Montag, 25. August 2008

Trollheimen-Tour

Hei Hei!

Während Zachi an seinem Norwegisch-Aufsatz schreiben muss, habe ich die Ehre euch ein bisschen etwas von unserem Wochenendtripp ins Trollheimen-Gebirge zu erzählen.
Gemeinsam mit 8 anderen (neben uns 4 Leute aus Deutschland, 3 Holländer und ein Italiener) sind wir am Freitag Nachmittag von Trondheim aus gestartet. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 h, bis wir das Auto am Parkplatz abstellen und zur Vassendsetra-Hütte aufsteigen konnten.
Es ging gleich relativ steil hinauf und innerhalb weniger Minuten zeigte sich die unterschiedliche sportliche Leistungsfähigkeit der Gruppenmitglieder. Das wurde in den nächsten 2 Tagen noch deutlicher sichtbar, aber dazu an späterer Stelle mehr.
Die Wolken hingen recht tief und man konnte das gewaltige Panorama nur erahnen. Nach ca. 2 h Stunden Aufstieg waren wir am Abend an unserer ersten Unterkunft angekommen, der Vassendsetra-Hütte. Sie liegt malerisch gelegen am großen Gjevillvatnet. Da die Hütte unbewirtschaftet ist, rechneten wir mit einer spärlichen Notunterkunft, aber wir wurden eines besseren belehrt. Die Hütte hatte zwar weder elektrisches Licht noch fließendes Wasser, dafür aber eine geschmackvolle Innenausstattung, schöne Betten und ein gemütliches Wohnzimmer inkl. Schaukelstuhl und Vorhängen. Die Holländer bekochten uns mit Pasta und Fischsauce und die Atmosphäre mit Kerzen war auch sehr stimmungsvoll. (Mittlerweile wird es hier in Norwegen bereits gegen 22h dunkel, das war vor einem Monat noch ganz anderes.)
Zu späterer Stunde, als wir schon ins Bett wollten, schaute ein Norweger von der Nachbarhütte vorbei und wollte uns zu ihrem geselligen Zusammensein (und Besäufnis) am Lagerfeuer einladen. Er meinte, wir müssten unbedingt ein norwegisches Getränk (er nannte es "moonshine", es gibt aber auch ein norwegisches Wort dafür) probieren. Man nimmt eine Münze, legt sie ins Glas und schüttet etwas Kaffee drüber, sodass das Geldstück verschwunden ist. Dann verdünnt man den Kaffee so lange mit Aquavit (Kartoffelschnaps), bis die Münze wieder sichtbar ist. Tja, ihr könnt euch vorstellen, wie viel Schnaps man dafür braucht :)
Wir gingen aber nicht mit hinüber, sonder legten uns nieder.
In der Nacht allerdings kamen die sternhagelvollen Norweger (die auch am nächsten Tag noch sturzbetrunken waren) und schrien im Haus herum und sangen norwegische Trinklieder. Ich bin zum Glück nur einmal kurz aufgewacht, aber andere von unserer Gruppe konnten wohl keine wirkliche Nachtruhe finden.
Trotzdem mussten wir am Samstagmorgen früh raus. Der Himmel sah ziemlich bedeckt aus und die Wolken hingen tief über dem See. Doch das änderte sich schlagartig während dem Frühstück. Als wir losmarschierten, war dann fast keine Wolke mehr zu sehen und dieses geniale Wetter blieb uns auch den restlichen (und den folgenden) Tag erhalten.
Die Tour war ziemlich anstrengend, wir mussten über das Mellomfjellet einige Höhenmeter überwinden (sowohl in die eine, als auch am Schluss beim Abstieg in die andere Richtung), aber das Panorama war überwältigend. Seht selbst auf den Bildern!! (Wenn man sie anklickt, werden sie in voller Größe angezeigt!)
Der Abstieg zu unserer nächsten Unterkunft, der berühmten Trollheimshytta, war extrem schwer. Es ging in kürzester Zeit über 700 Höhenmeter hinunter. Einige von uns waren nicht unbedingt die trittsichersten, aber es kamen alle gut am Ziel an.
Wir konnten uns duschen und bekamen anschließend ein supergutes 3-Gängemenü. Das war im Übernachtungspreis mit Frühstück und Jausenpaket inkludiert. Für norwegische Verhältnisse war es richtig günstig und absolut empfehlenswert!!
Nach dem leichten Schlafdefizit der vergangenen Nacht haben diesmal alle sehr gut geschlafen und nach einem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Auto. Allerdings waren wir auch am Sonntag ca. 1o h (mit Pausen) unterwegs. Diesmal war die Route aber etwas leichter, wir wählten den Weg durch das Tal zurück. Trotzdem ging es teilweise am Bergrücken entlang, die größte Herausforderung war das Moor. Hier zeigte sich die Qualität guter Wanderschuhe! Wir sind teilweise wirklich knöcheltief eingesunken. Zwischendurch mussten die Holländer (inkl. Zachi) beweisen, dass sie uns richtig davonlaufen können. Netterweise hat auch niemand gewartet und es hat sich zwischen den Gruppen ein ziemlicher Abstand aufgetan. Wir hatten eine Kollegin aus Norddeutschland mit, die zum ersten Mal auf dem Berg war und einen immens schweren Rucksack zu tragen hatte (inkl. Schlafsack, der 3kg wog und Außentemperaturen vom -20°C aushalten sollte). Sie war schon ziemlich am Ende der Kräfte und zum Glück pausierten die Vorläufer dann auch endlich einmal. Wir "verteilten" das Gepäck und Zachi nahm den Schlafsack, mit dem ihm bis am Schluss eine besondere Innigkeit verbinden sollte. (Er hat in einige Male verflucht... v.a. als er beim Springen über das Moor ausgerutscht und mit dem gesamten Bein im Schlamm steckengeblieben ist.)
Es war dann schon 19 Uhr, als wir beim Auto waren und dann mussten wir wieder nach Trondheim zurückfahren. Deswegen war es gestern Abend recht spät und ihr dürft den Bericht heute lesen! Wir freuen uns auf eure Kommentare...



PS: Auf besonderen Wunsch meines lieben Cousins wird demnächst auch bald ein eigener Blogeintrag über Rosenborg Trondheim erscheinen, aber bislang fahre ich nur jeden Tag am Stadion vorbei und Zachis "Ölbohrer-Campus" liegt auch direkt daneben. Da das aber noch nicht für einen eigenen Eintrag reicht, müssen wir uns in Bälde ein Spiel anschauen und dann berichten!

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Juhu! da ist ja schon die Wanderung!
ich muss jetzt dann auch mal unbedingt in meinen Reiseunterlagen nachschaun, ob wir damals nicht auch in den Bergen dort waren. Der Name Sunndalen kommt mir verdächtig bekannt vor. War glaub ich damals der nördlichste Punkt unserer Fahrt. Leider hab ich das Reisetagebuch net auf die schnelle finden können...
Eure Wanderung hört sich jedenfalls anstrengend und spannend an. Nur gut, dass keiner von Euch im Moor versunken ist ;-)
Hoffentlich könnt ihr euch die Tage ein bisschen Ausruhen.
Gute Nacht euch
lg may

Anonym hat gesagt…

Hei,
bei den Bildern kommen Erinnerungen an Island auf. Wie war's denn bzgl. Mückenplage???
Liebe Grüße in den Norden
M.A.

Anonym hat gesagt…

So, ich meld mich hier mal in Vertretung des Ederer-Clans (Abteilung S.-Esterlg.) Nachdem die Eltern plus Oma in Rom urlauben und die Kinder am Weizberg sind und wie ich höre mit Petra + Planks u.a. wandern, wachen ich und Max übers Haus.

Gestern war ich am Jungscharlager grillen, was aber außer insgesamt fast 4 Stunden Fahrt nicht so spannend war.
Die Wanderung klingt spannend, vor allem die Norweger am Lagerfeuer hätte ich mir aber genauer angeschaut - wer weiß, wann und wie man von solchen Erfahrungen noch profitieren kann.

Außerdem war ich heute noch bei der Polizei Weiz um eine Vermisstenanzeige für mein Maturazeugnis zu machen, das offensichtlich in den Wirren des großen Umzugs verloren gegangen ist. Jetzt muss ich es mir nur noch in der Schule neu ausdrucken lassen und darauf hoffen, dass sich der werte Hr. Direktor noch vor den Ferien in der Schule blicken lässt...

Sonst ist bei uns alles in Ordnung - das Buch gibt die Alena übrigens am Montag (fix!) zurück!

Anonym hat gesagt…

einen lieben gruß nach trondheim. ich lese mit interesse eure berichte und dabei erinnere ich mich gerne an unseren besuch in trondheim bei hege, unserer austauschschülerin und ihren eltern.
ich melde mich vom feriencamp der jüngsten ederers, das ich mit petra in den letzten drei tagen betreut habe. es bedarf einiger anstrengung diesen 5 "eigenständigen" persönchen ein alternativprogramm zum fernsehen anzubieten, aber wir waren dann doch erfolgreich. einer wanderung auf dem plankogel und zum windrad mit anschließendem dammbau am mixnitzbach und spielplatzbesuch am dienstag, folgte ein aufregendes leiternklettern in der kesselfallklamm am mittwoch. da wurde vor lauter aufregung selbst david einmal sprachlos. heute waren wir am vormittag zuerst im weizer freibad und für paul war es eine premiere. er war natürlich von der rutsche begeistert; mit den wellen im strömungskanal konnten wir uns nicht mittreiben lassen, da müsste es verstärkung von der erwachsenenseite für 4 solche wasserratten geben. nach dem mittagessen gings nochmals auf die teichalm, genauergesagt in den ököpark auf der breitenauerseite, wo wir damwild, wildschweine, füchse, ziegen, hasen ....bewunderten und fütterten. nach einem eis und frankfurter würstel fuhren wir zurück auf den spielplatz zum teichalmsee und schlossen mit zwei go-cart runden um den see den almbesuch ab. das tretbootfahren haben wir nach prüfen der wassertemperatur unterlassen, weil weder petra noch ich lust hatten, eines von den kindern aus dem wasser zu fischen. mit einem leckeren essen im alten rathaus beendete ich meinen betreuungsdienst, denn morgen setze ich mit einem moritztag in graz meine aktivitäten fort.
gestern habe ich den kindern auf der fahrt von eurem blog erzählt und vor allem das höhlen- und moorerlebnis geschildert. david hat dann am abend interessiert nachgelesen und vor allem das trollezeichen bewundert.
stefan, frtzi, eine erasmuskollegin aus berlin und sepp nutzten den schönen tag für eine hochschwabtour und haben sich heute wieder nach wien aufgemacht. tini ist aus portugal zurück, neli und leli fliegen am montag für 2 wochen nach indien,wo sie zuerst auf einer entdeckungsreise und abschließend auf einem kongress sein werden.
viele liebe grüße und weiterhin schöne erlebnisreiche tage wünscht euch christa

Florian Ederer hat gesagt…

Also die Bergphotos gefallen mir auch sehr gut, da gedulde ich mich noch ein wenig bezueglich Rosenborg ...