Hallo!
Nach vier Tagen Funkstille will ich nun endlich mal wieder einige Nachrichten aus der Arktis posten. Es ist ja durchaus nicht so, dass man hier nichts zu tun hat oder erlebt - eher im Gegenteil. Aber nach dem Ende des Sicherheitskurses am Dienstag kehrte immerhin in der Uni etwas Ruhe ein und die Vorlesungen zu unserem "Polar Seismic Exploration" Kurs begannen. Zuerst ging es in einer Wiederholung um die Grundlagen der Seismik, weiterhin um das Processing der Daten.
Außerdem fand ein offizielles Sicherheits- und Informationstreffen zu unserer Feldarbeit statt, bei dem auch alle professionellen Teilnehmer anwesend waren. Da haben wir endlich erfahren, was das Ziel unserer Arbeit sein wird und wo und wie das ganze stattfinden wird. Dazu werde ich sicher mal noch mehr schreiben und eine Karte zeigen. Nur so viel schon mal: Unser Kurs ist an einem ziemlich großen und (auch kosten)aufwändigen Projekt beteiligt. Da das Ganze in der Form wohl nicht noch einmal stattfinden wird, haben wir ziemliches Glück, daran teilnehmen zu dürfen. Für die Feldarbeit fahren bzw. fliegen wir nach Svea und von dort aus jeden Tag mehr als eine Stunde mit Schneescootern über den zugefrorenen Fjord zu unserem Untersuchungsgebiet auf mehreren Gletscher. Dazu wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils eine ganze Woche dort mit Snowstreamern und recht großen Mengen Explosiva Daten über den Untergrund gewinnen werden. Alles scheint sehr gut durchgeplant zu sein und vor allem die Logistikabteilung am UNIS hat schon viel Vorarbeit geleistet. Diese Leute werden im Feld dann auch sagen, wann es zu gefährlich wird und wir ein Emergency Camp aufstellen müssen u.ä.. Da ich in Gruppe 1 eingeteilt wurde, startet das Unternehmen für mich am Dienstag.
Aber auch außer der eigentlichen Uni fand einiges statt. Einmal waren wir im Svalbard-Museum, das im selben Gebäudekomplex untergebracht ist wie UNIS. Es ist von überschaubarer Größe und recht nett anzuschauen. Dort gibt es auch (in ausgestopfter Form) den letztgeschossenen Eisbären auf Svalbard, der 2005 in Notwehr aus 1,5 m Entfernung erlegt wurde.
An einem anderen Abend waren wir in der Sporthalle von Longyearbyen klettern. Dort kann man sich die gesamte Ausrüstung frei ausleihen, was natürlich sehr nett ist. Die Kletterwand ist gar nicht so klein und es hat richtig Spaß gemacht. Auch ansonsten gibt es hier für Studenten viel auszuleihen. Neben dem Gewehr, das ich seit Mittwoch in meinem Zimmer aufbewahre, haben wir uns aus dem gut funktionierenden Student Equipment Verleih Helme, Steigeisen, Eisäxte und GPS besorgt. Mit all diesen Sachen (ohne Gewehr außerhalb der Siedlung geht gar nicht) sind wir heute auf den Gletscher gewandert und haben uns eine sehr nette Eishöhle angeschaut. Fotos und mehr dazu später.
Am Donnerstagabend gab es im UNIS-Gebäude eine öffentliche Vorführung von Aufnahmen der BBC für deren Nature-Programm. Einige Szenen z.B. auch des Kinofilms "Planet Earth" sind ja hier auf Svalbard entstanden. Außerdem wurden natürlich tolle Aufnahmen von Eisbären, Polarfüchsen und Vögeln gezeigt. Einige süß, einige auch eher traurig stimmend, aber immer beeindruckend.
Außerdem gibt es am UNIS am Ende der Woche immer ein Friday evening gathering, wo sich die Studenten und teilweise auch die Professoren in der netten Kantine der Uni am Feuer versammeln und Party machen. Und ich muss sagen, die Alkoholpreise sind hier tatsächlich deutlich niedriger als auf dem Festland (tax free). Besonders nützlich ist es natürlich, sich da auch mit erfahrenen Svalbard-Studenten auszutauschen, die einem z.B. sagen können, wo der Eingang zur Eishöhle versteckt ist...
Dorthin gehts das nächste Mal.
Guts Nächtle!
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1 Kommentar:
hallo zachi,
das hört sich ja alles sehr abenteuerlich an (auch wenn ich dich wegen der hässlichen temperaturen nicht unbedingt beneide..)! aber ich bin gespannt, was du am dienstag berichten wirst!
bis dahin: bau keinen unfall mit dem scooter und vergiss nicht, das gewehr zu sichern ;-)
LG, d.
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