdem Schnee, der von vor ungefähr einer Woche stammt. Der Schnee wurde dann immer mehr, sodass man irgendwann bis zu hüfttief einsank, wenn die verharschte Oberschicht mal nicht hielt. Auch die Felsen waren teilweise vereist, sodass der Schnee oft trotzdem die bessere Alternative darstellte. Wir hatten aber das Glück, dass kurz vor uns schon ein Mann seine Spuren hinterlassen hatte, die uns den Aufstieg erleichterten. Später konnten wir dann im Gipfelbuch lesen, dass außer ihm schon seit über zwei Wochen keiner mehr auf dem Snota war.

Und es könnte

gut sein, dass wir für dieses Jahr die letzten Besteiger waren. In den vergangenen Jahren stammen die letzten Einträge nämlich jeweils von Anfang Oktober. Danach liegt einfach zu viel Schnee und die Tage werden zu kurz. Die Skitouren auf den Snota beginnen dann wieder so im März.
Bis zum Gipfel durften wir aber erst noch etwas gegen sehr starken Wind kämpfen, der später leider auch die Wolken von der Küste hertreiben sollte. Besonders bei der kurzen Gletscherüberquerung unterhalb des Gipfels waren die aufgewirbelten und hergepeitschten Eiskristalle nicht gerade angenehm. Aber das Panorama oben war einfach überwältigend. Wir konnten so ziemlich alle Berge sehen, die in (Süd- und Mittel-)Norwegen

bedeutend sind: Natürlich das gesamte Trollheimen, außerdem bis Sylan, Snøhetta, Jotunheimen und zum Küstengebirge.
Aber nicht nur der Gipfel des Snota selbst, der nach zwei Seiten senkrecht abfällt, sondern auch der Weg dorthin macht die

Wanderung so toll. Und unter diesen Bedingungen eben anstrengend. Die häufiger begangene Variante startet deshalb auch an der Trollheimshytta, sodass man nicht so weit gehen muss. Aber wir wollten ja nicht übernachten.
Zum Abstieg wählten wir die gleiche Route, da wir hier die Bedingungen kannten. Etwas schneller als der Aufstieg ging das natürlich schon, aber nicht zu sehr, da die Beine dann doch müde wurden. Ungefähr am Svartvatn haben wir dann noch einmal einige Rentiere zu Gesicht

bekommen, diesmal sogar länger und von noch näher. Was die für große Glubschaugen haben... Eines der größeren war wohl auch neugierig und kam noch etwas näher, um uns zu beobachten, bevor die Herde weiterzog.
Nachdem das Wetter die ganze Zeit lang sonnig und schön gewesen war, drohte uns den restlichen Abschied lang der aufziehende Regen. Viel unangenehmer als das Nieseln waren aber die schon erwähnten Matschlöcher. So wurde das letzte Stück sehr lang...

Am Auto kamen wir dann kurz nach 18 Uhr an, als es schon wieder dämmerte, sodass wir also den ganzen Tag mit relativ kurzen Pausen unterwegs waren. Nach der Heimfahrt und einem kurzen Vesper fielen wir hundemüde ins Bett.

Am heutigen Sonntag zeigte sich, dass die Tagestour eine gute Idee gewesen war: Es regnet(e). Aber mit Flüge suchen und mögliche Varianten für den "Heimatbesuch" durchspielen kann man seine Zeit auch gut verbringen... Drinnen ist es ja gemütlich.
Nachher werden wir dann noch mit einigen meiner Studienkollegen den "Pizza-Tower" besuchen (Tyholt tårnet mit all-you-can-eat Pizza), den fleißige Blogleser ja schon kennen.
Einen schönen Sonntagabend!