
Hei Hei!
Während Zachi an seinem Norwegisch-Aufsatz schreiben muss, habe ich die Ehre euch ein bisschen etwas von unserem Wochenendtripp ins Trollheimen-Gebirge zu erzählen.
Gemeinsam mit 8 anderen (neben uns 4 Leute aus Deutschland, 3 Holländer und ein Italiener) sind wir am Freitag Nachmittag von Trondheim aus gestartet. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 h, bis wir das Auto am Parkplatz abstellen und zur Vassendsetra-Hütte aufsteigen konnten.
Es ging gleich relativ steil hinauf und innerhalb weniger Minuten zeigte sich die unterschiedliche sportliche Leistungsfähigkeit der Gruppenmitglieder. Das wurde in den nächsten 2 Tagen noch deutlicher sichtbar, aber dazu an späterer Stelle mehr.
Die Wolken hingen recht tief und man konnte das gewaltige Panorama nur erahnen. Nach ca. 2 h Stunden Aufstieg waren wir am Abend an unserer ersten Unterkunft angekommen, der

Vassendsetra-Hütte. Sie liegt malerisch gelegen am großen Gjevillvatnet. Da die Hütte unbewirtschaftet ist, rechneten wir mit einer spärlichen Notunterkunft, aber wir wurden eines besseren belehrt. Die Hütte hatte zwar weder elektrisches Licht noch fließendes Wasser, dafür aber eine geschmackvolle Innenausstattung, schöne Betten und ein gemütliches Wohnzimmer inkl. Schaukelstuhl und Vorhängen. Die Holländer bekochten uns mit Pasta und Fischsauce und die Atmosphäre mit Kerzen war auch sehr stimmungsvoll. (Mittlerweile wird es hier in Norwegen bereits gegen 22h dunkel, das war vor einem Monat noch ganz anderes.)
Zu späterer Stunde, als wir schon ins Bett wollten, schaute ein Norweger von der Nachbarhütte vorbei und wollte uns zu ihrem geselligen Zusammensein (und Besäufnis) am Lagerfeuer einladen. Er meinte, wir müssten unbedingt ein norwegisches Getränk (er nannte es "moonshine", es gibt aber auch ein norwegisches Wort dafür) probieren. Man nimmt eine Münze, legt sie ins Glas und schüttet etwas Kaffee drüber, sodass das Geldstück verschwunden ist. Dann verdünnt man den Kaffee so lange mit Aquavit (Kartoffelschnaps), bis die Münze wieder sichtbar ist. Tja, ihr könnt euch vorstellen, wie viel Schnaps man dafür braucht :)
Wir gingen aber nicht mit hinüber, sonder legten uns nieder.
In der Nacht allerdings kamen die sternhagelvollen Norweger (die auch am nächsten Tag noch sturzbetrunken waren) und schrien im Haus herum und sangen norwegische Trinklieder. Ich bin zum Glück nur einmal kurz aufgewacht, aber andere von unserer Gruppe konnten wohl keine wirkliche Nachtruhe finden.

Trotzdem mussten wir am Samstagmorgen früh raus. Der Himmel sah ziemlich bedeckt aus und die Wolken hingen tief über dem See. Doch das änderte sich schlagartig während dem Frühstück. Als wir losmarschierten, war dann fast keine Wolke mehr zu sehen und dieses geniale Wetter blieb uns auch den restlichen (und den folgenden) Tag erhalten.

Die Tour war ziemlich anstrengend, wir mussten über das Mellomfjellet einige Höhenmeter überwinden (sowohl in die eine, als auch am Schluss beim Abstieg in die andere Richtung), aber das Panorama war überwältigend. Seht selbst auf den Bildern!! (Wenn man sie anklickt, werden sie in voller Größe angezeigt!)
Der Abstieg zu unserer nächsten Unterkunft, der berühmten Trollheimshytta, war extrem schwer. Es ging in kürzester Zeit über 700 Höhenmeter hinunter. Einige von uns waren nicht unbedingt die trittsichersten, aber es kamen alle gut am Ziel an.
Wir konnten uns duschen und bekamen anschließend ein supergutes 3-Gängemenü. Das war im Übernachtungspreis mit Frühstück und Jausenpaket inkludiert. Für norwegische Verhältnisse war es richtig günstig und absolut empfehlenswert!!
Nach dem leichten Schlafdefizit der vergangenen Nacht haben diesmal alle sehr gut geschlafen und nach einem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Auto. Allerdings waren wir auch am Sonntag ca. 1o h (mit Pausen) unterwegs. Diesmal war die Route aber etwas leichter, wir wählten den Weg durch das Tal zurück. Trotzdem ging es teilweise am Bergrücken entlang, die größte Herausforderung war das Moor. Hier zeigte sich die Qualität guter Wanderschuhe! Wir sind teilweise wirklich knöcheltief eingesunken. Zwischendurch mussten die Holländer (inkl. Zachi) beweisen, dass sie uns richtig davonlaufen können. Netterweise hat auch niemand gewartet und es hat sich zwischen den Gruppen ein ziemlicher Abstand aufgetan. Wir hatten eine Kollegin aus Norddeutschland mit, die zum ersten Mal auf dem Berg war und einen immens schweren Rucksack zu tragen hatte (inkl. Schlafsack, der 3kg wog und Außentemperaturen vom -20°C aushalten sollte). Sie war schon ziemlich am Ende der Kräfte und zum Glück pausierten die Vorläufer dann auch endlich einmal. Wir "verteilten" das Gepäck und Zachi nahm den Schlafsack, mit dem ihm bis am Schluss eine besondere Innigkeit

verbinden sollte. (Er hat in einige Male verflucht... v.a. als er beim Springen über das Moor ausgerutscht und mit dem gesamten Bein im Schlamm steckengeblieben ist.)
Es war dann schon 19 Uhr, als wir beim Auto waren und dann mussten wir wieder nach Trondheim zurückfahren. Deswegen war es gestern Abend recht spät und ihr dürft den Bericht heute lesen! Wir freuen uns auf eure Kommentare...
PS: Auf besonderen Wunsch meines lieben Cousins wird demnächst auch bald ein eigener Blogeintrag über Rosenborg Trondheim erscheinen, aber bislang fahre ich nur jeden Tag am Stadion vorbei und Zachis "Ölbohrer-Campus" liegt auch direkt daneben. Da das aber noch nicht für einen eigenen Eintrag reicht, müssen wir uns in Bälde ein Spiel anschauen und dann berichten!