Freitag, 27. März 2009

Nordenskiøld Toppen und Höhle ausgraben

Hallo zusammen!

So ein paar "days off" sind was Feines. Nachdem wir nach unserer durchgearbeiteten Woche in Svea nie frei bekommen haben, dürfen wir der Uni jetzt gerade fern bleiben. Die zweite Gruppe ist von der Feldarbeit zurückgekehrt und darf sich nun ans Processing machen.
Unser erster freier Tag war der Dienstag. Aber auch am Montag mussten wir nur am Vormittag in der Uni sein, sodass wir nachmittags noch auf dem Larsbreen skifahren konnten - einmal die halbe Tour zum Trollsteinen hoch, bis wir die Sonne erreichten, und dann wieder runter.

Für Dienstag war dann tolles sonniges Wetter angesagt. Daher nahmen wir uns für diesen Tag die Tour auf den Nordenskiøld Toppen vor, der mit 1050 m der höchste Gipfel hier in der Umgebung ist. Tobias, Fabienne und ich schafften es sogar, Frode zu überzeugen mitzukommen. Natürlich bedeutete schöner Tag auch wieder sehr kalter Tag. Schon in Meeresnähe zeigte das Thermometer knapp -30 Grad. Neben Problemen mit seinen Fellen, die nicht auf den Ski haften wollten, bekam Frode auch gleich wieder einen weißen Fleck (einmal dagewesen, kommt sowas bei der nächsten Gelegenheit schnell wieder). Mit den Fellen sollten auch Tobias und zuletzt ich noch Probleme bekommen. Auch Tapen half nichts, da bei diesen Temperaturen einfach nichts klebt. Aus dem Tal aufgestiegen sind wir durch das steile Tverdalen, das laut unserem Logistic Department noch die beste Möglichkeit darstellt, auch in Hinsicht auf Lawinen. Nach einem kleinen Steilstück kommt man auf die Hochebene des Platåfjellet auf ungefähr 500 m Seehöhe. Wenig später meinte Frode dann, er wolle umdrehen, da er nicht genug Energie zu haben glaube. Zum Glück hatten wir neben dem Gewehr noch eine Signalpistole dabei, die wir ihm zum Schutz mitgeben konnten.
Zu dritt versuchten wir dann erst über einen der Rücken zum Gipfel aufzusteigen. Da es dort aber zu steil und eisig wurde, haben wir uns doch für den Scooterweg über den Gletscher entschieden. Leider hat es dort auch etwas gewindet. Das einzige, was richtig schlecht war, war Pause zu machen. Da geht es ziemlich schnell, dass man einzelne Finger oder Zehen nicht mehr spürt. Deshalb sind wir, abgesehen von den technischen Pausen wegen Fellproblemen, fast in einem durch auf den Gipfel hochgegangen. Am Ende war Fabienne die einzige, die noch Ski unter den Füßen hatte. Tobias und ich haben getragen und sind gewandert. Auf dem Gipfel selbst waren wir dann natürlich auch nur kurze Zeit. Aber der Rundblick ist einfach toll. Man sieht natürlich die ganze nähere Umgebung, aber auch weiter über den Isfjord hinaus. Und die ganze Zeit blauer Himmel!
Der Weg nach unten war abwechselnd sehr spaßig mit feinem Pulverschnee und dann wieder hässlich wegen eisigen Stellen und Scooterspuren. Besonders mit den geliehenen Fjellski war das natürlich nicht immer einfach und ich habe mich oft gezielt hinfallen lassen. ;) Spaß gemacht hat es aber allemal und zumindest wird einem dabei nicht kalt. Eine sehr empfehlenswerte Tour!

Seit Mittwoch ist das Wetter nun aber eher schlecht, v.a. aufgrund starker Winde, die den Schnee verblasen. Daher war ich weniger draußen und habe mehr drinnen gemacht, z.B. klettern und Fußball spielen. Gestern Nachmittag wurde außerdem in der Uni der Film "Planet Earth" mit vielen wunderschönen Tier- und Naturaufnahmen gezeigt.
Da wir aber trotzdem etwas unternehmen wollten, haben wir das Unternehmen "Übernachtung in der Höhle" in Angriff genommen. Wegen ihrer Nähe zum heimischen Bett haben wir uns dabei für die Moraine Cave am Larsbreen entschieden. So sind wir also am Mittwoch kurz vor Mitternacht ausgerüstet mit Schneeschaufel dorthin gezogen. Als wir an der besagten Stelle ankamen, war außer vier roten Stecken, die nur noch knapp aus dem Schnee ragten, gar nichts zu sehen. Der Wind hatte enorm viel Schnee den Hang hinunter und in den Eingang der Höhle hinein geblasen. Nach ungefährer Abschätzung, wo der Eingangstunnel denn nun lag, begannen wir zu graben - und gruben und gruben. Nach zwei Metern Schnee und viel Zeit trafen wir endlich auf das Holzbrett, das die Touristenführer zum Verschließen der Höhle in den Tunnel einsetzen. Die Überraschung kam, als wir dieses entfernt hatten: nur eine weiße Wand dahinter! Also gruben wir noch mehr als einen Meter weiter, bis wir den Tunnel gefunden hatten. Ich war in dieser Nacht dann aber doch der einzige, der in der Höhle war, da wir schon während des Grabens beschlossen hatten, dass wir nicht in ähnlicher Weise eingeschlossen werden wollten, wie wir zuvor ausgeschlossen waren. Immerhin windete es fröhlich weiter...
Gestern stellte sich heraus, dass unsere Entscheidung richtig war. Als wir die Höhle zur Kontrolle nochmals aufsuchten, war der Eingang wieder mindestens genauso weit zugeweht und außer einem glatten Berghang nichts zu sehen. Naja, immerhin haben wir uns erfolgreich durch drei Meter Schnee gewühlt, die Höhle gefunden und mussten selbst nicht ausgebuddelt werden. Solch ein Erlebnis hat man sicher auch nur einmal.

Nun warten wir gerade auf Nachricht vom "Kohlenflugzeug" nach Svea, da wir gerne das Wochenende in einer Hütte dort verbringen wollen. Aber es ist halt nicht sicher, ob wir einen Platz im Flieger bekommen - und ob der bei diesem Wetter überhaupt startet.

Ich wünsche ein schönes Wochenende.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Gibt es eigentlich Fotos von der Lawine und der Schneehöhle?
M.