Donnerstag, 19. März 2009

Viel Abenteuer

Hallo zusammen!

Seit gestern Nachmittag bin ich zurück von Gletscher, Fjordeis, Eisbär und Nordlicht. Die Woche in Svea und auf dem Sysselmannbreen war sehr abenteuerlich und erlebnisreich - wahrscheinlich so sehr, dass ich das jetzt nicht einfach so mal schnell hier beschreiben kann. Natürlich gibt es auch Bilder, die noch nachgeliefert werden. Allerdings habe ich seit Mitternacht Besuch von Torsten aus Trondheim, sodass wir natürlich anderes unternehmen.

Die "Highlights" der Woche will ich an dieser Stelle aber dennoch nicht verschweigen. Und da gehört das Wetter in jedem Fall dazu... An zwei Tagen war es so schlecht, dass wir nicht arbeiten konnten. Dies lag vor allem am stürmischen Wind und Schneefall (der Snowstreamer verträgt nur Windgeschwindigkeiten unter 7 m/s). Am einen dieser Tage sind wir trotzdem über den Van Mijen-Fjorden zu unserem Untersuchungsgebiet gefahren (täglich mehr als 100 km Snowscooter fahren :). Dabei konnten wir recht gut erleben, was ein "White-out" ist. Glücklicherweise fanden wir trotzdem ohne Probleme wieder heim. Außerdem ist Scooterfahren bei Sturm natürlich doppelt schwer, besonders an steilen Hängen. Mit diesen Gefährten lässt sich nämlich so einiges im Gelände anstellen (auch im Bezug auf das Tempo ;). Es ist nur relativ anstrengend, da man mit vollem Körpereinsatz fahren muss, um nicht umzukippen.

Zum Wetter dazu gehört natürlich die Temperatur. Diese war am Sonntag eindeutig am tiefsten - ein wunderschöner klarer Sonnentag auf dem Gletscher. Nach realistischen Schätzungen lag die Temperatur bei -35°C. Wenn man bei diesen Bedingungen und etwas Wind den ganzen Tag draußen ist, muss wirklich alle bloße Haut bedeckt werden - und man muss etwas zu haben. Dass Handschuheausziehen keine besonders gute Idee ist, merkt man innerhalb von kürzester Zeit. Da ich an diesem Tag mit dem Befestigen der Zünder am Detonating cord (4 kg Sprengstoff pro Schuss) beschäftigt war, litten meine Finger natürlich sehr und mussten immer wieder reanimiert werden. Ansonsten hatte ich hauptsächlich kalte Füße und glücklicherweise sonst nie Probleme. Auch bei den anderen traten keine nennenswerten Erfrierungen (mehr als erster Grad) auf.

Für das Essen im "Feld" hatten wir immer Trockennahrung dabei, zu der man nur Wasser aus der Thermosflasche schütten muss und dann etwas rühren und ziehen lassen. Im Gegensatz zu den geschmierten Sandwiches einiger anderer Leute fror dieses Essen nicht ein und gab darüberhinaus noch warm. Außerdem fand ich es auch vom Geschmack her gar nicht so schlecht. Fabienne, Tobias und ich meinten an einem der langweiligen arbeitsverhinderten Tage gar, dass wir ein Dryfood dry-Wettessen machen müssten - natürlich ohne dabei etwas zu trinken. Sehr spaßig! Und jetzt wissen wir wenigstens, wie es schmeckt.
In Bezug auf das Essen waren wir in Svea, wo wir unsere Übernachtungscontainer hatten, rundum bestens versorgt. Jeden Morgen (früh) und Abend (spät) wurden wir zur Kantine der Kohlearbeiter gefahren und durften uns mit den besten Sachen voll essen. Dort gab es feinen Fisch und auch viel Fleisch, was man sonst ja niemals bezahlen könnte. Neben der interessanten Arbeit auf dem Gletscher ist das ein wichtiger Grund, warum wir eigentlich viel lieber dort geblieben wären, als nun hier am UNIS die Daten auszuwerten. Beinahe wäre daraus auch etwas geworden, da den gesamten Dienstag lang alle Flüge von Svea nach Longyearbyen ausgefallen sind (Wetter). Auch gestern hatten wir noch Probleme hierher transportiert zu werden und unser Gepäck kam erst viel später.

Die Eisbären müssen natürlich auch erwähnt werden. Ich habe tatsächlich zwei Exemplare gesehen. Der erste zeigte sich auf unser Scooter-Hinfahrt von Longyearbyen nach Svea in einer sicheren Entfernung von geschätzten 800 m. Der zweite hingegen war ziemlich nah und wenn wir nicht im Auto gesessen wäre, so wäre die Situation ziemlich brenzlig gewesen. In 20 m Entfernung ging ein prächtiger Eisbär seines Weges, suchte etwas am/im Boden und scherte sich gar nicht um die schaulustigen Autofahrer auf der Straße. Eine sehr majestästische Erscheinung des größten Landraubtieres!
Auch eine Robbe sah ich vom Snowscooter aus. Als ungeübter Beobachter kann man sich da meist nicht so sicher sein, ob dunkle Stellen nun Eis, Stein oder wirklich ein Tier sind. In meinem Fall begann der Fleck sich dann aber zu bewegen, robbte ein Stück vor und verschwand in einem Eisloch. Nicht alle Leute waren so glücklich, beim Scooterfahren so aufmerksam zu sein... ;)

Zuletzt darf natürlich auch das Nordlicht nicht fehlen. Endlich habe ich es gesehen! Als wir an einem klaren Abend vom Essen zurückfuhren, bemerkte unser Fahrer das Licht am südlichen Horizont. Es war ein heller Streifen Grün, der sich fast nicht bewegte. Vielleicht kann ich beim nächsten Mal ja sogar Bilder davon machen.

Wie ihr euch vorstellen könnt, hatte ich also eine sehr interessante und erlebnis-/abenteuerreiche Woche am Rande der Zivilisation.
Liebe Grüße

4 Kommentare:

Teresa hat gesagt…

ich find so ein Nordlicht-Bild hat unser Blog auf jeden Fall noch verdient...

Tobi hat gesagt…

Das klingt ja echt abenteuerlich. Ich finde man muss Eisbären so lange sehen bis sie ausgestorben sind (2100 ?). hab ich richtig gelesen, das du mit Zündern zu tun hattest? braucht man da nicht ne Ausbildung, oder sind da nur die Deutschen so verbohrt? Ich votiere übringens auch für ein Nordlichtbild ;-)

Anonym hat gesagt…

Hey, das hört sich ja alles echt abenteuerlich an. Bin total auf die Bilder von da oben gespannt!!!;)
So, und nun kann ich ja fast nicht anders, als mich in Bezug auf das Nordlichtbild meinen beiden Vorrednern anzuschließen:)
Liebe Grüße

Elke hat gesagt…

Moin moin

Gut, dass du wieder in einem Stück zurückgekommen bist! Und auch ich möchte Bilder sehen! :-)

Lieben Gruß
Elke