Hallo ihr Lieben!
Bevor ich mir jetzt noch länger meine Zeit im Internet mit Facebook (so etwas wie StudiVz auf international) vertrödele (ganz hab ich das System eh noch nicht durchschaut...), kann ich euch genaus gut ein bisschen was vom heutigen Tag erzählen! Mein Norwegischaufsatz ("Warum man die Landessprache können sollte, wenn man längere Zeit in dem Land leben will") muss wohl bis morgen warten. Für "inputs" wäre ich übrigens äußerst dankbar!! Außerdem dürft ihr auch gerne wieder die Kommentarfunktion benutzen, es ist schön was von euch zu lesen.
So, jetzt zu meinem Tag. Heute war mein erster Praktikumstag auf der Kinderpsychatrie, die irgendwo mitten in der Bymarka liegt. Ich hatte natürlich keine Ahnung wo, und der Franzose aus meiner Gruppe (der im übrigen nach Norwegen gekommen ist,um Englisch zu lernen und weder gut Englisch noch -bzw. überhaupt nicht Norwegisch spricht) natürlich auch nicht.
Zum Glück haben wir ja ein Auto und so hab ich mich in der Früh mit dem Frazosen und mit Marianne (Norwegerin) aus meinem Kurs getroffen und wir sind gemeinsam hingefahren.
Das Praktikum hat um 8h30 mit der Morgenbesprechung begonnen. Wir waren auf der Akutkinderpsychatrie eingeteilt und interessanterweise waren nur Ärztinnen und Psychologinnen da. Ich war total glücklich, dass ich ganz ganz viel verstanden hab! Der Franzose kapiert gar nichts, er kann -zu seinem Pech- nicht einmal wirklich Englisch. Für ihn war das natürlich übel, weil wir ca 4h bei Patientengesprächen dabei waren bzw. selbst Fragen gestellt haben. Wobei ich da natürlich nicht so viel sagen konnten, wenn ein Mädchen z.B. erzählt, dass es Stimmen hört, die ihr sagen, dass sie sich umbringen soll. Da komm ich mit meinem derzeitigen Smalltalk-Norwegisch nicht so weit und deswegen war ich lieber still. Aber im Gegensatz zu den anderen Studenten hatte ich schon Psychatrie und konnte deswegen von den Gesprächen viel mitnehmen. Allerdings ist der Dialekt hier schon ein bisschen extrem. So wird u.a. jeg ("jei") wird zu eg ("ek") ... aber trotzdem, ich hab das Gefühl, dass es mit dem Verstehen jeden Tag besser wird und meine Mitstudenten spielen das Spiel ("Was heißt das auf Norwegisch?" und ich wiederhole es dann) brav mit und freuen sich an den Fortschritten. Das macht richtig Spaß!
Übrigens: genauso wie in Graz liegt auch die Psychatrie von allen Kliniken in Trondheim am schönsten Ort. Malerisch abgelegen, mitten im Wald, in der Nähe des Sees...Vielleicht entdecke ich ja noch die Liebe zu diesem Fach, was im Moment aber eher unwahrscheinlich ist, aber dann würde ich zumindest ein einem schönen Ort arbeiten. Und die Nachtdienste sind sicher super ruhig... Mal sehen. Um das geht es hier ja nicht.
Auf jeden Fall war ich nach dem Vormittag ganz schön müde, weil es einfach total anstrengend ist, sich aufs Verstehen und Sprechen zu konzentrieren. Leider habe ich auch bemerkt, dass ich kein Französisch mehr kann. Es hat mich etwas schockiert, dass ich beim Sprechen mit dem Franzose norwegische Wörter einbaue. Das muss wohl im Gehirn den gleichen Ausgang haben. Ich hoffe, das lässt sich beheben. Wäre schlecht, wenn man eine neue Sprache lernt und dafür eine andere aus dem Gedächtnis löscht. Aber ich versteh den Franzosen noch, wenn er spricht, also besteht Hoffnung.
Am Nachmittag hab ich meine Sachen gepackt und mein Zimmer aufgeräumt, morgen Vormittag hab ich zum Glück kein Praktikum (dafür war ja heute länger) und wir ziehen um nach Steinan.
Näheres dazu dann morgen!
Vi snakkes (wir hören voneinander)....
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1 Kommentar:
Hallo ihr beiden,
zuerst mal herzlichen Glückwunsch zu euren Sprachkenntnissen. Es war bei euch ja richtig viel los in den Tagen, in denen ich weg war. Besonders erfreulich ist die in Aussicht gestellte gemeinsame Wohnung!
Teresa scheint mit ihrem Medizinstudium in Trondheim ins Schwarze getroffen zu haben. Bei Zacharias ist mir noch nicht ganz klar, ob es auch so viel Positives gibt.
Auf jeden Fall seid ihr nun doch musikalisch wieder tätig, was mich sehr freut!
Deine Sprachprobleme (Norwegisch - Französisch), liebe Teresa, kann ich gut nachvollziehen. Mir ging es auf dem "Camino" in Spanien genauso! Ständig zwischen Englisch, Spanisch und Französisch wechseln zu müssen stellt erhebliche Anforderung und die "blackouts" bleiben nicht aus.
Ich finde es richtig spannend eure Seite zu besuchen! Danke!
Liebe Grüße
M.A.
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