Dienstag, 30. September 2008

Zurück aus dem Norden

Hallo!
Wir sind wieder zurück von unserem Lofoten-Trip! Obwohl das Wetter etwas vermurkst war, haben wir wunderschöne Eindrücke von den Inseln nördlich des Polarkreises bekommen.
Ihr dürft euch auf einen ausführlichen Bericht freuen. Doch bis dahin bleibt der Anblick des Herbstlaubes, das sich derzeit in Trondheim in den schönsten Farben präsentiert und sich wohl bald auch verabschieden wird.
Zum Glück habt ihr in Österreich auch den Wahlsonntag gut überstanden, wobei das Ergebnis hier in den Zeitungen -zumindest kurzfristig- für Schlagzeilen sorgt... Tja, es hätten sich wohl mehrere Leute an die Wahlempfehlung, (nämlich für all die, die sich nicht entscheiden können) einfach BZÖ und (!) FPÖ anzukreuzen, halten sollen. Man kann sich nur wundern.
Morgen habe ich einen langen Tag auf der Geburtenstation, mal sehen, wer das Licht der Welt erblicken wird. Die norwegische Prinzessin Märtha Louise werde ich wohl nicht treffen, die hat ihr Kind schon gestern bekommen...(wen's interessiert)

Liebe Grüße und Ha det bra!

Donnerstag, 25. September 2008

Verreist

Eilmeldung: Wir haben uns entschlossen trotz minder guter Wettervorhersage (teilweise Regen und Sturm) in Richtung Norden aufzubrechen, den Polarkreis zu überqueren und die bzw. den Lofoten (im Norwegischen Singular) zu besuchen, da wir gerade in dieser Woche die Möglichkeit haben, uns einige Tage freizuschaufeln. Außerdem wird es da oben ja später im Jahr weder heller noch besser... ;)

Also bis voraussichtlich Mitte nächster Woche
Liebe Grüße

Mittwoch, 24. September 2008

Gummistiefel

Hei alle sammen!

Heute haben wir mal wieder Brot gebacken und es wird jedesmal besser. Wir stellen nun immer eine große Schale mit Wasser in den Ofen und bepinseln das Brot am Anfang, lassen den Ofen dann aber geschlossen, sodass der Dampf drinbleibt. Das hat sich ganz gut bewährt.
Ansonsten war heute natürlich auch eine Vorlesung. Es war tatsächlich nur eine, da ich nun schweren Herzens beschlossen habe, den Mineralogiekurs erstmal sein zu lassen. Man kann halt nicht alles machen. Mittwochs habe ich immer "Seismic Wave Propagation", was meist eine richtig gute Vorlesung ist. Derzeit ist der Vortragende allerdings wieder mit einem Feldkurs weg (diesmal in den Pyrenäen - warum darf ich da nicht hin?) und wird von einem anderen Mitarbeiter ersetzt. Dieser redet jedoch so leise, schweigt dann auch mal einfach so 5 Minuten, nachdem eine Frage gestellt wurde, und bringt keinerlei Informationen rüber. Das lohnt sich echt nicht!

Unter anderem weil diese Veranstaltung in der nächsten Woche nicht besser wird und unser Sprachkurs ausfällt, sind wir deshalb gerade am Überlegen, ob wir das Wochenende nicht verlängern und eine längere Reise durch Norwegen unternehmen. Das einzige Problem daran ist, dass das Wetter für das Wochenende richtig schlecht angesagt ist. Man darf also gespannt sein, was für eine Aktion das wird... Schön wirds sicher!
Auch bei Regen und Sturm kann man ja schließlich tolle Sachen machen. Und nicht zuletzt fühlt man sich dabei sicher als richtiger Norweger. ;) Was mich daran erinnert, was die Leute bzw. in dem Fall die Mädels hier so an Schuhen tragen - und das nicht nur bei Regen. In Norwegen ist es nämlich durchaus in Mode in Gummistiefeln in die Stadt und zur Uni zu gehen (nur beim Konzert wohl eher nicht). Dementsprechend viele verschiedenfarbige Exemplare dieser praktischen Fußbekleidung sind auch erhältlich. Gibt es das sonst noch wo?

Jetzt am Abend werden wir fein Lasagne kochen mit unseren Wanderkollegen vom Snøhetta. Die waren direkt nach unserer Tour auf den Lofoten und können uns so vielleicht einige schöne Bilder zeigen und Tipps für die Erkundung geben.

Euch allen auch einen schönen Abend!

Montag, 22. September 2008

Nachtrag Raclette

Hallo!

Als eines der Highlights des gestrigen Tages wollen wir euch unser Raclettegerät natürlich nicht vorenthalten. Voilà!

Vom heutigen Tag gibt es nicht so wahnsinnig viel zu berichten. Ich hatte ein Vorlesung über Kindesmisshandlung, was ich ein sehr interessantes, aber auch trauriges Thema fand. Zumindest macht es einen sehr nachdenklich.
Zachi war in Gravimetrie und Magnetometrie und hat dabei (laut seiner Aussage) nicht viel Neues gelernt...

Das wunderschöne Herbstwetter von gestern hat uns heute nicht mehr beehrt und stattdessen haben wir bewölkten Himmel mit ab und zu Regen bekommen. Aber das ist auch gut, jetzt machen wir uns einen gemütlichen Abend am Schreibtisch. Für den Sprachkurs ist relativ viel zu tun, schließlich gibt erauch 15 ECTS-Punkte (Credits). In den meisten europäischen Ländern ist es so, dass man pro Semester an der Universität 30 ECTS-Punkte machen sollte. Mein ganzes Semester an der Uni hier zählt also bereits 30 ECTS und Zachi macht ebenfalls schon 30. Eigentlich sind wir mit 45 Punkten also zu fleißig :)

Also dann, macht's gut!

Sonntag, 21. September 2008

Jonsvatnet

HEI!

Nach einem erholsamen (Kranken-)Samstag haben wir heute morgen beschlossen, dass es wieder Zeit zum Gesund sein ist und wir das tolle Herbstwetter nutzen müssen.
Deswegen ging es zu Trondheims Trinkwasserreservoir, dem Jonsvatnet.
Anfänglich haben wir uns überlegt, eine Radtour zum See zu machen, aber da es mit der Husterei leider noch nicht ganz vorbei ist, haben wir uns für die Variante "mit dem Auto hinfahren und dort wandern" entschieden.
Am südlichen Zipfel des großen Sees, haben wir sogar einen kleinen "Gipfel" bestiegen, dank dem wir eine tolle Sicht über den See hatten. Es gab auch noch jedem Menge große Schwarzbeeren, was mich sehr gefreut hat. In den meisten Gebieten sind sie schon alle abgeerntet, aber hier waren noch richtig viele.
Am Nachmittag haben wir es uns am Rande des Sees gemütlich gemacht und neben der Stille auch die Sonne genossen. Ich habe beim "Appelsinpiken" (das Orangenmädchen, eines meiner Lieblingsbücher) weitergelesen und freue mich sehr, dass ich das Buch in der Originalsprache lesen kann. Alle Wörter verstehe ich zwar nicht, aber da ich den Inhalt kenne, geht es relativ leicht. Zachi hat in dem Buch "Gebrauchsanweisung für Norwegen" das erfahren, was man schon immer mal über Norwegen wissen wollte. Auch ein interessantes Buch!
Trotz der Sonne und des wirklich warmen Tages, merkt man, dass hier der Herbst bereits voll im Gange ist. Rund um den See haben sich viele Blätter schon richtig rot-gelb verfärbt.
Da es dann aber doch bald kalt wurde, sind wir auf der anderen Seite des Sees wieder nach Hause gefahren (und haben ihn sozusagen umrundet).
Um den schönen Tag abzuschließen gab es am Abend ein für Norwegen ungewöhnliches Gericht:
Raclette!
Dank dem tollen Miniraclette von meiner (Paten)Tante aus Mainz müssen wir auch auf diese Speise nicht verzichten. Es war sehr fein...
Wir hoffen, ihr hattet auch ein erholsames Wochenende!

GOD KLEM FRA OSS!

Freitag, 19. September 2008

Lesewetter

Halli hallo!

Nach einer schönen Woche mit viel Sonnenschein gab es heute etwas Regen. Glücklicherweise hat dieser nicht ausgereicht, um mich auf der Fahrt mit dem Fahrrad zur Uni richtig nass zu machen. Heute haben wir in "Seismic Imaging" unsere ersten Erfahrungen mit dem letzthin schon genannten Programm "ProMax" gesammelt. Für meine "Fachkollegen" unter den Lesern: Es unterscheidet sich durchaus deutlich von dem Karlsruher Seismik-Programm und sieht so aus, als ob es wirklich viel könnte. Die Benutzerfreundlichkeit könnte aber auch hier etwas höher sein. Laut unserem Professor ist das Programm halt auch schon 15 Jahre alt und deshalb nicht ganz toll, aber es ist kommerziell und es gibt wohl bislang kein besseres.

Teresa nahm sich heute die Möglichkeit, den Regen zu erleben, indem sie einfach zu Hause blieb. Allerdings geht es ihr wirklich nicht gut. Jetzt hat sie die Erkältung doch noch ordentlich erwischt. Kurz draußen war sie dann vorhin trotzdem noch, als wir zur Bibliothek gefahren sind. In Trondheim gibt es nämlich eine große Zentralbibliothek, bei der man kostenlos Mitglied werden kann. Diese besitzt außerdem 5 Filialstellen, von denen eine in Risvollan, nicht weit von, uns liegt. Um also ein erholsames Krankenwochenende gestalten zu können, haben wir uns (bzw. v.a. Teresa sich (Welche(s) B(u/ü)ch(er) auf dem Foto habe ich wohl ausgeliehen??)) nun also mit Büchern eingedeckt. Im Moment liest sie gerade "Das Orangenmädchen". Auf Filme haben wir vorerst verzichtet, da wir da auch noch zwei von unseren Mitbewohnern anschauen können. Die sind gestern Abend übrigens auch für uns in das sicher schöne Konzert gegangen, von dem wir letztes Mal geschrieben haben... Nächstes Mal wieder!

Viele Grüße

PS: Was ich ganz vergessen habe, ist die gelungene Reparatur der Waschwasserpumpe im Auto gestern. Wir haben nämlich vor einiger Zeit feststellen müssen, dass da nichts mehr gespritzt hat, woraufhin ich die Pumpe anfang der Woche ausgebaut habe. Eine "neue" Pumpe vom Gebrauchthandel auf dem Schrottplatz hätte hier in Norwegen aber 50 Euro gekostet und von zu Hause schicken lassen, wäre im Endeffekt auch nicht so viel billiger gewesen. Glücklicherweise ging das Gehäuse dann doch auch ohne Werkzeug auf und ich konnte den Motor auseinanderbauen und durch sorgfältiges Putzen reparieren. Jetzt können wir also wieder mit Durchblick Auto fahren. :)

Mittwoch, 17. September 2008

Wohnungsfotos

Hallo ihr!

Das mit der Verkühlung habe ich wohl verschrien: jetzt kratzt mein Hals und die Nase läuft, um eine sehr bildhafte Sprache zu verwenden.


À propos Bilder: heute gibt es einige von unserer gemeinsamen Wohnung. Es ist absichtlich unaufgeräumt, um einen authentischeren Eindruck zu gewähren.


Was man aber auch sieht, sind die vielen schönen Karten, die wir schon von euch bekommen haben. Vielen, vielen Dank!!! Es ist immer ganz toll, wenn man Post im Briefkasten findet. Übrigens: an Variätet mangelt es nicht: von der heiligen Gnadenmutter in Mariazell bis zum Sandstrand in Sardinien ist alles vertreten.

Auf dem ersten Foto findet sich unsere Haushälfte (auf der anderen Seite wohnen 3 andere Paare, einfach spiegelverkehrt, ebenfalls mit einem Glasvorbau). Uns gehört das seitlichste Drittel rechts neben dem Glasvorbau, wo unsere Wäscheleine hängt und auch die Fahrräder untergestellt werden. Wir haben für uns alleine 2 Zimmer, die durch eine Schiebetür (theoretisch) getrennt werden können. Die Küche und 2 Badezimmer teilen wir mit 4 anderen (2 aus Deutschland und 2 aus Frankreich).

Alles in allem sehr gemütlich und v.a. sicher groß genug für (Spontan)Besuch :)

Ha det bra!

PS von Zachi: Man beachte (Is-)Bjørn-August, den Karlsruher Physik-Bären, der sich aufgrund des Klimawandels eine neue Nische gesucht hat...

Dienstag, 16. September 2008

Herbstwetter

Hallo ihr alle!

Habt ihr auch so schönes Wetter wie wir hier im Norden? Die letzten 2 Tage waren sehr sonnig und klar. Allerdings wird es schön langsam auch Zeit, in der Früh beim Fahrradfahren Handschuhe anzuziehen... Mit der Haube (Mütze) wird es noch ein bisschen dauern, bislang bietet der Helm noch ausreichenden Wärmeschutz.
Was gibt es sonst zu berichten? Zachi hustet leider immer noch (Reizhusten, ganz ohne Schnupfen), mich hat es zum Glück noch nicht erwischt. Das find ich auch ganz nett, weil diese Woche wieder jeder Tag auf der Uni recht voll ist.
Heute hatte ich meinen ersten Praktikumstag auf der Gynäkologie und wir waren im "skill lab", wo wir an Phantomen die gynäkologische Untersuchung geübt haben. Für mich war neu, dass wir an den gynäkologischen Phantomen auch mit Instrumenten hantieren durfte (z.B. mussten wir eine Biopsie machen, bzw. so tun als ob, die Phantome sind ja aus Stoff, aber sehr gut gemacht). Die Oberärztin, die uns betreut hat, war sehr sehr nett. Sie meinte, es sei so wie mit einem Musikinstrument, man muss üben, üben, üben. Außerdem hat sie mehrmals betont, dass wir auf der Abteilung herzlich willkommen sind. Das hört man gerne!
Wie jeden Dienstag war dann am Nachmittag wieder Sprachkurs und "unsere" Bratschistin hat uns für Donnerstag Abend Karten für das Symphonieorchester besorgt. Am Programm steht u.a. ein Mozart-Violinkonzert und die 5. Symphonie von Schubert. Das wird sicher auch sehr schön.

Also dann, liebe Leute, einen geruhsamen Abend und viele Grüße von uns beiden!

Montag, 15. September 2008

Folkeregisteret und Kammerkonzert

Einen schönen guten Abend aus dem sonnigen Trondheim!

Nachdem auch Teresa letzthin ihre "residence permit" von der Polizei zugeschickt bekommen hat, waren wir heute beim Folkeregisteret (wohl so was wie ein Einwohnermeldeamt). Da muss man sich mit Adresse registrieren und bekommt dann eine ID-Nummer - in 2-3 Wochen... Diese wiederum ist nötig, wenn man ein Bankkonto hier in Norwegen eröffnen will, was ja zum Miete zahlen u.ä. durchaus eine nützliche Einrichtung wäre. Lange warten mussten wir bei dem Amt zum Glück nicht.

Um 12 Uhr gaben die "Trondheim Soloists" (für Kenner: die haben schon mehrere CDs mit Anne-Sophie Mutter aufgenommen) ein kostenloses Konzert in der Realfagkantine der NTNU. Bei diesem Ensemble spielt unsere Kollegin aus dem Sprachkurs mit, die uns auch die Sinfonieorchesterkarten besorgt hat. Das Programm bestand aus dreimal Bach, zwei Solo-Violinkonzerten und dem Doppelkonzert in d. Mit dem Programm werden sie morgen Abend nach Luzern fliegen, wo sie mit Anne-Sophie Mutter an einem Festival teilnehmen werden. Uns hat es jedenfalls sehr gefallen.

Ansonsten musste ich gestern leider feststellen, dass die Scheibenwasch-Sprühanlage am Auto kaputt ist. Heute konnte ich durch einige Tests weiter spezifizieren, dass es die Pumpe ist, die auch gleich ausgebaut wurde. Nun muss also nur noch eine neue her...

Ich hoffe, bei euch geht trotz schlechtem Wetter noch keine Erkältungswelle rum. Mein Halsweh hat zwar abgenommen, aber darfür habe ich jetzt so blöden Husten, der das Einschlafen auch sehr behindern kann.

Viele Brotbäckergrüße

Sonntag, 14. September 2008

Waffeln und Kuchen

Hei alle sammen!

Dieses Wochenende war eigentlich ungewöhnlich ruhig, aber trotzdem kann ich gerne ein bisschen etwas erzählen.
Ganz am Anfang muss ich betonen, dass es bei uns zwar eher kalt ist, aber auch NICHT regnet. Oft ist es sogar richtig sonnig. Wir haben also wirklich Glück mit dem Wetter. Richtig schlecht war es schon lange nicht mehr. Aber es ist eben schon richtig Herbst, was man vor allem an den Bäumen sieht, die bereits äußerst bunt sind.
Gestern haben wir die Tatsache genutzt, dass die andern 2 Mitbewohner-Paare beide ausgeflogen waren, um in der Küche und im Badezimmer einmal gründlich sauber zu machen. V.a. mit den Franzosen gibt es da wohl unterschiedliche Auffassungen von Sauberkeit. Mal schauen, wie sich das klären lässt. Irgendwie bin ich nicht böse, dass ich das Thema "Putzen" in den letzten 4 Jahren in Graz nur mit mir selbst klären musste :)
Am Nachmittag waren wir in der Innenstadt in Trondheim (wir wohnen ja jetzt etwas am Stadtrand gelegen) und haben für Zachi eine neue Hose gefunden.
Wir waren uns wirklich einig, dass Trondheim v.a. auch für Besucher eine sehr schöne und sehenswerte Stadt ist! Also ihr wisst hoffentlich, dass ihr alle herzlich willkommen seid.

Heute waren wir bei Hege, die vor 12 Jahren als Austauschschülerin bei meiner Tante in Weiz war und ursprünglich aus Trondheim kommt, und ihren Eltern zu Waffeln und Kuchen eingeladen. Dazu gab es frische Erdbeer und Zwetschkenmarmelade. Mhm... das war fein!
Hege hat -so wie ihr Mann- die letzten 4 Jahre in Genf beim CERN gearbeitet und jetzt waren sie mit ihrem Baby auf Heimatbesuch. Ich hab sie das letzte Mal vor 8 Jahren gesehen, als wir beim Jugend-Musikfestival in Trondheim waren. Ihre Eltern sind auch sehr herzlich und sehr gastfreundlich. Wir haben uns mit allen auf Norwegisch unterhalten, was eigentlich ganz gut geklappt hat!
Auf dem Bild dürfen wir euch auch unseren Apfelkuchen präsentieren, den wir heute gebacken und zu Heges Eltern mitgenomen haben. Eigentlich war das ja ziemlich überflüssig, weil es so viele Köstlichkeiten gab, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, wieder einmal zu backen.
Dank dem St. Martiner Kochbuch gibt es jetzt ja maßenweise Rezepte und der Erstlingskuchen ist ganz gut gelungen.

viele Grüße und einen guten Start in die neue Woche!

Freitag, 12. September 2008

Seismic Processing

Halli hallo!

Ich habe den Auftrag bekommen, etwas über meine "Lage" zu schreiben... Fieber habe ich wohl nimmer, Halsschmerzen leider immer noch ziemlich stark. Aber das ist ja nicht das wichtigste (solange man nicht gerade einschlafen will).

Heute war Teresa (ich könnte in dieser Woche ja fast schon sagen "ausnahmsweise") lange in der Uni. Ich hatte dagegen nur anderthalb Veranstaltungen. Auch mal nett! Nachdem ich "Energy and Environmental Physics" wegen zu viel Oberflächlichkeit aus meinem Stundenplan gekickt bzw. durch "Gravimetry and Magnetometry" ersetzt habe, findet freitags für mich eigentlich nur noch "Seismic Data Acquisition and Imaging" statt. Da lernen wir gerade theoretisch die ganzen Processing-Schritte, die wir uns in Karlsruhe für einen P3-Versuch ja schon mal in aller Kürze anlesen durften. Später im Semester werden wir einen realen Datensatz bekommen und ihn mit dem Programm ProMax, das sicher einiger Einführung bedarf, bearbeiten.

Jetzt am Abend waren wir noch ein bisschen laufen. Fast direkt hinter unserem Haus beginnt ja die Strindamarka, ein ausgedehntes Waldgebiet mit einigen Mooren und Seen. Wie überall hier in Trondheim erlaubt sich die Topographie aber auch da keine Ebenen, sodass es für den eifrigen Sportler immer hoch und runter geht. Schön war dabei vor allem der Sonnenuntergang hinter der Bymarka, der mittlerweile schon vor acht Uhr vorgerutscht ist. Wir haben euch also bald ein- bzw. schnell überholt!

Hilsen

Donnerstag, 11. September 2008

snufse og halssmerter

Hallo!

Da mein Praktikum morgen Nachmittag stattfinden wird, bleibt mir der Vormittag wieder für Norwegisch und auch dafür, euch einen kurzen Bericht zu schreiben.
Gestern ist Zachi schon mit Fieber und Halsschmerzen aufgewacht, wollte aber gerne zur Uni gehen. Vielleicht war das keine so gute Idee, sogar seine Kollegen meinten, er solle wieder nach Hause gehen und den restlichen Nachmittag hat er dann im Bett verbracht. Am Abend ging es aber schon wieder besser. Das traf sich im Übrigen auch hervorragend, weil uns unsere französischen/polnischen Mitbewohner zum Essen eingeladen haben (zuerst gab esvApperitif, dann Lasagne mit franz. Rotwein und als Digestif noch polnischen Wodka bzw. Zachis Schwarzwälder-Kirschschnaps). Der Franzose ist sowieso recht lustig, er kocht sehr gerne und lässt die Sachen auch sehr gerne stehen, entschuldigt sich dann aber immer aufs höchste, wenn er merkt, dass jemand anderer in der Küche kochen möchte. Er freut sich schon sehr, dass ihn am Freitag ein Freund besuchen kommt, der für ihn 20 kg weiteres Gepäck mitnimmt und Benoit hat von seinen Eltern französisches Essen geordert: Wein, verschiedenste Käsesorten, foie gras (Gänseleber).... etc.... ich bin ja schon sehr gespannt, was da alles ankommen wird. Tja, das mit dem Essen muss für einen Franzosen schon hart sein, wobei ich sagen muss, dass man in Norwegen auch gut leben kann. Und auf gewisse Dinge freu ich mich einfach wieder, wenn ich zu Hause bin. Man lernt viele Sachen auch wieder neu zu schätzen!

Also dann mach ich mich weiter an meinen Aufsatz. viele Grüße und macht's gut!

Mittwoch, 10. September 2008

Sprachkurs und Schulsystem

God morgen og vær hilset! (Guten Morgen und seid gegrüßt!)

Leider kann ich diesmal nicht mit einem so spannenden Bericht wie vom Wochenende dienen, dafür bekommen die, die's interessiert gerne ein bisschen Alltag serviert :)
Mittlerweile hat die 4. Woche an der Uni begonnen und bei mir stehen jetzt vorlesungsmäßig 4 Woche Kinderheilkunde am Programm. Das Praktikum ist diese Woche noch Endokrinologie und die nächsten 2 Wochen Gynäkologie bevor dann 2 Wochen Geburtshilfe kommen. Das ist hier etwas durchgemischt, hat aber den entscheidenden Vorteil, dass immer nur 8 Leute zur gleichen Zeit das gleiche Fach machen. Allerdings kann es dann vorkommen, dass man die Vorlesungen zu einem Fach, wo man gerade Praktikum hat, erst 3 Monate später hört. Aber in meinem Fall ist es fast egal, weil ich so gut wie alle Fächer schon in Graz gehabt habe. Einzig Urologie und Nephrologie werden neu sein. Aber die Wiederholung finde ich total wichtig, es schreckt mich doch jedes Mal, wie viel gelerntes (Detail)Wissen ich schon wieder vergessen hab. Außerdem kommt ja noch die Fremdsprache dazu, was mir aber sehr viel Spaß macht!
Gestern war ein sehr langer Tag (auch für Zachi, der hat am Dienstag seinen "Kampftag" von 8-18h), am Vormittag hatte ich Vorlesungen, am Nachmittag hat der Kinderheilkunde-Notfallkurs begonnen, wo wir "Kindernotfälle" durchbesprechen und dann auch selbst üben werden. Gestern war aber nur Einführung und ich musste dann auch früher gehen, um geschätzte 30 (und gefühlte 45) Minuten mit dem Rad bergauf zum Sprachkurs zu fahren.
Man muss ja vom Krankenhaus, das "unten" in der Stadt liegt zuerst einmal zum Uni-Hauptgebäude in Gløshaugen, das auf einem ersten Hügel liegt. Der zweite Hügel bzw. fast schon Berg ist Moholt, wo wir früher gewohn haben, und dann geht es noch einmal hinauf bis nach Dragvoll, wo man die Stadt und den Fjord schon sehr sehr schön überblickt.
Der Sprachkurs ist ja immer dienstags und donnerstags von 15h bis 18h. Und bei mir ist es zumindest jeden Donnerstag so, dass sich der Stundenplan überschneidet. Bislang ging es aber immer, das ich von meiner PBL Gruppe (=Problem basiertes Lernen, wo wir klinische Fälle bekommen, über die wir diskutieren müssen.... das gibt es in Graz -theoretisch- auch, praktisch ist es hier aber wirklich viel besser!) früher gehe und eben etwas zu spät zum Sprachkurs komme. Etwas stressig, um ganz ehrlich zu sein.
Aber ich will den Sprachkurs eben auch unbedingt machen, wir haben schließlich Glück, überhaupt einen der Plätze bekommen zu haben. Einige der Ausstauschstudenten in meinem Studium haben leider keinen gekriegt. Die Verteilung ist da etwas undurchsichtig, von Vorteil war auf jeden Fall, dass wir uns schon vorher angemeldet haben und bereits das Level 3 machen wollten. Hier geht es im Unterschied zu Level 2 nicht mehr so viel um Grammatik, sondern v.a. um Landeskunde, was ich sehr interessant finde. Gestern haben wir begonnen, über das norwegische Ausbildungssystem zu sprechen. Die Gesamtschule der 6-16 Jährigen ist hier Normalität. Danach kann man 3 Jahre -freiwillig- auf so eine Art "Gymnasium" gehen (vidergående skole) und danach studieren.

Zachi ist gerade auf der Uni und mikroskopiert Steine. Mein Praktikum auf der Endokrinologie wurde auf Freitag verlegt und deshalb habe ich heute "frei", um meine Norwegisch-Hausübungen (inkl. Aufsatz) zu erledigen. Also auch mir wird nicht langweilig.

Na denn, viele Grüße aus Trondheim und allen Lehrern und Schülern in Badem-Württemberg und Steiermark eine gute erste Schulwoche (ihr habt ja schließlich gleichzeitig begonnen!)

Montag, 8. September 2008

Snøhetta

Hei hei!

Dieses Wochenende sind wir wie angekündigt auf's Dovrefjell gefahren, um den Snøhetta (zu deutsch: Schneemütze) zu besteigen. Obwohl wir uns am Donnerstagabend ja recht kurzfristig für diese Aktion entschieden haben, lief alles total gut und die Wanderung auf und um den höchsten Berg Norwegens (2286 m) außerhalb des Jotunheimen-Gebirges war ein tolles Erlebnis.

Am Freitagnachmittag sind wir zu fünft gestartet. Mit uns waren Max, Simon und Sunna, die wir noch vom Sprachkurs kennen. Unsere Abfahrt wurde durch späte Einkäufe aber noch etwas verzögert. So waren wir über das ganze Wochenende hinweg aber bestens versorgt. Dass man so viele Sachen durch's Gebirge schleppen kann... Als wir dann loskamen, war der Wochenendanfangsstau in und um Trondheim leider noch immer nicht vorüber, sodass wir ein Weilchen brauchten, bis wir im üblichen Reisetempo von 90 km/h (oft auch nur 70 km/h) auf der E6 nach Süden fahren konnten. Nach zweieinhalb Stunden, kamen wir dann in Hjerkinn an, wo der Weg auf's Dovrefjell, eine Schotterpiste, von der E6 abzweigt. Dort gibt es eine Schranke, die die meiste Zeit auch geschlossen ist, da dieser Teil des Dovrefjell militärisches Übungsgelände ist. Wir hatten uns vorher schon telefonisch versichert, dass wir durchfahren konnten. So mussten wir nur einen kleinen Obulus für die Durchfahrt entrichten und konnten die letzte halbe Stunde Richtung Berg fahren. Das Wetter war, wie schon bei unserer Trollheimen-Tour anfangs nicht so toll und für die Nacht waren Minusgrade angesagt. Dennoch haben wir am Endparkplatz unser Zelt aufgeschlagen und uns in der Dunkelheit dann noch feinen Reis mit Gemüse gekocht. In der Nacht war es tatsächlich erstaunlich kalt (-5°C) und am nächsten Morgen gab es dichten Nebel. Dabei war voller Sonnenschein vorhergesagt! Es war aber keine Frage, dass wir trotzdem aufsteigen wollten, und so hofften wir darauf, dass sich die Wolken auflösen würden. Die Zelte ließen wir im Auto, da wir am Abend in einer von zwei Hütten in diesem Gebiet übernachten wollten; das Gepäck war auch so schwer genug. Der Nebel lichtete sich im Laufe der Zeit tatsächlich etwas, aber wir hatten nie Sicht auf unser Ziel, den Gipfel (Stortoppen, Karte von etojm.com) des Snøhetta.

Der Snøhetta wurde lange Zeit für den höchsten Berg Norwegens gehalten, da er im Gegensatz zu den Jotunheimen-Gipfeln doch eher alleine dasteht und zudem mit seinen vier, zum Teil zerklüfteten Gipfeln eine imposante Erscheinung darstellt. Daher spielte er auch in der Zeit der norwegischen Nationalromantik eine wichtig Rolle.
Am Samstag wehte beständig starker Südwind, sodass der Berg die ganze Zeit von Wolken angeströmt wurde und wir im Wind über den Ostgrat aufsteigen mussten. Außerdem führte das dazu, dass wir nie Aussicht nach Süden hatten. In Richtung Nord hatten wir aber immer wieder Glück und konnten die grandiose Aussicht über die Fjelllandschaft bis zu den Trollheimen-Gipfeln genießen, wenn gerade keine Wolke da war. Einige Zeit mussten wir aber auch im Schneetreiben aufsteigen. Oben lag entsprechend einiges an Schnee und wir verweilten nicht sehr lange auf dem Gipfel.

Wir entschieden uns, nicht denselben Weg zurückzugehen, da wir in der Åmotdalshytta im Westen des Berges übernachten wollten. Es stellte sich aber heraus, dass diesen Weg an dem Tag noch niemand gegangen war. Der Gipfelgrat wurde eher noch schmäler, bis wir uns dann unseren Weg durch ein ewig langes, eingeschneites Geröllfeld suchen konnten. Der einzige Spaß waren Schneefelder und ein Gletscherrand, auf dem man durch Schlittern schnell vorankam. Leider hatte ich mir genau oben auf dem Gipfel das Knie angeschlagen, sodass die 1000 Höhenmeter Abstieg aus dieser Sicht eine ziemliche Qual waren. Das Wetter war nachmittags aber besser und so konnten wir uns dauerhaft am Blick über die Weiten des Fjell und auf unsere Hütte, die nicht näher kommen wollte, erfreuen. Unsere Fünfergruppe war diesmal wirklich sehr harmonisch und ähnlich schnell, sodass das ganze Wochenende über auch eine tolle Stimmung herrschte.

Gegen acht Uhr abends kamen wir dann an der Hütte an, wo wir auch tatsächlich die einzigen waren, die über den Gipfel dorthin kamen. Außer uns waren noch einige Jäger da, die "leider" kein Ren zu Gesicht bekommen hatten. Wir suchten uns unseren Schlafplatz dann im der kleinen Nebenhütte und heizten für diese Nacht kräftig mit selbstgesägtem Holz ein.

Nach einer gemütlichen Nacht in der warmen Stube, wurden wir -fast schon kitschig- von der strahlenden Sonne geweckt, die ins Fenster schien. Neben der Hütte war ein See, in dem sich die rundumliegenden Berge gestochen klar spiegelten. Das war sehr beeindruckend. Simon und Sunna sind auch ins Wasser gegangen, das aber wohl ziemlich kalt war. Wir fanden, dass es genauso schön war, am Ufer zu sitzen und den beiden zuzuschauen.

Nach dem Frühstück kam der „Hüttenwirt“, der zwar irgendwie auch nur ein Gast zu sein schien, aber einige Wochen dort wohnt und sich um alles kümmert, und gab uns –auf deutsch- einige Instruktionen, wie wir die Hütte verlassen sollten. Vom Essen des Vorabends war noch etwas Geschirr abzuspülen, da das Wasser am Abend nicht mehr warm genug war. Interessanterweise war aber mehr Geschirr zum Abspülen übrig als nur unseres. Alle anderen Hüttengäste waren mittlerweile schon wieder aufgebrochen und so blieb es also an uns hängen. Dann meinte der Norweger auch noch, ob wir nicht noch den Boden nass aufwischen könnten. Das wurde dann auch noch brav erledigt, aber irgendwie kamen wir uns etwas seltsam vor, weil eigentlich die 20 anderen Hüttengäste alle so gegangen waren und wir praktisch den schwarzen Peter gezogen hatten. Aber schlussendlich konnten wir –zu etwas fortgeschrittener Uhrzeit als üblich- doch noch den Rückweg zum Auto antreten.

Das Wetter war wunderschön und richtig warm und die Wanderer, die an diesem Tag den Snøhetta besteigen wollten, hatten sicher eine tolle Aussicht auf das Jotunheimen-Gebirge (mit den 2 höchsten Bergen Norwegens). Allerdings waren wir auch froh, den etwas gemächlichern Weg gehen zu können. Der erneute Aufstieg auf den Snøhetta hätte doch noch erheblich länger gedauert. Aber ganz flach war unser Rückweg auch nicht, wir legten einige Höhenmeter zurück. Was wir bis dahin allerdings nicht gesehen haben, waren die berühmt-berüchtigten Moschusochsen, wovon ca. 100 Stück in Norwegen leben, der Großteil im Nationalpark Dovrefjell.

Da der Schranken für das Militärgebiet, das man durchfahren muss, um wieder an die E6 (= so etwas wie Autobahn zw. Oslo und Narvik im Norden, mit der unglaublichen Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h) zu gelangen, nur zwischen 16 und 17 Uhr offen war und danach erst ab 20 Uhr wieder, haben wir beschlossen, uns für den Rückweg Zeit zu lassen.
Wir haben öfter (Keks)Pausen gemacht und das schöne Wetter mit der tollen Aussicht genossen. Trotzdem ist uns die Landschaft ziemlich karg vorgekommen. Fast alles, was nach saftigen Wiesen aussah, war meistens flechtenüberwucherter Stein. Im Tal gab es dann neben dem Fluss doch auch etwas Moor mit dem typischen Wollgras. Und immer begleitete uns der beeindruckende Blick auf den Snøhetta.

Als wir wieder in Snøheim beim Parkplatz waren, trafen wir auf ein Ehepaar aus Baden-Württemberg (Zachi hat das Kennzeichen SIG für Sigmaringen gleich erkannt und die beiden auf deutsch angesprochen). Die beiden waren gerade dabei, eine Herde Rentiere (über 100!) mit ihrem Teleskop zu sichten und da durften wir auch alle einen Blick darauf werfen. Freilebende Rens sind ziemlich scheu und die sieht man also nur mit viel Glück (und/oder guter Ausrüstung). Zur Krönung bekamen wir mit dem Fernglas auch ein paar Moschusochsen zu sehen und die beiden meinten, dass wir gute Chancen hätten, bei der Rückfahrt an der Straße einige zu Gesicht zu bekommen.

Dem war dann auch tatsächlich so. Man darf sich ja nicht auf mehr als 200 m nähern (Lebensgefahr!), aber bei uns auch noch ein Graben dazwischen und so waren wir ca. 300 m nah. Da es schon gedämmert hat, sind die Fotos nicht so besonders gut geworden. Aber keine Sorge, in Wirklichkeit haben unsere Augen -im Gegensatz zur Kamera- mehr als nur den schwarzen Fleck auf dem rechten Foto gesehen. Als Wissender kann man ihn aber durchaus als Ochsen identifizieren, ikke sant (=nicht wahr)? Aber für alle, die nicht so viel Fantasie aufbringen können oder wollen, posten wir auch ein Bild in etwas besserer Auflösung von der Wikipedia-Seite. Was wir aber leider nicht zeigen können, ist die Geschwindigkeit mit der diese Tiere laufen können. Das war auch sehr beeindruckend, aber gleichzeitig beängstigend.

Es war dann schon ziemlich spät, als Zachi uns nach 3 Stunden Fahrt wieder in Trondheim "ablieferte". Und ein ganz tolles, aufregendes und spannendes Wochenende war zu Ende. Unsere bislang sicher imposanteste Tour!

Freitag, 5. September 2008

Krankenhausalltag

Halli-hallo!

Nachdem ich gehört habe, dass einige von euch wirklich jeden Tag auf den Blog schauen (z.B. meine Oma), hat mich das motiviert heute noch etwas über meinen "Arbeitsplatz" zu schreiben. Damit meine ich nicht den Schreibtisch hier (von unserer Wohnung gibt es aber sicher auch bald Fotos, versprochen!), sondern das St.Olav Krankenhaus, genauer gesagt das Kvinne-Barn-Senteret KBS(= Frau-Kind-Zentrum). Wie der Name schon sagt, ist hier also die gesamte Kinderklinik und Kinderchirurgie und die Frauenklinik (von Schwangerschaftsvorsorge, Geburt bis andere gynäkologischen Dinge wie Brustkrebs etc...)untergebracht. Auf dem linken Foto seht ihr den schönen Innenhof!
Alle Kliniken hier im St.Olav-Krankenhaus sind nicht nur unter der Erde (so wie in Graz) miteinander verbunden, sondern auch im 2. Stock. Das ist im Winter ziemlich praktisch, wenn die Straßen vereist sind :)
Im Keller des KBS gibt es eine Umkleide mit einer Dusche (!) für uns Studenten und gleich daneben steht ein großer Wäscheschrank wo wir uns immer und jederzeit frische weiße Kleider (Hosen und Hemden und Kittel) holen können. Zugang zu allem liefert uns die Studentenkarte mit Pincode.
Im Erdgeschoß befindet sich der Hörsaal (mit gepolsterten Sesseln) und daneben ist ein Computerraum, wo man jederzeit und kostenlos drucken kann. Das Gerät kann sogar klammern. Wie ihr herauslesen könnt, bin ich von der Infrastruktur ziemlich begeistert bzw. ist man von Graz absolut anderes gewöhnt!! Dort muss man froh sein, wenn man einen weißen Mantel in der Größe S bekommt, die Wäscherei schließt jeden Tag um 11h und drucken kann man überhaupt. Allerdings gibt es in Graz ja auch schon einige schön renovierte Kliniken. Aber auch hier wird viel gebaut (ebenso wie in Graz). Das St.Olav Krankenhaus ist eine der größten Baustellen Norwegenes. Die Klinik für Innere Medizin (wo wir auch gestern auf der Endokrinologie waren) wird komplett neu errichtet und der 11-stöckige Komplex, der jetzt steht, wird bald abgerissen. Er ist auch ziemlich baufällig, aber es wundert mich schon ein bisschen, dass er einfach umgeräumt wird. Tja, Norwegen kann sich das wohl leisten...
Aber es ist nicht alles nur teuer in Norwegen. So ist zum Beispiel Wanderausrüstung wirklich billig im Vergleich zu daheim. Für unsere Wandertour im Gebirge (zu einem der höchsten Berge Norwegens, dem Snøhetta)habe ich mir einen Schlafsack gekauft, der auch Minustemperaturen aushält. Der, den ich jetzt habe hält nämlich nur ca. 15°C Außentemperatur aus. Und da es für heute Nacht in den Bergen schon -4°C angesagt ist und ich euch gerne alle wiedersehen würde, war das glaube ich eine gute Investition! Zachi hat da schon einen besseren Schlafsack mitgenommen, aber auch er wird sich heute ein anderes Modell leihen (nämlich den von Kristina, den er vor 2 Wochen mit sich herumgeschleppt hat. Der ist zwar schwer, dafür aber warm!!!).
Nähere Details und Fotos folgen nach dem Wochenende! So viel Hitze wie für die Oststeiermark angesagt ist, wird es wohl nicht haben, aber die Prognosen -über Tag- sind hervorragend gut!

Viele Grüße nach "unten", ich muss dann bald zu meiner Mikroskopierübung (Zachi behauptet, Steine zu mikroskopieren sei genauso spannend, aber ich finde den menschlichen Körper um einiges interessanter!!! :)

Donnerstag, 4. September 2008

Regenwetter

Hallo ihr!

Leider können wir nicht mit ganz so schönem und warmem Wetter mithalten. Meine Mama war ja etwas geschockt, dass es hier im Moment nicht mehr als 10°-15°C hat. Tja, so ist das halt im Norden...(für alle, die es genauer interessiert: in der rechten oberen Ecke unseres Blogs gibt es einen Link zur Wetterstation in Trondheim)
Gestern hat es den ganzen Tag geschüttet und als ich klatschnass an der Uni war (Zachi durfte sogar zweimal hin- und zurückfahren), haben mich meine Studienkollegen etwas schief angeschaut und gefragt: "Fährst du denn ohne Regenhose??" Tja, offensichtlich handelt es sich hier um eine wichtige Investition in Norwegen! Heute wurden wir auch noch einmal richtig nass auf dem Nachhauseweg vom Sprachkurs.
Allerdings ist die Wettervorhersage für das Wochenende "kjempebra" (wirklich gut) und wir planen die nächste Bergtour. Besser gesagt Zachi und Simon (der in Göttingen Physik studiert) planen, ich darf netterweise mit :) Diesmal geht es in den Dovrefjell-Nationalpark, der etwas südlicher von Trollheimen liegt.

Gestern war es schon ziemlich spät und so muss ich euch heute etwas von unserem gestrigen Abend berichten. Wir waren mit ein paar Leuten in Moholt (= anderes Studentenheim, wo wir früher gewohnt haben) im Studentencafé Waffeln essen und haben die Familienausgabe von Trivial Pursuit auf Norwegisch gespielt. Das war wirklich lustig!! Und die Waffeln (die man sich einfach so immer nachholen konnten) waren wirklich fein. Allerdings kann ich mich mit dem "brunost" (brauner Ziegenkäse), den man traditionell auf den Waffeln isst, nicht so richtig anfreunden... Zum Glück gab es wahlweise auch was Süßes dazu.
Mit der Sprache geht es übrigens immer besser. Vor allem das Verstehen geht schon richtig gut, vorausgesetzt die Leute sprechen "Hochnorwegisch"(das es per Definition ja gar nicht gibt), was leider die wenigsten tun. Man kann sich das ungefähr so vorstellen, dass Leute aus dem Ausland Hochdeutsch lernen, dann in Österreich Urlaub machen und "Stoasteirisch" nicht wirklich als Variante der deutschen Sprache identifizieren können.

Heute hatte ich auch eine lustige Begebenheit. Beim Praktikum auf der Endokrinologie (dort geht es um Hormone), mussten wir zuerst eine Patientin untersuchen und befragen und ich war richtig glücklich, dass ich im Großen und Ganzen echt verstanden hab, worum es ging (übergewichtige Diabetikerin mit Bluthochdruck... ein Klassiker auf der Endokrinologie). Dann kam der Professor und irgendwie fand ich, dass sein Dialekt schon etwas arg war. Allerdings konnte ich ihm im Groben auch folgen. Danach haben mir meine Mitstudenten gesagt, dass er Schwede ist und die ganze Zeit Schwedisch gesprochen hat. Wenn man nämlich Norwegisch kann, versteht man die Dänen und Schweden auch. Das ist praktisch, ikke sant (nicht wahr)?
Aber ein bisschen Übung bedarf es natürlich noch...

So, ihr lieben Leser! Vielen Dank für eure (empathischen) Kommentare. Wie gesagt, uns geht es sehr gut hier.

Ha det bra, vi snakkes.
(Auf Wiedersehen, wir "sprechen uns"..... das sagt man hier zum Abschied)

Dienstag, 2. September 2008

Doktorfrø

Hallo ihr!
Danke für die praktischen Haushaltstipps, es ist interessant, was plötzlich alles so wichtig werden kann :)
Heute habe ich einen spannenden Vorlesungstag gehabt, das Thema in dieser Woche ist noch Geburtshilfe, auch wenn mein Praktikum auf der Endokrinologie sein wird (man rotiert durch, sodass immer nur 8 Studenten pro Woche oder 2 Wochen das gleiche Fach machen... in Graz machen ungefähr 60 Studenten das Praktikum zur selben Zeit im gleiche Fach... so viel ein kurzer Vorgeschmack zum Thema "Betreuung", ich werde sicher noch mehr davon erzählen). Teilweise sind die Vorlesungen wirklich gut, v.a. von einem Arzt, den wir gestern und heute hatten. Er hat super Englisch gesprochen, und ganz tolle Präsentationen gehalten. Aber das Highlight kann ich euch nicht vorenthalten: er hat am Ende jedes Blockes/Themas ein Lied vorgesungen.
Die Melodie ist laut meinen Kollegen ein norwegisches Kinderlied. Und er hat es so verändert, dass er nach jedem Vorlesungsblog die 5. Zeile passend ausgetauscht hat. Die ersten zwei Vorlesungen ging es darum, dass die Mutter nicht stirbt, die letzen 2 ums Kind. Am Ende haben auch alle mitgesungen, das war wirklich lustig! Ich finde es ja ganz toll, dass man im Studium auch einmal gesagt bekommt, dass Empathie das wichtigste ist...

Viel Spaß :)


Våkn opp - dokterfrø
Nå er timen over
Skal du hindre barn å dø
Lær deg noen lover
Tokolyse, Celeston
Dette må du lære
Men EMPATI er nummer 1
Om lege du vil være

Wach auf, junger Doktor (Doktorlehrling)
Nun ist die Stunde vorbei
Willst du verhindern, dass das Kind stirbt
musst du dir einige Gesetze merken
Tokolyse (Wehenhemmung), Celeston (Medikament)
Das musst du lernen
Aber EMPATHIE ist Nummer 1
Wenn du Arzt werden willst