God dag, alle sammen!Über die Fahrt mit dem Hurtigruten-Schiff "MS Midnatsol" lässt sich tatsächlich einiges berichten und vor allem gibt es ein paar Bilder zum anschauen. Für die Rückreise von Tromsø nach Trondheim hatten wir uns nämlich keinen weiteren
Billigflug mit Norwegian gebucht, sondern die teurere, langsammere, aber auch erlebnisreichere Variante mit der früheren Postschifflinie Norwegens gewählt. Heute dienen die Schiffe der Hurtigruten-Flotte neben ihrer ursprünglichen Aufgabe allerdings hauptsächlich als Touristenattraktion. Das ganze geht dann in Richtung Kreuzfahrt, nur eben mit vielen angelaufenen Häfen. Auf der nebenstehenden Karte (Quelle: wikipedia) ist die Route der Hurtigruten-Schiffe von Bergen nach Kirkenes eingezeichnet, die in 11 Tagen einmal vollendet wird (hin und zurück). Glücklicherweise gibt es (zumindest im Winterfahrplan) Preisabschlag für Studenten, sodass wir nur die Hälfte zahlen mussten. Und man muss ja auch nicht die ganze Tour machen... Mir jedenfalls haben die zwei Tage (drei Nächte) genügt. Mit an Bord waren nämlich hauptsächlich Pensionisten (wer hat jetzt gerade auch frei außer Pensionisten und den faulen Studenten?), wovon der Großteil deutschsprachig war. Manche Leute können sich einfach nicht leise unterhalten...
Aber zu den schönen Seiten, die natürlich bei weitem überwogen haben. Da alle man für alle Schiffe der Hurtigrute den gleichen Preis zahlt, haben wir uns ein Datum ausgesucht, an dem das neueste Schiff, die "MS Midnatsol" von 2003, die von uns gewünschte Strecke fuhr. Dadurch kommt man dann in den Genuss von so dekadenten Einrichtungen wie einer Sauna mit Glasfront zum Meer und zwei Whirlpools an Deck. Beides haben wir natürlich ausgiebig genutzt. (Die andere Variante, die ich auch toll gefunden hätte, wäre die "MS Nordstjernen" von 1956 gewesen. Dieses Schiff hat schon aufgrund seiner Bauform sicher noch einen ganz anderen Flair. Aber Teresa mag größere Schiffe, die nicht so sehr schwanken, lieber... ;)
Ausgelaufen aus dem Hafen von Tromsø sind wir also um 01:30 Uhr nachts, wobei wir davon in unserer Kabine fast nichts mitbekommen haben. Die Nacht war angenehm und am nächsten Morgen haben wir uns nach einem Spaziergang an Deck (das Schiff lag gerade in Harstad am Kai) in das schiffseigene Restaurant begeben. Wir haben uns nämlich die Annehmlichkeit gegönnt, zweimal das Frühstück an Bord zu uns zu nehmen. Das ist auch wirklich empfehlenswert, da es dort eine große Auswahl an Essen und Trinken gibt, sodass man sich vollessen und die restlichen Mahlzeiten getrost auslassen kann.
Weiterhin haben wir im Laufe des Tages Risøyhamn, Sortland und Stokmarknes angelaufen. In Stokmarknes entstand 1893 die Idee einer Schiffsroute entlang der norwegischen Küste. Daher gibt es dort heute das Hurtigruten-Museum mit alten Schiffseinrichtungen, Geschichtlichem, Modellschiffen und der
trockengelegten alten "MS Finnmarken". Nach Stokmarknes fährt die Hurtigrute durch den Raftsund, der Vesterålen und Lofoten trennt. Diese Meeresstraße kannten wir schon von unserem stürmischen Herbstbesuch auf den Lofoten. Diesmal konnten wir allerdings den Trollfjord besser in Augenschein nehmen, da unser Schiff extra einen kleinen Umweg zum Eingang des Meeresarmes fuhr, sodass wir hineinschauen konnten. Im Sommer fahren die Hurtigruten-Schiffe sogar in den Fjord hinein; dies ist aufgrund der Lawinengefahr von den umliegenden Hängen im Winter aber zu gefährlich. Glück hatten wir, dass wir diese Attraktion gerade noch bei Tageslicht erreichten. Viel früher im Jahr sollte man diese Strecke also nicht fahren, da man sonst gar nichts vom Trollfjord sieht. Die restlichen Häfen des Tages waren Svolvær und Stamsund auf den Lofoten.
Nachdem wir Bodø (und Ørnes) in der Nacht passiert hatten, standen wir morgens wieder rechtzeitig an Deck, um die nordgehende "MS Nordlys" zu begrüßen. Genauso wie bei einem anzulaufenden Hafen wird dies mit dem kräftigen Schiffs"horn" gefeiert. Bald darauf überquerten wir den Polarkreis in südlicher Richtung. Extra für die Hurtigruten-Gäste wurde an dieser Stelle auf einer kleinen Insel ein Globus aufgestellt.
Von Bord für eine kleine "Stadt"erkundung gingen wir erst wieder in Sandnessjøen. Wir waren ganz froh, dass wir im Herbst bei der Rückfahrt von den Lofoten keinen zeitraubenden und kostspieligen (Brücken und Fähren!) Umweg in diesen Ort gemacht haben - genauso wie in Brønnøysund. Zu sehen gibt es in diesen "Städten" nämlich nicht viel.
Viel interessanter ist die Küste, die man vom Schiff aus eben am besten sieht. Nach Sandnessjøen passiert man die "Sieben Schwestern", eine Bergkette mit sieben Gipfeln zwischen 902 und 1106 Metern Höhe. Wie der später zu besichtigende Torghatten fiel diese Formation auch schon früheren Generationen auf und es gibt verschiedene Sagen zu ihrer Entstehung. Anfangs waren wir schon enttäuscht, da die gesamte Küste von Wolken verhüllt war. Wit hatten dann aber doch Glück und konnten wenigstens im Rückblick das meiste sehen.
Am Torghatten fährt man nach Brønnøysund vorbei. Der Torghatten ist ein gewaltiger Berg auf einer der Küste vorgelagerten Insel, der von einem Loch (160 m tief, 35 m hoch und 15 m breit) durchbohrt ist. Auch hier hatten wir Glück, dass es gerade noch hell war, sodass wir durch das Loch hindurch Himmel sehen konnten. An diesem Abend passierten wir noch Rørvik, den letzten Hafen vor Trondheim.
In dieser Nacht war die See wohl etwas rauher. Jedenfalls schwankte die Kabine doch erheblich und die auf dem Tisch befindlichen Gegenstände rutschten herunter. Da Teresa zu diesem Zeitpunkt schon schlief und nichts bemerkte, wurde niemandem schlecht ;) und wir konnten am nächsten Morgen gut ausgeschlafen in Trondheim von Bord gehen.Auch wenn das Wetter nicht gerade das beste war, hatten wir also Glück und konnten (mal abgesehen vom Nordlicht, das ich nun eben in Spitzbergen jagen muss) alle "Naturwunder" beobachten, die wir sehen wollten.
Viele Grüße
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