Mittwoch, 25. Februar 2009

Tromsø

Hallo!

Wir sind wieder gut zurück von unserer Reise nach Nordnorwegen und mittlerweile sind wir schwer mit Packen, Räumen und Aussortieren beschäftigt. Unglaublich, was sich in ein paar Monaten so alles ansammelt!
Trotzdem muss Zeit sein, euch von den letzten Tagen zu berichten. Voilà!

Tromsø rühmt sich, nicht nur die nördlichste Universität der Welt zu haben, sondern auch den nördlichsten botanischen Garten, die nördlichste Bierbrauerei, die nördlichste Glasbläserei, etc... Egal was es ist, die Chance, dass es in Tromsø am nördlichsten ist, ist ziemlich groß. Die Stadt liegt fast 350 km Luftlinie nördlich des Polarkreises (fast 70° nördliche Breite). Dank des Golfstroms herrscht aber recht mildes Klima, viel kälter als -10° wird es wohl selten im Winter.
Die Stadt liegt auf einer Insel und ist mit Brücken (bzw. unterirdischen Tunneln) mit weiteren Inseln und dem Festland verbunden. Leider konnten wir nicht auf den "Storsteinen", quasi den Hausberg, von dem man einen tollen Überblick über die tolle Lage der Stadt bekommt. Es war schon ziemlich viel Schnee und das Wetter war auch nicht so berauschend (Schneeregen), weshalb wir von einer Besteigung Abstand genommen haben.
Dafür haben wir uns die Stadt selbst angeschaut, wobei wir die Bezeichnung "Paris des Nordens" doch etwas übertrieben fanden. Nett waren die Eismeerkathedrale mit den Glasfenstern und das Polaria-Museeum, das von außen wie gestrandete Eisschollen ausschaut.

Ein Highlight hat uns Maria verschafft, eine Studienkollegin aus Graz, die ihr Auslandsemester in Tromsø verbringt und uns netterweise beherbergt hat. Sie arbeitet nämlich auf einer Husky-Farm, die Hundeschlittenfahrten anbietet. Und das ist natürlich die Attraktion für die vielen Touristen, die tagtäglich mit dem Hurtigrutenschiff in Tromsø anlegen. Maria meinte, wir dürften uns einfach am Hafen nach der Ankunft in deren Bus setzen und mit zur Farm fahren. Haben wir auch gemacht, allerdings wurden diesmal - früher wohl nicht - die Leute abgezählt und das ganze hat zu Verwirrung geführt. Schlussendlich durften wir aber doch (gratis) zur Farm mitkommen. Dort standen jeweils zwei Hundehütten nebeneinander und die Hunde hatten ganz lustige Namen (z.B. hatte Janis neben Joplin eine Hütte). Maria hat uns erzählt, dass ein Wurf immer nach einem Thema benannt wird (z.B. nach Fluglinien, nach Städten, nach Polarforschern, nach Zahlen,...), damit man später Inzucht vermeiden kann.
Während die Touristen eine kurze Fahrt mit dem Schlitten (samt heulenden Huskys) unternahmen, sind wir mit Ante spazieren gegangen. Ante ist Marias Hund, der einen Herzfehler hat und deswegen nicht als Schlittenhund taugt, den sie aber quasi adoptiert hat und nach Österreich mitbringen wird. Er war total folgsam, es reichte ein einfaches "Ante, kom!" und der Hund war wieder da. Sehr erstaunlich, v.a. weil Maria meinte, dass er die letzten Monate eigentlich nur an der Kette war und keinerlei Ausbildung hatte. Auf jeden Fall war es ein netter Spaziergang. Gemeinsam mit den deutschten Touristen durften wir auch noch mit ins Samenzelt zum wärmenden Feuer, wo Maria über die Samen erzählt hat.
Die Samen, die in Norwegen mittlerweile auch ein eigenes Parlament bekommen haben, sind hier im Norden natürlich viel präsenter als in Trondheim. Auch in der Bibliothek von Tromsø (ein hübscher Glasbau, den wir natürlich auch von innen besucht haben) steht alles zweisprachig da. Wobei Samisch für uns aber nahezu unverständlich ist, da es zur gleichen Sprachgruppe wie Finnisch zählt.
Nach zwei Tagen Tromsø haben wir uns spätnachts auf den Weg zur Hurtigrute begeben. Wir wollten den letzten Bus in die Stadt nehmen. Der war allerdings so voll, dass der Busfahrer einfach weiterfuhr und nicht stehen geblieben ist. Das habe ich auch noch nie erlebt. Zum Glück waren auch noch andere Norweger da, die sich gleich ein Taxi gerufen haben (kommt dort wohl öfter vor, dass der Bus nicht stehen bleibt). Wir durften mit und das tollste war, dass wir eingeladen wurden. Somit konnten wir unser Schiff in der Zeit erreichen.
Jetzt darf Zachi übernehmen, denn auch über die Hurtigrutenfahrt lässt sich etwas erzählen.

Ha det bra!

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