God kveld alle sammen!
Heute war trotz Sonntag wieder richtig was los. Im Gottesdienst waren wir ja gestern schon, also konnten wir heute frei über unsere Zeit verfügen... Von unserem Zusatzprogramm zum Sprachkurs aus ging es heute wieder 90 km in den Norden von Trondheim, wo uns mitten in der norwegischen Wildnis ein Abenteuercamp erwartete. Im Programmheft stand dazu leider nicht gerade viel und überhaupt nichts über die Ausrüstung, die mitzubringen war. Wir entschieden uns heute für Wanderschuhe und fuhren um kurz nach acht Uhr hier in Moholt los.
In der Wildnis angekommen wurden wir in Gruppen aufgeteilt, die verschiedene Aktivitäten in unterschiedlicher Reihenfolge machten. Wir durften zuerst auf den "Grotto walk", so der Name laut Programmheft. Was stellt man sich als Mitteleuropäer darunter vor?? (Das würde mich wirklich interessieren!) Wir stiegen also ein Stück den bewaldeten Berg hinauf bis zum Einstieg in die Höhle. Mitten im Boden gab es dann ein eher kleines Loch, wo es mehr oder weniger senkrecht hinunterging. Stirnlampen bekamen wir, allerdings keine Helme. Eine von uns wollte nicht mitgehen wegen Platzangst. Der Leiter meinte zwar, sie solle es doch unbedingt versuchen, aber ich würde sagen, die einzig richtige Entscheidung, bei Platzangst aus dieser Höhle draußen zu bleiben. Da drin war es nämlich wirklich extrem eng (davon macht man sich keine Vorstellung). Eine Vorwarnung bekamen wir eigentlich nicht, außer dass 2 m-Leute besser geeignet wären als 150 kg-Kerle. Ich würde sagen, heute hatten die Kleinen mal Vorteile...
Beim steilen Einstieg in die Höhle rutschte einer aus unserer Gruppe gleich unglücklich auf dem glitschigen Kalkstein aus (alles natürlich ungesichert), stieß sich die Rippe und blieb dann auch draußen. Mehr ist zum Glück nicht passiert. Der Rest durfte in die Tiefe hinabsteigen und sich durch wirklich enge Ritzen zwängen. Auf den Dreck durfte man dabei sowieso nicht achten. Zwischendurch gab es eine Stelle, an der man sich 8 Meter in die Tiefe abseilte. Das war auch fast der einzige Ort, an dem man einander überholen konnte. Die engste Stelle war dann eine ovale Röhre (ungefähr 30 cm auf 60 cm), durch die jeder hindurch musste. Einer der vorderen (ich bildete den Schluss) blieb darin auch tatsächlich 5 Minuten stecken und musste gedrückt und gezogen werden...
Jedenfalls war es ein einzigartiges Erlebnis. Bei unseren Gesetzen würde es sowas natürlich nicht geben... Ich fand es großartig!
Danach sind wir noch an einer Seilrutsche über eine 30 m tiefe Schlucht gerutscht. Das war auch lustig, aber weit weniger eindrucksvoll, besonders wenn man schon mal im Hochseilgarten war.
Nun sind wir alle wieder heil nach Hause gekommen. Hier haben wir noch Teresas Fahrrad repariert. Außer einem platten Reifen am Hinterrad (3 Löcher!) gab es noch einige andere Probleme. Gangschaltung, Bremse, Licht und am Ende auch noch ein Plattfuß vorne. Dank der tapferen Hilfe unseres Werkzeugbesitzers haben wir das alles auch noch geschafft.
Außerdem ist Teresas WG nun voll. Sie ist nun doch noch glücklich geworden, da zum Schluss eine Norwegerin eingezogen ist und diese auch von Sauberkeit überzeugt ist. Ich habe gerade auch noch einen Mitbewohner von mir samt Freund angetroffen. Er stammt aus Afghanistan und macht ebenfalls einen guten Eindruck. Morgen ist wieder Sprachkurs...
God natt!
PS: das Video klappt noch nicht... wird hoffentlich bald nachgeliefert :)
6 Kommentare:
Jetzt würde mich interessieren, wie Teresa das gesehen hat .....
LG von Herbert
Hallo ihr beiden,
also ich finde Grotto walk hört sich verdächtig nach Grotten Wanderung an, was es dann ja auch war. Hört sich aber wirklich sehr abenteuerlich an, freu mich schon auf Fotos.
Gruß Alex
Oha...ich wär spätestens bei der Röhre eingegangen. Puh, aber wem`s gefällt ;)
Haha, "grotto walk" ist in dem fall doch ein ziemlicher euphemismus oder?? wer jedoch keine platzangst bekommt, oder in der röhre stecken bleibt, für den war es sicher ein tolles erlebnis, oder?
ehrlich gesagt, fand ich die Höhle etwas zu eng. und ich find's noch immer nicht so lustig, dass meine Jacke total dreckig ist.
Aber abgesehen davon, war es schon ein Erlebnis. V.a. bei dem Loch mit querovalem Eingang und längsovalem Ausgang kam man sich wie ein Baby im Geburtskanal vor :)
Zum Glück war ich -im Gegensatz zu meinem Vordermann, der stecken blieb- eine leichte Geburt.
Siehe meiner Bergfotos dazu im Email. elfriede
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